Chris Dobey vor World Matchplay: Titelhoffnung in Blackpool

Chris Dobey geht mit einer Mischung aus Heimatstolz, Wettkampfrhythmus und vorsichtigem Selbstvertrauen in die heiße Phase vor dem World Matchplay. Der Engländer hat vor dem Major in Blackpool nicht nur die eigenen Darts im Blick, sondern auch einen Fußballer aus seiner Region: Dan Burn.

Der Newcastle-Verteidiger sorgte zuletzt im englischen Nationalteam für Gesprächsstoff – und „Hollywood“ macht keinen Hehl daraus, dass ihn die Auftritte des Abwehrspielers inspirieren. Gegenüber Oche180 sprach der 36-Jährige aus Bedlington mit sichtbarem Stolz über Burn, der für ihn mehr ist als nur ein Nationalspieler in guter Form.

„Er ist ein großartiger Kerl“, sagte Chris Dobey über Burn und fügte hinzu:. „Als Geordie aus dem Nordosten freut man sich natürlich besonders für ihn. Wir sehen Woche für Woche, was er auf dem Fußballplatz leistet. Es ist großartig, dass er in dieser Phase seiner Karriere noch die Chance in der englischen Nationalmannschaft bekommt.“

Der Fußball-Haken passt bei ihm auch deshalb, weil der frühere Masters-Champion selbst stark mit dem Nordosten Englands verbunden ist. Zu „Hey Jude“ läuft er auf die Bühne, Newcastle United verfolgt er leidenschaftlich – und Burn steht für genau jene regionale Energie, die er nun auch ans Oche mitnehmen will.

Besonders beeindruckt zeigte sich er von Burns Auftritten für England. Sollte es im Viertelfinale zum Duell mit Norwegen kommen, würde er den Newcastle-Verteidiger gerne gegen Erling Haaland sehen. Burn habe sich diese Bühne verdient, erklärte Dobey: „In jedem Spiel, das ich von ihm für England gesehen habe, war er überragend. Ich hoffe, dass er starten darf, gegen Haaland spielt und ihn aus dem Spiel nimmt.“

Leicester als Formcheck vor Blackpool

Ganz vom Fußball treiben lassen konnte sich Dobey allerdings nicht. Während England für Gesprächsstoff sorgte, stand für die aktuelle Nummer 13 der Welt in Leicester die Players Championship auf dem Programm. Der Fan-Modus musste also rechtzeitig wieder ausgeschaltet werden – auch wenn das nicht ganz ohne Nebenwirkungen gelang.

„Ich bin vor dem Brasilien-Spiel schlafen gegangen und habe gehofft, rechtzeitig zum England-Spiel wach zu werden“, erklärte „Hollywood“. „Ich bin dann nach 20 Minuten aufgewacht und habe die beiden englischen Tore gesehen. Zur Halbzeit bin ich wieder eingeschlafen und wurde wach, als Harry Kane sein Tor gefeiert hat.“ Am Ende setzte sich dann doch der Profi in ihm durch: „Irgendwann bin ich einfach schlafen gegangen. Ich musste fokussiert bleiben und mich auch auf mein eigenes Match vorbereiten.“

In Leicester blieb Dobey anschließend nicht hängen, setzte aber auch kein Ausrufezeichen über den kompletten Doppelspieltag. Bei Players Championship 23 war für ihn in der Runde der letzten 32 nach einem 3:6 gegen Kim Huybrechts Schluss. Einen Tag später steigerte sich der Engländer und spielte sich bei Players Championship 24 bis ins Viertelfinale, verlor dort jedoch knapp mit 5:6 gegen Brendan Dolan.

Für den Blick Richtung Blackpool ist das trotzdem kein schlechtes Zeichen. Dobey war unmittelbar vor dem World Matchplay im Wettkampfrhythmus, gewann mehrere Partien und zeigte zumindest am zweiten Leicester-Tag wieder die Nähe zu den späten Runden. Genau dort will er beim World Matchplay ansetzen.

Das Turnier in den Winter Gardens beginnt am 18. Juli und gehört zu den wichtigsten Stationen des Darts-Kalenders. Für Dobey wäre ein tiefer Lauf in Blackpool mehr als nur ein weiterer guter TV-Auftritt. Nach seinem Masters-Titel wartet er auf den nächsten großen Moment auf der Major-Bühne.

Sein eigenes Spiel sieht Dobey vor dem World Matchplay jedenfalls auf einem guten Weg. „Ich bin mit meinem gesamten Spiel zufrieden“, sagte er. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Sieg kommt – und mit etwas Glück kann es ja der große in Blackpool werden.“

Damit bekommt der Artikel seinen eigentlichen Kern: Dan Burn liefert Dobey den emotionalen Schub aus der Heimat, Leicester den sportlichen Formcheck – und Blackpool die Bühne, auf der aus Titelhoffnung ein echter Major-Lauf werden soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert