Das Favoritensterben bei Players Championship 23 in Leicester hat sich auch nach der wilden Auftaktrunde fortgesetzt. Nachdem bereits Michael van Gerwen, Gerwyn Price, Martin Schindler, Ross Smith und Gian van Veen früh ausgeschieden waren, erwischte es im weiteren Turnierverlauf die nächsten prominenten Namen. Unter anderem Wessel Nijman, James Wade, Rob Cross, Josh Rock, Chris Dobey und Stephen Bunting verpassten den Sprung ins Viertelfinale.
Stand: Nach der Top-16-Runde von Players Championship 23.
Besonders auffällig war das Aus von Topgesetztem Wessel Nijman. Der Niederländer hatte sich in der Top 64 noch souverän mit 6:2 gegen Jeffrey Sparidaans durchgesetzt und dabei einen Average von 102,60 Punkten gespielt. Eine Runde später war jedoch Schluss: Nijman verlor in der Top 32 mit 5:6 gegen Cristo Reyes. Der Spanier spielte 100,80 Punkte im Schnitt und setzte sich im Decider durch.
Auch James Wade musste nach starkem Start die Segel streichen. Wade hatte zunächst mit 6:4 gegen Dennie Olde Kalter gewonnen, unterlag anschließend aber William O’Connor mit 4:6. Damit endete für den an Position 16 gesetzten Engländer ein Turnier, das nach seinem engen Auftaktsieg gegen Gary Anderson noch vielversprechend begonnen hatte.
Chisnall marschiert weiter – Cullen trifft 9-Darter und verliert
Rob Cross kam ebenfalls nicht bis ins Viertelfinale. Nach seinem 6:4-Erfolg gegen Max Hopp in der Top 64 verlor der frühere Weltmeister in der nächsten Runde deutlich mit 2:6 gegen Wesley Plaisier. Cross spielte zwar 98,18 Punkte im Schnitt, Plaisier lag mit 100,35 jedoch noch darüber und nutzte seine Chancen konsequent.
Für weitere prominente Ausfälle sorgten die Top-32- und Top-16-Runden. Chris Dobey verlor trotz eines 100,61er-Averages mit 3:6 gegen Kim Huybrechts, der mit 106,63 Punkten eines der stärksten Spiele des Tages ablieferte. Josh Rock setzte sich zunächst mit 6:2 gegen Jack Tweddell durch, scheiterte danach aber mit 3:6 an Cameron Menzies. Auch Stephen Bunting kam nicht weiter: Der an Position sechs gesetzte Engländer verlor in der Top 32 mit 4:6 gegen Dave Chisnall.
Chisnall wurde damit zum auffälligsten Überlebenden dieses chaotischen Turniertags. Schon in der ersten Runde hatte er gegen Tom Bissell im Decider überleben müssen. Danach folgten Siege gegen Niall Culleton, Stephen Bunting und Ryan Searle. Gegen Searle setzte sich Chisnall in der Top 16 mit 6:4 durch, obwohl Searle mit 99,85 Punkten den höheren Average spielte. Chisnall kam auf 94,58, holte aber die entscheidenden Legs.
Für das kurioseste Highlight sorgte unterdessen Joe Cullen. Der Engländer warf gegen Jack Tweddell einen 9-Darter, verlor die Partie aber trotzdem mit 3:6. Der perfekte Leg fiel im dritten Leg des Matches, sportlich half er Cullen am Ende jedoch nicht weiter. Tweddell zog in die nächste Runde ein, scheiterte dort aber an Josh Rock.
Aus deutscher Sicht wurde der Nachmittag in Leicester zunehmend bitter. Nachdem Martin Schindler und Ricardo Pietreczko bereits früh ausgeschieden waren, folgten auch die weiteren deutschen Spieler. Max Hopp verlor nach seinem Auftaktsieg mit 4:6 gegen Rob Cross, Arno Merk unterlag Krzysztof Ratajski mit 4:6. Kai Gotthardt scheiterte mit 4:6 an Yorick Hofkens, Gabriel Clemens verlor 2:6 gegen Charlie Manby, Dominik Gruellich musste sich Jim Long knapp mit 5:6 geschlagen geben.
Das Viertelfinale ist damit ungewöhnlich offen besetzt. Neben Chisnall stehen Cristo Reyes, Daniel Ayres, David Sharp, Tom Sykes, Charlie Manby, Cameron Menzies und Christian Kist in der Runde der letzten Acht. Für Leicester bedeutet das: Players Championship 23 bleibt auch nach den ersten großen Einschlägen ein Turnier voller Brüche. Viele Favoriten sind raus, Chisnall lebt weiter – und der Weg zum Titel ist plötzlich deutlich offener als erwartet.









