Stephen Bunting hat am ersten Abend des World Matchplay 2026 einen außergewöhnlichen Krimi gewonnen. Nach 25 Legs setzte er sich mit 13:12 gegen Niels Zonneveld durch – im letztmöglichen Sudden-Death-Leg. Zonneveld hatte zuvor 164 Punkte über das Bullseye gelöscht und dreimal nur noch ein Leg zum Sieg benötigt. Titelverteidiger Luke Littler startete mit einem 10:6 gegen Niko Springer. Josh Rock und Nathan Aspinall komplettierten die vier Sieger des Auftaktabends.
Bunting übersteht 25 Legs und Zonnevelds 164er-Finish
Bunting führte schnell mit 2:0 und setzte sich später auf 8:5 ab. Selbst ein Bouncer im zehnten Leg brachte ihn nicht aus dem Rhythmus: Obwohl ein Dart aus dem Board fiel und nicht zählte, gewann er den Durchgang zur 6:4-Führung.
Die Partie kippte in Zonnevelds stärkster Phase. Der Niederländer verkürzte auf 7:8 und löschte anschließend 164 Punkte über das Bullseye zum Ausgleich. Mit seinem dritten Leggewinn in Folge ging er erstmals in Führung. Danach konnte sich keiner der beiden Profis mehr absetzen.
Begleitet wurde Zonnevelds Aufholjagd von Pfiffen aus dem Publikum. Der Niederländer wandte sich an den Caller, der die Zuschauer anschließend dazu aufforderte, die Störungen zu unterlassen.
Zonneveld legte zum 9:8, 10:9 und 11:10 vor. Bunting antwortete mit einem 118er-Finish zum 10:10. Nach dem 11:11 gewann Zonneveld auch das 23. Leg und war beim 12:11 erneut nur noch einen Durchgang vom Sieg entfernt. Bunting hielt jedoch seinen Anwurf und erzwang das 12:12.
Mehr als 70 Minuten lang bewegte sich die Begegnung zwischen einem frühen Vorteil für Bunting und Zonnevelds wiederholten Führungen in der Schlussphase. Allein die letzten zehn Legs dauerten länger als manches komplette Erstrundenmatch. Der Verlauf machte deutlich, warum beim World Matchplay der Vorsprung von zwei Legs verlangt wird.
Damit musste das letzte mögliche Sudden-Death-Leg entscheiden. Beim World Matchplay folgt es, wenn nach der regulären Distanz und maximal sechs zusätzlichen Legs noch kein Sieger mit zwei Legs Vorsprung feststeht. Zonneveld durfte beginnen, doch Bunting gelang im 25. Leg das entscheidende Break zum 13:12.
Bunting spielte 94,49 Punkte im Average, Zonneveld 91,29. Beide warfen fünf 180er und jeweils zwei dreistellige Checkouts. Auf den Doppeln traf Bunting 13 von 36 Versuchen, Zonneveld 12 von 43. In der zweiten Runde trifft Bunting auf Josh Rock.
Springer fordert Littler bis zum 5:5
Luke Littler ging gegen Niko Springer mit 2:0 in Führung. Der deutsche Debütant gewann daraufhin drei Legs nacheinander und drehte den Spielstand auf 3:2. Der Titelverteidiger antwortete ebenfalls mit drei Leggewinnen und setzte sich auf 5:3 ab.
Springer konterte mit einem 114er-Highfinish zum 4:5 und löschte anschließend 100 Punkte zum Ausgleich. Damit hatte der 26-Jährige zwei dreistellige Checkouts gespielt und fünf seiner ersten zehn Doppelversuche getroffen.
Nach dem Ausgleich erhöhte Littler das Tempo, gewann fünf der letzten sechs Legs und vollendete das 10:6. Der Weltranglistenerste erzielte sieben 180er, spielte einen Average von 109,53 Punkten und traf zehn seiner 23 Doppelversuche. Springer kam auf 97,65 Punkte, zwei Maxima und eine Doppelquote von 50 Prozent.
Littler holte sich nach dem 5:5 zunächst drei Legs nacheinander. Springer verkürzte noch einmal auf 6:8, ehe der Engländer die letzten beiden Durchgänge gewann. Gerade in dieser Phase sorgten Littlers sieben Maxima und das konstant hohe Scoring dafür, dass der Deutsche kaum noch Chancen auf einen weiteren Checkout erhielt.
Das Resultat fiel deutlicher aus, als es der lange offene Verlauf vermuten ließ. Springer forderte den Favoriten bis zum 5:5 und nutzte seine Chancen auf den Doppeln konsequent. Das Erstrundenpreisgeld von 12.500 Pfund dürfte ihn in der vorläufigen Live-Weltrangliste auf Rang 39 führen. Littler trifft nun auf Nathan Aspinall.
Aspinall glänzt mit 167 – Rock bestraft Woodhouses Doppelprobleme
Nathan Aspinall setzte zum Abschluss das zweite spielerische Ausrufezeichen. „The Asp“ bezwang Joe Cullen mit 10:5 und spielte 105,32 Punkte im Average. Beim Stand von 2:2 löschte er 167 Punkte. Cullen verkürzte später von 2:6 auf 5:6, doch Aspinall gewann die letzten vier Legs und beendete das Match mit seinem neunten 180er.
Aspinall traf zehn seiner 21 Doppelversuche und erzielte zwei dreistellige Checkouts. Cullen spielte 95,79 Punkte im Average, warf sieben 180er und checkte fünf von 15 Darts auf Doppel. Das dadurch feststehende Zweitrundenduell zwischen Littler und Aspinall verspricht den nächsten Höhepunkt.
Zum Auftakt gewann Josh Rock mit 10:4 gegen Luke Woodhouse. Den Ausschlag gaben die Doppel: Rock traf zehn seiner 19 Versuche und erreichte 52,63 Prozent. Woodhouse verwandelte dagegen nur vier von 24 Chancen. Dabei warf er mit drei sogar eine 180 mehr als Rock. Die vergebenen Doppel ließen die Partie dennoch früh in Richtung des Nordiren kippen.
Auch die Averages von 90,42 und 88,83 Punkten lagen vergleichsweise nah beieinander. Woodhouse erzielte zudem acht Aufnahmen mit mindestens 140 Punkten und 17 weitere Scores oberhalb von 100. Rock benötigte deshalb vor allem seine deutlich bessere Chancenverwertung, um das Ergebnis so klar zu gestalten.
Am Sonntagnachmittag geht die erste Runde ab 14 Uhr deutscher Zeit weiter. Chris Dobey trifft auf Dirk van Duijvenbode, Gary Anderson auf Ryan Joyce, Michael van Gerwen auf Andrew Gilding und Jonny Clayton auf Damon Heta. Nach zwei Averages oberhalb von 105 Punkten und einem Sudden-Death-Krimi liegt die Messlatte bereits hoch.









