Humphries auf Littler-Jagd – Die Rangliste erzählt nicht alles

Luke Humphries hat den Blick wieder nach oben gerichtet. Der Weltranglistenzweite spielt auch 2026 eine starke Saison, führt bei den 100+-Averages und stand zuletzt in neun Finals in Serie. Trotzdem liegt zwischen ihm und Luke Littler in der PDC Order of Merit inzwischen eine deutliche Lücke.

Humphries verlor die Spitzenposition am 17. November 2025 an Littler. Seitdem führt der 19-Jährige die Rangliste an – und hat seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Der Rückstand liegt aktuell bei rund 1,731 Millionen Pfund. Ein schneller Wechsel an der Spitze ist damit kaum realistisch.

Trotzdem macht der Engländer klar: Für ihn ist die Weltrangliste nicht immer der perfekte Maßstab dafür, wer wirklich der beste Spieler der Welt ist. „Man kann sich eigentlich nur an Statistiken orientieren, am Jahresaverage und daran, in wie vielen Finals wir stehen“, sagte Humphries im PDC-Gespräch.

Warum die Rangliste nicht alles erzählt

Luke Humphries erklärte, dass er selbst bei einem möglichen Abrutschen auf Platz drei nicht automatisch das Gefühl hätte, der drittbeste Spieler der Welt zu sein. „In zwei, drei oder vier Monaten könnte ich die Nummer drei der Welt sein – und ich würde trotzdem nicht dasitzen und das Gefühl haben, der drittbeste Spieler der Welt zu sein. Ich würde immer noch denken, dass ich der zweitbeste bin“, sagte der 31-Jährige.

Auch den eigenen Status aus dem vergangenen Jahr ordnet er rückblickend nüchtern ein. „Die Rangliste erzählt manchmal nicht die ganze Geschichte. Ich glaube, im vergangenen Jahr war ich zu einem bestimmten Zeitpunkt noch die Nummer eins der Welt, aber ich hatte selbst nicht wirklich das Gefühl, dass das die tatsächliche Rangordnung war.“

Für Humphries zählt vor allem, wer regelmäßig auf den großen Bühnen liefert. „Ich war damals wahrscheinlich nicht der beste Spieler der Welt. Das ist nichts, worüber ich mir allzu viele Gedanken mache. Es geht eher darum, wer bei den großen Major-Turnieren wirklich mitmischt und konstant in Finals steht.“

Genau dort sieht er sich weiterhin auf Augenhöhe mit Littler. „So wie Luke und ich. Die Rangliste erzählt manchmal wirklich nicht die ganze Geschichte.“

Damit spielt Humphries auf die besondere Situation an der Spitze der PDC an. Littler hat sich mit mehreren Major-Titeln und konstant starken Auftritten an Platz eins festgesetzt. Der frühere Weltmeister von 2024 bleibt statistisch aber einer der stabilsten Spieler der Tour. Seine vielen 100+-Averages und die Serie von Finalteilnahmen zeigen, dass seine Form weiterhin zur absoluten Weltklasse gehört.

Littler bleibt vorn – aber der direkte Vergleich lebt

Der direkte Vergleich mit Littler sorgt zusätzlich für Spannung. Humphries gewann ihr jüngstes Duell im Finale des US Darts Masters mit 8:7. Außerdem ist er weiterhin der einzige Spieler, der Littler in einem TV-Ranking-Finale schlagen konnte: 2024 besiegte er ihn sowohl bei der Weltmeisterschaft als auch bei den Players Championship Finals.

Genau deshalb wirkt die Rivalität wieder neu angeheizt. Littler führt die Order of Merit klar an, doch „Cool Hand Luke“ bleibt einer der wenigen Spieler, die ihn auf den großen Bühnen regelmäßig unter Druck setzen können.

Der Blick auf die Rangliste spricht im Moment klar für Littler. Der Blick auf Form, Finals und direkte Duelle macht die Sache aber spannender. Humphries will nicht nur verwalten, sondern die Lücke perspektivisch wieder angreifen. „Ich muss einfach weiterkämpfen, weiterarbeiten und hoffentlich kann ich meinen Platz als Nummer zwei der Welt halten und Luke vielleicht im nächsten Jahr im Kampf um die Nummer eins angreifen“, sagte „Cool Hand Luke“.

Für den Moment bleibt Littler die klare Nummer eins der PDC. Doch die Botschaft des Weltranglistenzweiten ist deutlich: Die Rangliste erzählt viel – aber nicht immer die ganze Geschichte.

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