Michael Smith zieht die Reißleine. Der frühere Weltmeister wird vorerst keine Turniere spielen und nimmt sich eine Auszeit vom Dartsport. Nach schwierigen Wochen, körperlichen Problemen und dem nächsten Rückschlag auf der ProTour will „Bully Boy“ nun Abstand gewinnen, seinen Körper ernst nehmen und erst zurückkehren, wenn er sich wirklich bereit fühlt.
Der unmittelbare sportliche Tiefpunkt kam bei Players Championship 24 in Leicester. Der 35-Jährige unterlag Rhys Griffin deutlich mit 0:6. Für einen Spieler, der über Jahre zu den konstantesten Namen auf der PDC-Tour gehörte, war es nicht nur ein weiteres frühes Aus. Es war offenbar der Moment, an dem Michael Smith merkte, dass es so nicht weitergeht.
Smith hört auf seinen Körper – und sagt Leverkusen ab
Der Engländer kämpft seit längerer Zeit mit körperlichen Problemen. Vor allem seine Arthritis und geschwollene Knöchel machen ihm zu schaffen. Zuletzt hatte er nach eigenen Angaben fünf Wochen lang keinen Dart angefasst, kehrte nach Injektionen aber trotzdem wieder zurück – zu früh, wie er nun selbst einräumt.
In einem Statement in der The Sun wurde er deutlich: „Aber dieser Sport bringt mich dazu, dumme Dinge zu tun, weil ich ihn so sehr liebe. Ich muss diese bittere Pille jetzt schlucken, zurück ans Practice Board, mich auf mich selbst konzentrieren und erst dann zurückkommen, wenn ich das Gefühl habe, bereit zu sein.“
Damit ist auch klar: Smith wird die nächsten Aufgaben auf der PDC-Tour verpassen. Der Engländer bestätigte selbst, dass er die anstehenden European-Tour-Qualifier nicht spielen wird. „Ich werde die Qualifier morgen nicht spielen und auch am Wochenende nicht in Leverkusen dabei sein“, erklärte Smith.
Für die European Darts Open ist das ein prominenter Ausfall. Das Turnier in Leverkusen am kommenden Wochende ist für viele Spieler ein wichtiger Baustein im European-Tour-Kalender, für Smith wäre es zugleich eine Gelegenheit gewesen, wieder Rhythmus und Selbstvertrauen zu sammeln. Stattdessen entscheidet sich der frühere Weltmeister nun bewusst gegen den schnellen Neustart.
Ein wichtiger Aspekt ist dabei seine Familie. Smith machte deutlich, dass er die kommenden Wochen nicht nur zur körperlichen Erholung nutzen will. „Meine Kinder haben ab Freitag acht Wochen frei, und ich plane, viel Zeit mit ihnen zu verbringen“, sagte er.
Gerade dieser Satz zeigt, dass es bei ihm nicht nur um eine sportliche Pause geht. Der Druck, die Erwartungen und der eigene Stolz haben ihn offenbar immer wieder dazu gebracht, trotz Schmerzen weiterzuspielen. Nun will er den Kreislauf unterbrechen. Der Engländer möchte nach eigener Aussage wieder Glück und Selbstvertrauen zurückgewinnen – und gleichzeitig viel trainieren, aber ohne den Zwang, sofort wieder auf die Bühne zurückzumüssen.
Für die PDC ist seine Pause ein weiterer Hinweis darauf, wie hart der Tour-Alltag geworden ist. Players Championships, European-Tour-Qualifier, TV-Turniere und Reisen lassen kaum Luft, wenn der Körper nicht mitspielt. Er hat nun entschieden, nicht noch einmal über den Schmerz hinwegzugehen.
Wann der frühere Weltmeister zurückkehrt, bleibt offen. Klar ist nur: „Bully Boy“ will diesmal nicht einfach weitermachen. Er will erst wieder ans Oche, wenn Körper, Kopf und Selbstvertrauen wieder zusammenpassen.









