Niko Springer nimmt trotz Littler-Niederlage viel Positives mit

Niko Springer hat bei seinem Debüt beim World Matchplay in Blackpool trotz der 6:10-Niederlage gegen Luke Littler überzeugt. Der Deutsche hielt die Begegnung lange offen und nahm aus seinem ersten Auftritt im Empress Ballroom vor allem positive Erkenntnisse mit.

Nach einem 0:2-Rückstand fand Niko Springer schnell in das Match. Ein 73er-Checkout brachte ihm sein erstes Leg auf der Matchplay-Bühne und zugleich das Break. Wenig später führte der „Meenzer Bub“ mit 3:2. Auch Littlers anschließende Serie stoppte ihn zunächst nicht: Mit Checkouts von 114 und 100 Punkten glich Springer vor der zweiten Pause zum 5:5 aus.

Im anschließenden DAZN-Interview bewertete der 26-Jährige seine Leistung entsprechend positiv. Sein Vorhaben sei gewesen, den Titelverteidiger möglichst lange zu fordern und die Partie offen zu gestalten. „Mir ist es gelungen, die Partie lange offen zu halten. Ich kann mir nichts vorwerfen und bin zufrieden mit meiner Leistung.“

Besonders der Verlauf bis zur zweiten Unterbrechung habe Springer gezeigt, dass er auch mit dem derzeit besten Spieler der Welt mithalten kann. Beim 5:5 war die Überraschung greifbar. „Plötzlich stand es 5:5 und da wusste ich natürlich: Jetzt ist alles drin“, sagte er im weiteren Verlauf des Interviews.

Danach erhöhteder 19-Jährige das Tempo deutlich. Drei 11-Darter innerhalb von vier Legs brachten den Weltranglistenersten auf die Siegerstraße. Insgesamt gewann der Engländer fünf der letzten sechs Legs und beendete die Begegnung mit einem Average von 109,53 Punkten sowie sieben 180ern.

Der „Meenzer Bub“ kam auf 97,65 Punkte im Schnitt und verwandelte die Hälfte seiner Doppelversuche. Rückblickend räumte er ein, dass sein Scoring nach dem Ausgleich etwas nachgelassen habe. Gleichzeitig habe Littler noch einmal einen Gang hochgeschaltet.

Blackpool-Debüt gibt Springer Selbstvertrauen

Der 26-Jährige konzentrierte sich während „The Nuke“ starker Schlussphase bewusst auf sein eigenes Spiel. Die zahlreichen hohen Aufnahmen und schnellen Legs seines Gegners nahm er deshalb weniger deutlich wahr als die Zuschauer. Sich mit Littlers Statistiken zu beschäftigen, hätte ihm während der Partie nicht geholfen.

Noch wichtiger war für ihn die mentale Seite seines Debüts. Vor dem Spiel sei er deutlich angespannter gewesen als vor einer Begegnung auf der European Tour. Anders als bei seinen bisherigen Auftritten bei der Weltmeisterschaft gelang es ihm diesmal jedoch, die besondere Kulisse anzunehmen.

Die Atmosphäre in den Winter Gardens habe ihn zusätzlich getragen. Dass ihm ausgerechnet gegen den aktuellen Weltmeister ein überzeugender Auftritt gelang, machte den Abend für ihn besonders wertvoll. „Ich habe einfach versucht, den Moment zu genießen.“

Damit endete Springers erstes World Matchplay zwar bereits in der Auftaktrunde, sein Auftritt dürfte ihm dennoch zusätzliches Selbstvertrauen geben. Er zeigte, dass er auch auf einer der größten Bühnen des Dartsports konkurrenzfähig ist und einen außergewöhnlich starken Gegner über weite Strecken fordern kann.

Nach der Rückreise möchte Springer ungefähr eine Woche zu Hause verbringen. Anschließend geht es für ihn auf der Pro Tour weiter. Den Überraschungssieg nahm er aus Blackpool nicht mit – dafür aber die Gewissheit, seinem nächsten Auftritt bei einem großen PDC-Turnier mit guten Gründen positiv entgegenblicken zu können.

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