Gabriel Clemens holt endlich seinen ersten PDC-Titel – 170er-Finish zum Sieg

Gabriel Clemens hat bei Players Championship 24 in Leicester seinen ersten PDC-Titel gewonnen. „The German Giant“ besiegte Luke Woodhouse im Finale mit 8:6 – und setzte mit einem 170er-Finish zum Titel den perfekten Schlusspunkt unter einen besonderen deutschen Dart-Tag.

Erst Kniebeuge, dann ans Board. Was bei dem 42-Jährigen an diesem Dienstag in Leicester zunächst wie ein weiterer Darts-Running-Gag wirkte, wurde am Ende zur perfekten Metapher: Der Stand passte, der Rhythmus passte, die Nerven hielten – und als alles auf der Kippe stand, traf er den größtmöglichen Checkout im Darts.

170 zum Glück. Gabriel Clemens hat es endlich geschafft.

Der Saarländer gewann Players Championship 24 mit einem 8:6-Finalsieg gegen Luke Woodhouse und feierte damit seinen ersten PDC-Titel. Für ihn war es weit mehr als ein weiterer starker Tag auf dem Floor. Es war der Moment, auf den er seit Jahren hingearbeitet hatte – nach mehreren verlorenen Endspielen, nach vielen guten Ansätzen und nach einer langen Suche nach diesem einen letzten Schritt.

Clemens übersteht Drama-Tag und krönt sich mit dem Big Fish

Der Weg zum Titel war alles andere als glatt. Gabriel Clemens musste sich durch ein starkes Feld arbeiten und überstand dabei mehrere kritische Phasen. Unter anderem besiegte er Michael van Gerwen mit 6:4 und Scott Williams mit 6:5. Besonders das Achtelfinale gegen Williams hatte es in sich: Der Engländer warf einen 9-Darter, doch der Deutsche blieb im Spiel und brachte das Match trotzdem über die Linie.

Im Viertelfinale wurde es deutlicher. Gegen Mickey Mansell setzte sich Clemens mit 6:1 durch, anschließend bezwang er Brendan Dolan im Halbfinale mit 7:3. Damit stand „The German Giant“ erneut in einem Players-Championship-Finale – und erneut ging es um die Frage, ob diesmal der letzte Schritt gelingt.

Im Endspiel gegen Luke Woodhouse sah zunächst vieles nach einem kontrollierten Clemens-Sieg aus. Der Deutsche führte 6:2, hatte das Finale im Griff und schien auf direktem Weg zum Titel. Doch Woodhouse kämpfte sich zurück. Aus 6:2 wurde 6:6. Plötzlich war der Druck wieder da.

Dass diese Phase auch an ihm nicht spurlos vorbeiging, gab er nach dem Finale offen zu. Laut Sky Sports räumte der Saarländer ein, nach dem Ausgleich nervös gewesen zu sein. Genau deshalb war die Reaktion danach so stark: Erst checkte er 54 Punkte zum 7:6, dann folgte der Moment des Tages.

Woodhouse wartete, Clemens stand bei 170. Triple 20. Triple 20. Bullseye. Der Big Fish zum Titel.

Nach dem Finale war dem Deutschen die Erleichterung deutlich anzumerken. „Ich habe so viele Finals verloren, aber ich bin sehr glücklich. Mir fehlen die Worte“, sagte der 42-Jährige laut Sky nach seinem ersten PDC-Titel.

Gerade deshalb wirkte der 170er wie mehr als nur ein starkes Finish. Es war der Schlusspunkt unter eine lange offene Rechnung. Der Saarländer hätte diesen Titel irgendwie über die Linie bringen können. Stattdessen machte er ihn mit dem höchsten Checkout im Spiel perfekt.

Auch der Blick nach vorne klang nach Befreiung. „Von hier aus hoffe ich, dass es besser weitergeht“, erklärte er laut Sky Sports. „Heute ist mein Tag. Ich bin sehr stolz.“

Das durfte er auch sein. Denn dieser Erfolg kommt nicht aus dem Nichts, aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Clemens hatte zuletzt bereits wieder bessere Ansätze gezeigt, unter anderem mit dem Viertelfinale bei Players Championship 22. In Leicester wurde daraus nun der komplette Lauf.

Für den deutschen Dartsport ist der Sieg ebenfalls ein Ausrufezeichen. Martin Schindler hat sich in der erweiterten Weltspitze stabilisiert, Niko Springer drängt weiter nach oben – und nun meldet sich auch Gabriel Clemens mit einem Titel zurück, der weit über einen normalen Floor-Erfolg hinausgeht.

Der German Giant hat nicht nur ein Turnier gewonnen. Er hat eine offene Rechnung geschlossen. Und manchmal reichen dafür genau drei perfekte Darts: Triple 20, Triple 20, Bullseye.

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