Alan Soutar: Wenn Darts zur Brücke für Veteranen wird

Alan Soutar steht im Dartsport längst für mehr als Averages, Ranglisten und Preisgeld. Der Schotte verbindet seine Karriere am Oche mit Feuerwehr, Charity-Arbeit und militärischer Vergangenheit. Genau deshalb wirkt sein Engagement rund um Operation Bullseye nicht wie ein gewöhnlicher Charity-Auftritt, sondern wie ein Thema, das ihn persönlich trifft.

Die Veranstaltung bringt Darts und Militärgemeinschaft zusammen. Bei Operation Bullseye II in Aylesbury standen am 2. Juli prominente Namen aus dem Dartsport gemeinsam mit Soldaten, Veteranen und Vertretern der Streitkräfte auf der Bühne. Darts World hatte im Vorfeld unter anderem ein Feld mit 16 bekannten Darts-Persönlichkeiten und 16 Vertretern aus Army, Navy und Air Force beschrieben. Soutar selbst war im Draw an der Seite von Commander Whittles vorgesehen.

Der sportliche Ausgang ist bei einem Abend wie diesem fast nebensächlich. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung für militärische Wohltätigkeitsorganisationen, besonders für Healing Military Minds. Genau dort setzt Soutars Botschaft an. Der frühere Soldat weiß, dass es bei Einsätzen nicht nur um Uniformen, Dienstgrade oder Schlagworte geht, sondern um Menschen, Familien und Erlebnisse, die viele Außenstehende kaum greifen können.

Veteranen, Verlust und die besondere Dartsfamilie

„Ich denke, es ist so: Wenn du es weißt, dann weißt du es. Und für die, die es nicht wissen, ist es vielleicht besser, dass sie es nicht wissen“, sagte Soutar über die Erfahrungen von Soldaten und Veteranen.

Damit beschreibt der Schotte jene Belastungen, die nach außen oft unsichtbar bleiben. Wer mehrere Einsätze erlebt, wer Freunde, Kameraden oder Familienangehörige verloren hat, trägt Erfahrungen mit sich, die sich nicht einfach erklären lassen. Soots sprach dabei nicht nur über Soldaten selbst. Auch Partner, Kinder, Freunde und Angehörige seien von den Folgen militärischer Einsätze betroffen.

Für Soutar ist das einer der Gründe, warum Operation Bullseye mehr ist als ein netter Charity-Abend mit bekannten Gesichtern. Der Dartsport bietet eine Bühne, aber die Botschaft geht weit über den Sport hinaus: Es geht um Aufmerksamkeit, Unterstützung und darum, Menschen nicht allein zu lassen.

„Sie stehen bereit, uns zu schützen, und gehen in andere Länder, um unser Land zu verteidigen, damit wir so leben können, wie wir es derzeit tun“, erklärte Soutar. „Dann etwas zurückgeben zu können und ein wenig Verständnis zu zeigen für das, was sie möglicherweise durchmachen, ist für sie enorm wichtig.“

Der Dartspieler hofft, dass mit dem Event nicht nur Geld gesammelt wird, sondern auch Bewusstsein entsteht. Selbst wenn zunächst nur einzelne Soldaten oder Veteranen unterstützt werden könnten, könne daraus mehr wachsen. Entscheidend sei, überhaupt Hilfe anzustoßen und das Thema sichtbar zu machen.

Interessant ist dabei auch der Blick auf den Dartsport selbst. Soutar griff den oft verwendeten Begriff der „Dartsfamilie“ auf und stellte ihn in einen größeren Zusammenhang.

„Alle reden immer von der Dartsfamilie, und das ist vielleicht das beste Beispiel dafür“, sagte der Schotte. „Wenn wir gemeinsam auf Tour sind, ist jeder mit jedem befreundet. Es gibt keine Probleme, es passieren vor allem schöne Dinge und alle gehen gut miteinander um.“

Gleichzeitig machte er klar, dass die Verbindung innerhalb der Militärgemeinschaft noch einmal eine andere Tiefe habe. Auf der Tour reisen Spieler viel, verbringen Zeit miteinander und entwickeln über Jahre enge Bindungen. Doch wer monatelang im Einsatz ist, auf U-Booten dient oder über lange Zeit von der Familie getrennt lebt, erlebt Zusammenhalt auf einer anderen Ebene.

Genau deshalb passt Operation Bullseye so gut zum Dartsport. Die Bühne ist nahbar, emotional und laut genug, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dahinter steht aber ein ernstes Anliegen: Respekt für Menschen, die selbst viel gegeben haben, und Unterstützung für jene, die nach ihrer Dienstzeit nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können.

Für Alan Soutar ist dieser Abend deshalb kein Seitenprojekt, sondern ein Stück Verantwortung. Er sieht im Darts eine Plattform, die Menschen verbinden und Themen sichtbar machen kann, die im Alltag zu häufig untergehen. Besonders wichtig ist ihm dabei die Arbeit der Defence Darts Community und der Menschen, die solche Veranstaltungen möglich machen.

„Das Familiengefühl und die Art, wie diesen Menschen geholfen wird, ein Teil davon zu bleiben, schätze ich enorm“, sagte Soutar und fügte abschließend hinzu: „Was Zara und das gesamte Team leisten, erhält wahrscheinlich nicht die Anerkennung, die all ihren Erfolgen gerecht wird.“

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