Die PDC Europe hat mit der Europe Start eine neue flächendeckende Turnierserie für den deutschsprachigen Raum vorgestellt. Das Format richtet sich an Spielerinnen und Spieler aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein und der Schweiz und soll den Weg vom lokalen Vereinsdarts in strukturierte Wettbewerbe deutlich verkürzen.
Der Startschuss für die erste Saison fällt am 3. August 2026. Die Idee dahinter: Wer bislang vor allem regional gespielt hat, soll künftig einen klareren Anschluss an Next Gen, Super League und perspektivisch sogar die Darts-WM erhalten. Damit wird die neue Serie nicht nur ein weiteres Turnierangebot, sondern ein zusätzlicher Unterbau für ambitionierte Spieler im DACH-Raum.
Neue Serie verbindet Vereinsdarts mit größerer Bühne
PDC Europe Start wird in acht Regionen ausgespielt. Vier Regionen liegen in Deutschland: Nord, Süd, West inklusive Luxemburg und Ost. Dazu kommen zwei Regionen in Österreich sowie zwei Regionen in der Schweiz, wobei Liechtenstein dem Schweizer Bereich zugeordnet ist.
Der Ansatz ist bewusst niedrigschwellig. Die Turniere sollen in teilnehmenden Vereinen stattfinden, mindestens einmal pro Woche pro Standort, in der Regel werktags ab 18 Uhr. Die Teilnahmegebühr liegt bei 6 Euro pro Turnier, zusätzlich ist eine Spielermitgliedschaft für 10 Euro pro Saison vorgesehen. Teilnahmeberechtigt sind Spielerinnen und Spieler mit Wohnsitz im DACH-Raum ab zwölf Jahren; für die Regional Finals gilt ein Mindestalter von 16 Jahren.
Sportlich geht es um regionale Ranglisten. Eine Saison umfasst zehn Wochen regulären Spielbetrieb, anschließend qualifizieren sich die besten 32 Spieler der jeweiligen regionalen Rangliste für die Regional Finals. Gewertet werden die besten zehn Ergebnisse. Punkte gibt es unter anderem für die Teilnahme, das Erreichen der K.o.-Runde, weitere Siege, Turniersiege sowie besondere Leistungen wie Shortlegs, Highscores oder Highfinishes.
Besonders interessant ist der Weg nach oben. Jeder Regional Champion qualifiziert sich für ein neu geschaffenes Major-Turnier, zu dem weitere Details noch folgen sollen. Außerdem werden einen Tag vor Beginn der Super League vier zusätzliche Startplätze in direkten Duellen der Regional Champions ausgespielt. Damit bekommt die Serie einen echten sportlichen Hebel: Aus lokalen Turnieren kann ein Weg in Richtung Super League und Darts-WM entstehen.
Insgesamt werden 40.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet. Hinzu kommen Startplätze, Next-Gen-Pässe und weitere sportliche Anschlussmöglichkeiten. Ab 2027 soll das Format auf drei Serien pro Jahr erweitert werden.
Profis sehen klare Perspektive für Talente
Auch mehrere Profis ordnen die neue Serie als wichtigen Baustein für die Entwicklung des Dartsports ein. Niko Springer wird in der Mitteilung von PDC Europe mit den Worten zitiert: „Sie geben Spielern eine klare Perspektive, um sich Schritt für Schritt nach oben zu arbeiten“. Damit beschreibt er genau den Kern des Formats: Wer lokal beginnt und regelmäßig Leistung zeigt, bekommt eine sichtbare Anschlussmöglichkeit.
Auch Gian van Veen hebt vor allem die Bedeutung für junge Spieler hervor. In der PDC-Europe-Meldung sagt er: „Besonders für die jüngeren Spieler sind solche Turnierserien wichtig.“ Gerade der Übergang aus dem Jugendbereich in den Erwachsenenbereich gilt im Darts als schwierige Phase. Eine regelmäßige regionale Struktur kann diesen Schritt planbarer machen.
Für die Entwicklung im deutschsprachigen Darts ist das ein relevanter Schritt. Bisher war der Sprung vom Vereinsumfeld in professionellere Turnierstrukturen oft groß. Die neue Serie soll genau diese Lücke kleiner machen: weniger Reiseaufwand, klare Ranglisten, regelmäßiger Wettbewerb und ein nachvollziehbarer Weg in größere Formate.
Auch für Vereine entsteht damit eine neue Rolle. Interessierte Standorte können sich bewerben, müssen dafür aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören mindestens vier Boards mit ausreichender Beleuchtung und Fixed Oches, eine DartConnect-Anbindung über Tablets oder Rechner, eine stabile Internetverbindung sowie ein ausgebildeter Organisator vor Ort.
Damit setzt das Projekt nicht nur auf Masse, sondern auch auf einheitlichere Rahmenbedingungen. Wer Woche für Woche unter vergleichbaren Wettkampfbedingungen spielt, sammelt nicht nur Punkte, sondern auch Erfahrung in einem System, das näher an professionellen Strukturen liegt als ein loses lokales Turnierangebot.
PDC Europe Start könnte deshalb mehr werden als eine neue Amateurserie. Das Format verbindet Vereinsnähe mit Ranglistendruck, regionaler Erreichbarkeit und echter Perspektive nach oben. Für Spieler im DACH-Raum entsteht damit ein zusätzlicher Weg, sichtbar zu werden – und für den Dartsport ein weiterer Baustein, um den Boom nicht nur auf der Bühne, sondern auch an der Basis zu verankern.










