European Darts Open 2026: Horvat & Schmidt weiter – Wenig scheitert in der Nachmittagssession

Die European Darts Open 2026 sind in Leverkusen mit einer Nachmittagssession gestartet, die aus deutscher Sicht einiges bot: zwei Siege, zwei Niederlagen und mehrere enge Momente. Dragutin Horvat und Jan Schmidt nutzten ihre Chance vor heimischem Publikum und zogen in die zweite Runde ein. Lukas Wenig und Jaimy van de Weerd mussten sich dagegen bereits zum Auftakt geschlagen geben.

Gerade für die Host-Nation-Spieler ist der Freitag auf der European Tour immer ein besonderer Prüfstein. Die gesetzten Spieler steigen erst am Samstag ein, die erste Runde gehört den Qualifikanten, Nachrückern und Spielern, die sich diese Bühne über andere Wege erarbeitet haben. In Leverkusen wurde daraus direkt ein deutscher Nachmittag mit gemischter Bilanz.

Den ersten deutschen Sieg des European-Darts-Open-Tages holte Horvat. Der Host-Nation-Qualifier gewann mit 6:2 gegen Mario Vandenbogaerde und löste damit sein Ticket für die zweite Runde. Es war kein Auftritt über große Zahlen: Horvat kam auf 79,52 Punkte im Schnitt. Entscheidend war aber, dass er die Partie besser kontrollierte als sein Gegner. Vandenbogaerde bekam auf den Doppeln keinen Zugriff und traf nur zwei seiner 21 Versuche. Horvat nutzte sechs von 22 Möglichkeiten und checkte im besten Fall 96 Punkte. Am Samstag wartet Luke Woodhouse.

Der wertvollere deutsche Sieg folgte im fünften Spiel der Session. Jan Schmidt rang Cameron Menzies mit 6:5 nieder und setzte damit das stärkere sportliche Zeichen. Menzies spielte mit 94,81 Punkten zwar den höheren Average, Schmidt blieb mit 89,17 Punkten aber konstant genug in Schlagdistanz. Entscheidend war, dass er den Moment im Decider bekam – und nutzte. Für Schmidt ist dieser Erfolg deutlich mehr als nur ein Erstrundensieg. Auf einer European-Tour-Bühne gegen einen Spieler wie Menzies ein enges Match zu schließen, gibt dem Auftritt Gewicht. In Runde zwei bekommt er es mit Mike De Decker zu tun.

Für Lukas Wenig lief der Nachmittag dagegen nicht in seine Richtung. Der Deutsche verlor mit 2:6 gegen Bradley Brooks. Wenig kam auf 83,71 Punkte im Schnitt und warf zwei 180er, konnte Brooks aber nicht dauerhaft in Druckphasen bringen. Der Engländer spielte 87,11 Punkte im Average, nutzte sechs seiner 15 Doppelversuche und zog verdient weiter. Am Samstag wartet Wessel Nijman auf Brooks.

Owen setzt den Maßstab, van Duijvenbode schließt sauber ab

Sportlich ragte am Nachmittag der diesjährigen European Darts Open vor allem Robert Owen heraus. Der Waliser besiegte Andrew Gilding mit 6:5 und spielte dabei einen Average von 97,89 Punkten. Noch auffälliger waren seine acht 180er, die dem Match den klarsten Scoring-Ausschlag der Session gaben. Gilding hielt mit 91,68 Punkten und starker Doppelquote dagegen, doch Owen brachte das Spiel im Decider durch. Am Samstag wartet Damon Heta.

Eröffnet hatte Ryan Joyce die Session mit einem klaren 6:1 gegen Mio Varila. Joyce spielte 85,49 Punkte im Schnitt, warf zwei 180er und ließ den Finnen kaum ins Match kommen. Varila blieb bei 72,53 Punkten und holte nur ein Leg. Joyce trifft in Runde zwei auf Stephen Bunting.

Deutlich enger wurde es beim European-Darts-Open-Debüt von Rhys Griffin. Der Waliser verlor mit 5:6 gegen Karel Sedlacek, obwohl er mit 89,04 Punkten knapp den besseren Average spielte. Sedlacek lag bei 88,84 Punkten, war auf den Doppeln aber stabiler. Der Tscheche traf sechs von 18 Versuchen, Griffin nur fünf von 24. Damit wartet am Samstag Jonny Clayton auf Sedlacek.

Mickey Mansell löste seine Aufgabe gegen Michal Šmejda deutlich. Der Nordire gewann mit 6:1, spielte 85,75 Punkte im Schnitt und ließ dem East-Europe-Qualifier kaum Raum, die Partie offen zu halten. Šmejda kam auf 78,03 Punkte und nutzte nur einen seiner sechs Doppelversuche. Mansell spielt in Runde zwei gegen Titelverteidiger Nathan Aspinall.

Den Abschluss der Nachmittagssession setzte Dirk van Duijvenbode. Der Niederländer gewann mit 6:3 gegen Jaimy van de Weerd und zeigte dabei vor allem auf den Doppeln einen starken Auftritt. Van Duijvenbode traf sechs seiner neun Versuche, spielte 89,35 Punkte im Schnitt und setzte mit einem 106er Finish den höchsten Checkout seines Matches. Van de Weerd hielt mit 87,59 Punkten ordentlich dagegen, ließ mit drei Treffern aus 13 Doppelversuchen aber zu viele Chancen liegen. Damit blieb van de Weerd als zweiter deutscher Spieler des Nachmittags in Runde eins hängen. Am Samstag wartet mit Chris Dobey ein gesetzter Spieler, der erst in der zweiten Runde ins Turnier einsteigt.

Nach acht Partien bleibt eine klare Bilanz: Horvat und Schmidt haben die heimische Bühne genutzt, Wenig und van de Weerd sind ausgeschieden. Der stärkste Auftritt gehörte Owen, der gegen Gilding das beste Niveau der Session zeigte. Van Duijvenbode beendete den Nachmittag souverän und brachte sich mit einer starken Doppelquote in den Samstag.

Am Abend geht es ab 19 Uhr mit der zweiten Hälfte der ersten Runde der European Darts Open weiter. Dann stehen weitere deutsche Starter im Fokus. Max Hopp trifft auf Rob Cross, Dominik Grüllich spielt gegen Kevin Doets. Gerade dieses Duell hat einen direkten Anschluss für den Samstag: Der Sieger trifft in Runde zwei auf Martin Schindler.

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