Yorick Hofkens war der deutsche Lichtblick bei Players Championship 23 in Leicester. Während mehrere etablierte Namen früh ausschieden, spielte sich der 19-Jährige als einziger deutscher Starter bis ins Achtelfinale – und rettete damit statistisch eine ansonsten ernüchternde deutsche Bilanz auf der Pro Tour.
Der Begriff „rettet“ ist in diesem Fall nicht übertrieben, sondern ziemlich passend. Denn ohne den Lauf von „The Hotstepper“ wäre aus deutscher Sicht kaum etwas übrig geblieben. Martin Schindler, Ricardo Pietreczko und Lukas Wenig scheiterten bereits in der ersten Runde. Gabriel Clemens, Max Hopp, Arno Merk, Dominik Grüllich und Kai Gotthardt kamen nicht über die zweite Runde hinaus. Hofkens war damit der einzige deutsche Spieler, der überhaupt die Runde der letzten 16 erreichte.
Hofkens als einziger Deutscher im Achtelfinale
Seinen Players Championship-Arbeitstag begann Hofkens mit einem engen 6:5 gegen Ian White. Schon dieser Auftaktsieg war wichtig, weil White auf dem Floor weiterhin zu den unangenehmen Gegnern gehört: routiniert, erfahren, selten komplett weg vom Spiel. Der aus Goch stammende Spieler blieb im Decider stabil und verschaffte sich damit die Grundlage für den besten deutschen Lauf des Tages.
In Runde zwei wartete dann ausgerechnet ein deutsches Duell. Kai Gotthardt hatte zuvor Daryl Gurney mit 6:5 geschlagen und damit ebenfalls einen ordentlichen Start hingelegt. Gegen Hofkens war für Gotthardt beim 4:6 jedoch Schluss. Für ihn bedeutete der Erfolg den Sprung unter die letzten 32 – und spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Youngster die deutsche Bilanz an diesem Tag sichtbar aufwerten würde.
Auch danach blieb er im Turnier. Gegen Andy Boulton setzte sich der 19-Jährige erneut knapp mit 6:5 durch und zog ins Achtelfinale ein. Dort endete sein Lauf gegen Daniel Ayres, der sich mit 6:4 durchsetzte. Dennoch war Hofkens damit der beste deutsche Teilnehmer bei Players Championship 23 – nicht gefühlt, sondern ganz nüchtern über die Ergebnisliste.
Der Kontrast zur deutschen Spitze machte diesen Lauf noch auffälliger. Martin Schindler unterlag Rhys Griffin mit 4:6, Pietreczko verlor gegen Mario Vandenbogaerde ebenfalls 4:6, Wenig musste sich Luke Woodhouse mit 3:6 geschlagen geben. Auch in Runde zwei kam kein größerer Schub: Clemens verlor deutlich mit 2:6 gegen Charlie Manby, Hopp unterlag Rob Cross 4:6, Merk scheiterte mit 4:6 an Krzysztof Ratajski, Grüllich verlor knapp 5:6 gegen Jim Long.
Damit blieb Hofkens als einziger deutscher Spieler übrig, der dem Tag aus deutscher Sicht noch eine positive Note geben konnte. Gerade deshalb ist sein Achtelfinale mehr wert als nur ein ordentliches Einzelergebnis. Es verhinderte, dass Players Championship 23 für die deutschen Starter komplett unter „früh raus“ abgeheftet werden musste.
Den Titel in Leicester holte sich am Ende Cameron Menzies. Der Schotte bezwang Cristo Reyes im Finale mit 8:5 und feierte damit seinen dritten Players-Championship-Titel. Für die deutsche Geschichte des Tages war aber vor allem Hofkens verantwortlich: Der 19-Jährige hielt die Fahne hoch, als die bekannteren Namen bereits raus waren.
Für „The Hotstepper“ ist das Achtelfinale damit nicht nur ein persönlicher Achtungserfolg, sondern auch ein klares Signal: Auf dem Floor kann der Youngster an Tagen wie diesem schon jetzt zur besten deutschen Geschichte werden. Bereits am heutigen Dienstag (07.07.) geht es für ihn an gleicher Stelle weiter: Bei Players Championship 24 steht der 19-Jährige erneut in der Entry List.









