Luke Littler jagt in diesem Jahr weiter den ganz großen Major-Sweep. Doch beim World Matchplay in Blackpool könnte ausgerechnet Luke Humphries zum Spielverderber werden. Der Weltranglistenerste wird vor dem Turnier in den Winter Gardens als einer der Spieler gehandelt, die Littlers Lauf stoppen können.
Der 19-Jährige hat in dieser Saison bereits mehrere große Titel gesammelt und damit die Diskussion um einen historischen Durchmarsch angeheizt. Für den perfekten Major-Sweep müsste der er allerdings auch in Blackpool liefern und später im Jahr weitere große Turniere gewinnen. Genau dort sieht Glen Durrant eine mögliche Grenze.
Der frühere Weltmeister und heutige Sky-Sports-Experte sagte gegenüber Oche180: „Ich glaube nicht, dass er das Matchplay gewinnt. Ich habe statistisch nichts, womit ich das belegen kann. Es ist einfach ein Gefühl.“ Bemerkenswert ist diese Einschätzung vor allem deshalb, weil Durrant normalerweise fast automatisch auf die aktuelle Nummer 1 der Welt setzt.
„Ich bin jemand, der sagt: Wer gewinnt? Luke Littler“, erklärte Durrant. „Wenn Emma Paton mich bei Sky Sports nur anschaut und fragt, wer gewinnt, sage ich: Luke Littler.“ Für das World Matchplay weicht er nun aber bewusst von diesem Muster ab.
Humphries überzeugt mit Rhythmus und Entwicklung
Der Spieler, dem Durrant den Titel in Blackpool zutraut, ist Luke Humphries. Der Engländer habe zuletzt wieder den Eindruck vermittelt, dass sein Spiel in die richtige Richtung läuft. Besonders nach den Eindrücken aus New York sieht Durrant den Weltranglistenersten wieder stärker auf Kurs.
„Ich mag im Moment, wie Luke Humphries aussieht. Gerade auf Basis von New York“, sagte Durrant. Entscheidend sei für ihn vor allem die Entwicklung seit der Premier League. Dort habe die Nummer 2 der Welt zwischenzeitlich mit einem deutlich langsameren Wurf gewirkt, was Fragen aufwarf. Inzwischen sehe das wieder anders aus.
„Von dem Tag, an dem er in der Premier League mit einem viel langsameren Wurf gespielt hat, bis zu dem Punkt, an dem er heute steht – das ist ein Unterschied“, erklärte Durrant. Gerade bei Humphries sei der Rhythmus ein zentraler Faktor: „Wenn man anfängt, prozessorientiert zu werden, wenn man am Wurf herumarbeitet – bei ihm geht es komplett um Rhythmus. Seitdem ist sein Rhythmus wieder großartig.“
Für das World Matchplay ist genau dieser Punkt wichtig. In Blackpool geht es nicht nur um kurze Scoring-Ausbrüche, sondern um Stabilität über längere Distanzen. Humphries hat in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt, dass er solche Formate kontrollieren kann. „The Nuke“ bringt zwar die größere Wucht und den Hype mit, Humphries aber die Erfahrung, große Spiele über lange Strecken zu strukturieren.
Für den 19-Jährigen wäre ein Aus beim World Matchplay mehr als nur eine normale Niederlage. Es würde die Diskussion um den kompletten Major-Durchmarsch beenden und den Blick auf die nächsten Ziele verschieben. Durrant stellte deshalb auch die Frage, ob Littler danach wieder stärker den Floor und die Players Championship Finals in Minehead in den Fokus nehmen müsste.
Am Rande sprach der Sky-Experte auch über Coaching im Darts und zeigte Verständnis für Joe Cullens Skepsis. Durrant sieht seine eigene Stärke derzeit eher im Aufbau von Strukturen an der Basis als in der Arbeit mit Profis. Interessant ist dabei sein Blick auf Littler: Aus klassischer Coaching-Sicht mache der Teenager vieles anders, als man es empfehlen würde – und trotzdem funktioniert es.
Genau das macht den Reiz vor Blackpool aus. Littler spielt nach eigenen Regeln und jagt den nächsten großen Titel. Humphries kommt über Rhythmus, Kontrolle und Erfahrung. Wenn Littlers Major-Traum beim World Matchplay wirklich ins Wanken gerät, dann könnte Luke Humphries der Spieler sein, der ihn stoppt.










