Dave Chisnalls lange Serie beim World Matchplay steht vor dem bitteren Ende. Der Engländer verlor bei Players Championship 24 in Leicester in der Runde der letzten 64 mit 2:6 gegen Scott Williams – und verpasste damit wohl die letzte Chance, sich noch in Richtung Blackpool zu retten. Während „Chizzy“ früh ausschied, zog Damon Heta im direkten Rennen um die ProTour-Qualifikation weiter. Damit dürfte eine der konstantesten Matchplay-Serien der vergangenen Jahre reißen.
Dave Chisnall hatte seit 2011 jede Ausgabe des World Matchplay erreicht. 15 Teilnahmen in Serie, 15 Sommer mit Blackpool, 15 Mal Winter Gardens. Genau diese Konstanz machte seine Lage vor dem Leicester-Doppelpack so besonders: Es ging nicht nur um ein weiteres Major-Ticket, sondern um eine Serie, die über eineinhalb Jahrzehnte zum festen Bestandteil seiner Karriere geworden war.
Chisnall verliert gegen Williams – Heta zieht weiter
Sportlich war das Aus gegen Williams kein kompletter Leistungseinbruch, aber es war genau die Art Niederlage, die in einem engen Qualifikationsrennen besonders weh tut. Chisnall spielte einen 95,21er-Average, Williams lag mit 93,80 sogar leicht darunter. Doch der Score erzählte eine andere Geschichte: Williams gewann die wichtigen Legs, setzte sich mit 6:2 durch und beendete Chisnalls letzten Angriff auf die World-Matchplay-Plätze früh.
Besonders bitter wurde der Nachmittag durch den Blick auf Damon Heta. Der Australier gewann in der Runde der letzten 64 mit 6:3 gegen Jimmy van Schie und spielte dabei einen 95,80er-Average. Genau Heta war vor dem Leicester-Doppelpack einer der entscheidenden Namen im Rennen um die letzten ProTour-Plätze für Blackpool. Während Chisnall keine weiteren Legs mehr sammeln konnte, blieb Heta im Turnier – und verschärfte damit die Rechnung endgültig gegen den Engländer.
Vor den beiden Players-Championship-Turnieren in Leicester war die Ausgangslage bereits angespannt. Die PDC führte ihn im Rennen um die ProTour-Qualifikation als Verfolger, während Heta auf einem der letzten vorläufigen Matchplay-Plätze stand. Zugleich verwies die PDC darauf, dass Chisnalls Serie an aufeinanderfolgenden World-Matchplay-Teilnahmen bei 15 steht. Genau diese Serie dürfte nach PC24 nun ihr jähes Ende nehmen.
Dabei hatte er am Vortag bei Players Championship 23 noch einmal Hoffnung geweckt. Mit einem Lauf bis ins Halbfinale kämpfte er sich zumindest zurück in die Diskussion. Doch im entscheidenden Moment von PC24 fehlte der nächste Schritt. Ein frühes Aus in Runde zwei war in dieser Konstellation zu wenig, vor allem weil die direkte Konkurrenz nicht gleichzeitig stolperte.
Für ihn ist das ein schwerer sportlicher Einschnitt. Der 45-Jährige gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Namen auf der ProTour, hat immer wieder Titel gesammelt und war bei großen Turnieren nahezu dauerhaft präsent. Doch gerade im Matchplay-Rennen zeigte sich 2026, wie brutal die aktuellen Ranglistenmechanismen sein können: Wer nicht über die Top 16 der Main Order of Merit gesetzt ist, muss über die ProTour Order liefern – und dort zählt jeder tiefe Run.
Genau daran scheiterte er am Ende. Einzelne gute Leistungen, enge Matches und ein später Leicester-Anlauf reichten nicht mehr, um die Lücke rechtzeitig zu schließen. Das 2:6 gegen Williams wird damit wohl nicht nur als normales ProTour-Aus in der Ergebnisliste stehen, sondern als der Moment, in dem seine Blackpool-Serie endgültig kippte.
Für das World Matchplay bedeutet das eine spürbare Zäsur. Ein Turnier ohne Dave Chisnall war seit 2010 kaum vorstellbar. Nun dürfte genau dieses Szenario eintreten. Aus einer langen Selbstverständlichkeit wird ein Bruch – und aus PC24 in Leicester der bittere Schlusspunkt unter 15 Jahre World-Matchplay-Konstanz.









