Dave Chisnall im Blackpool-Rennen: PC23-Lauf bringt Hoffnung

Dave Chisnall hat bei Players Championship 23 in Leicester genau den Lauf hingelegt, den er im Rennen um das World Matchplay dringend brauchte. Der Engländer erreichte das Halbfinale, sammelte wichtiges Pro-Tour-Preisgeld und machte die Ausgangslage vor dem letzten Turnier vor dem Cut-off wieder deutlich spannender.

Vor dem Doppelblock in Leicester stand er unter Druck. Im World-Matchplay-Race lag „Chizzy“ hinter den letzten provisorischen Qualifikationsplätzen und musste bei PC23 und PC24 liefern. Nach seinem Halbfinale sieht die Lage besser aus – entschieden ist aber noch nichts.

Nach Players Championship 23 steht der 45-Jährige im relevanten Bereich des Rennens bei £82.500. Direkt vor ihm liegen Damon Heta mit £83.250 und Daryl Gurney mit £83.000. Der Abstand ist damit klein, aber wichtig: Ihm fehlen aktuell £750 auf Heta und £500 auf Gurney.

Chisnall überlebt Auftaktkrimi und sammelt wichtige Pfund

Der Lauf begann dabei fast mit dem frühen Aus. In der ersten Runde musste der aus aus St. Helens stammende Spieler gegen Tom Bissell über die volle Distanz und rettete sich erst im Decider mit 6:5. Bissell spielte dabei mit 104,57 Punkten den deutlich höheren Average, Er lag bei 97,97. Doch der Engländer fand einen Weg durch dieses Match – und genau dieser Sieg wurde im Nachhinein zum Wendepunkt seines Tages.

Danach steigerte er sich Schritt für Schritt. Er schlug Niall Culleton, setzte sich anschließend mit 6:4 gegen Stephen Bunting durch und bezwang in der Runde der letzten 16 auch Ryan Searle mit 6:4. Bemerkenswert: Auch gegen Searle hatte die aktuelle Nummer 28 der Welt nicht den höheren Average auf seiner Seite. Searle kam auf 99,85, Er auf 94,58 – weiter kam trotzdem der 45-Jährige.

Im Viertelfinale folgte ein 6:3 gegen Christian Kist. Damit stand er im Halbfinale und hatte im Blackpool-Rennen genau das erreicht, was vor dem Turnier nötig war: einen tiefen Lauf, der die eigene Position wieder schärft und den Druck auf die direkten Konkurrenten erhöht.

Im Halbfinale endete sein Tag gegen den späteren Turniersieger Cameron Menzies. Dave Chisnall verlor mit 5:7, obwohl er mit 98,23 Punkten den besseren Average spielte als Menzies mit 94,55. Sportlich war das bitter, für das World-Matchplay-Race aber trotzdem wertvoll: Aus einem Beinahe-Aus in Runde eins wurde ein Halbfinale mit spürbarer Wirkung.

Genau deshalb wiegt der Blackpool-Kampf für Chisnall so schwer: Der Engländer hat laut PDC die letzten 15 Ausgaben des World Matchplay nicht verpasst. Scheitert er diesmal am Cut-off, würde eine der längsten laufenden Matchplay-Serien im aktuellen PDC-Feld reißen.

Der Blick auf PC24 macht die Rechnung nun klar. Kommen Heta, Gurney und Chisnall gleich weit, bleibt Chisnall hinter beiden. Er muss am letzten Tag also im Idealfall mindestens eine Runde weiter kommen als seine direkten Konkurrenten. Gegen Gurney reicht schon ein kleiner Vorteil fast immer aus, gegen Heta kann es bei bestimmten Konstellationen sogar auf einen Gleichstand hinauslaufen.

Ein Beispiel zeigt, wie eng das Rennen ist: Scheiden Heta und Gurney in Runde eins aus und erreicht Chisnall mindestens die Last 64, wäre er an beiden vorbei. Kommt Heta jedoch ebenfalls in die Last 64 und der Engländer nur eine Runde weiter in die Last 32, könnte es zwischen Heta und Chisnall punktgleich werden. Bei Punktgleichheit entscheidet nicht automatisch der aktuelle Tabellenplatz, sondern der Countback.

Für Chisnall geht es in Leicester deshalb um mehr als nur ein weiteres gutes Pro-Tour-Ergebnis. Das World Matchplay gehört zu den wichtigsten Majors im PDC-Kalender – und für ihn ist Blackpool seit Jahren fester Bestandteil seiner Saison. Nach 15 Teilnahmen in Serie wäre ein Aus vor dem Cut-off ein spürbarer Bruch.

Nach PC23 ist die Hoffnung aber wieder da. Chisnall hat keinen Titel gewonnen, aber er hat Luft gewonnen. Er überstand einen wackligen Auftakt, schlug mehrere gefährliche Gegner und zwang den späteren Turniersieger im Halbfinale trotz besserem Average fast in den Decider. Jetzt muss PC24 zeigen, ob aus diesem Signal auch das endgültige Blackpool-Ticket wird.

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