Beau Greaves: Trotz 102,96er-Average frühes Aus gegen Bunting

Beau Greaves hat bei Players Championship 23 in Leicester erneut starke Zahlen geliefert – und musste trotzdem früh die Segel streichen. Die Engländerin spielte in ihrem Erstrundenmatch gegen Stephen Bunting einen 102,96er-Average, verlor das Topduell des Auftakts aber mit 3:6. Für die 22-Jährige war es damit ein bitterer ProTour-Tag: statistisch auffällig, sportlich aber ohne zählbaren Ertrag.

Schon die Auslosung hatte das Match zu einem der Hingucker der ersten Runde gemacht. Bunting gegen Greaves – das war kein normales Board-15-Duell irgendwo im Floor-Gewusel, sondern eines dieser Spiele, bei denen man schon vor dem ersten Dart genauer hinschaut. Auf der einen Seite Stephen Bunting, etablierter Topspieler und einer der konstantesten Scorer der letzten Monate. Auf der anderen Seite Beau Greaves, die 2026 längst bewiesen hat, dass sie auf der PDC Pro Tour nicht nur mitspielt, sondern auch Turniere prägen kann.

Starke Zahl, falsches Ergebnis

Der 102,96er-Average zeigt, wie hoch das Niveau von ihr auch an einem kurzen Arbeitstag sein kann. Normalerweise reicht eine solche Zahl in einem Players-Championship-Auftaktmatch häufig aus, um sich zumindest in die zweite Runde zu spielen. Gegen Bunting war das anders. „The Bullet“ nutzte die entscheidenden Momente besser und brachte das Match mit 6:3 über die Linie.

Gerade darin liegt die eigentliche Geschichte dieses Spiels. Sie war nicht weit weg, nicht überfordert und schon gar nicht chancenlos. Aber auf dem Floor zählt am Ende nicht, wer den schöneren statistischen Wert in die Ergebnisliste schreibt, sondern wer sechs Legs gewinnt. Bunting erledigte genau das – und machte aus einem hochklassigen Erstrundenlos ein frühes Aus für „Beau ’n‘ Arrow“.

Dass Greaves trotz Niederlage wieder in den Tagesstatistiken auftauchte, unterstreicht ihre aktuelle Rolle auf der Pro Tour. Ihr 102,96er-Average landete unter den besten Werten von Players Championship 23. Nur Kim Huybrechts, Tom Sykes, Cristo Reyes, Tom Bissell, Rob Cross und Chris Dobey lagen in der Average-Liste vor ihr. Selbst spätere Turniergeschichten wie der Finaleinzug von Reyes oder der Titelgewinn von Cameron Menzies änderten nichts daran: Sie gehörte auch an diesem Tag wieder zu den auffälligsten Scorerinnen des Feldes.

Für die reine Ergebniszeile bleibt trotzdem nur das Erstrunden-Aus. Und genau das macht den Auftritt so ambivalent. Greaves lieferte eine Zahl, die ihre Qualität bestätigt, aber keinen Lauf, der im Turnierbaum sichtbar wird. Solche Tage gehören auf der Pro Tour dazu – gerade bei einem Format, in dem ein schweres Auftaktlos den kompletten Turniertag nach wenigen Minuten beenden kann.

Ein Rückschritt ist dieses Ergebnis deshalb kaum. Greaves hat in diesem Jahr bereits Geschichte geschrieben, als sie bei Players Championship 11 als erste Frau einen PDC-Rankingtitel gewann. Seitdem wird jeder ihrer Auftritte auf dem Floor anders gelesen: nicht mehr als Außenseitergeschichte, sondern als Gradmesser dafür, wie stabil sie sich dauerhaft in diesem Umfeld behauptet.

Das 3:6 gegen Bunting liefert darauf eine paradoxe Antwort. Ergebnis enttäuschend, Leistung stark. Greaves scheidet früh aus, spielt aber erneut einen Average, der in jedes ProTour-Spitzenfeld passt. Genau deshalb bleibt der Eindruck hängen: Auch wenn Players Championship 23 für sie schnell vorbei war, war die Engländerin statistisch wieder mittendrin.

Bereits am heutigen Dienstag (07.07.) ist Greaves wieder gefordert: Bei Players Championship 24 steht „Beau ’n’ Arrow“ erneut im Feldn– die nächste direkte Chance, ihre starken Zahlen vom Vortag auch in ein Ergebnis umzumünzen.

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