Dave Chisnall vor Blackpool-Endspiel: Leicester wird zur letzten Chance

Für Dave Chisnall wird Leicester zum letzten großen Druckpunkt vor dem World Matchplay. Der Engländer muss bei den beiden verbleibenden Players-Championship-Turnieren liefern, wenn er sein Ticket für Blackpool doch noch lösen will. Für viele Spieler wäre eine Teilnahme in den Winter Gardens ein Karrierehighlight. Für Chisnall ist sie fast Pflichtprogramm – genau deshalb ist seine Lage so bemerkenswert.

Der 45-Jährige gehört seit Jahren zum erweiterten Kreis der PDC-Spitze. Doch kurz vor dem Cut-Off zählt nicht der Status, sondern nur das Preisgeld. Er weiß, dass er sich nach den Slovak Darts Open in eine schwierige Position gebracht hat. „Ich fühlte mich vor dem Wochenende gut“, erklärte der Engländer in seiner kwiff-Kolumne. Das Problem lag weniger im Grundgefühl als in den Momenten, in denen ein Spiel kippt.

Schon sein Auftaktmatch gegen Adrian Dudek zeigte, wie dünn die Linie derzeit ist. Chisnall führte 4:1, verlor dann aber den Zugriff und lag plötzlich 4:5 zurück. Erst ein spätes Rebreak und ein starkes Entscheidungsleg verhinderten das frühe Aus. Am folgenden Tag kam gegen Jermaine Wattimena dennoch die Niederlage – und damit eine verpasste Chance.

Chisnall braucht in Leicester mehr als nur solide Ergebnisse

Gerade dieses Aus tat „Chizzy “weh. Wattimena spielte gegen ihn stark, konnte dieses Niveau danach aber nicht bestätigen. Für ihnblieb deshalb das Gefühl, dass ein tieferer Lauf möglich gewesen wäre. „Es sind so feine Margen in diesem Sport“, sagte er. Genau diese Margen entscheiden nun über sein World-Matchplay-Ticket.

Nach eigener Einschätzung fehlen dem 45-Jährigen rund 6.000 Pfund auf die letzten Qualifikationsplätze. Vor ihm liegen unter anderem Damon Heta und Cameron Menzies. Anfang des Monats war der Rückstand noch deutlich größer. „Ich habe die Lücke schon verkleinert“, machte der Engländer deutlich. Die schlechte Nachricht: Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Leicester wird für Dave Chisnall deshalb zum Zwei-Tage-Endspiel: Am Montag und Dienstag bleiben ihm bei Players Championship 23 und 24 die letzten Chancen, das World-Matchplay-Ticket doch noch zu lösen. Ein ordentlicher Auftritt dürfte kaum reichen. Er braucht einen Lauf, der ihn im direkten Vergleich mit der Konkurrenz über die Linie bringt.

Ein Viertelfinale könnte helfen, ein Halbfinale würde die Lage deutlich verändern. Doch auf der ProTour ist das leichter gesagt als getan. Dort wartet vom ersten Spiel an Druck, Tempo und eine Leistungsdichte, die kaum Fehler verzeiht.

Sportlich sieht Chisnall sich dennoch nicht am Boden. „Mein Spiel ist besser als vor ein paar Monaten“, sagte er. Nun muss daraus aber ein Ergebnis werden. Formgefühl allein bringt keinen Platz im World Matchplay, wenn die entscheidenden Legs nicht fallen.

Für Chisnall geht es in Leicester um mehr als zwei weitere Floor-Turniere. Es geht um die Frage, ob einer der bekanntesten Scorer der PDC seine Saison rechtzeitig stabilisiert – oder ob Blackpool ohne ihn stattfindet. Die Tür zu den Winter Gardens ist noch nicht geschlossen, aber sie steht nicht mehr weit offen.

Der Engländer formuliert es selbst als Hoffnung: „Ich hoffe, dass ich in Leicester eine Leistung abrufen kann.“ Genau darum dreht sich jetzt alles: nicht um Namen oder Vergangenheit, sondern um zwei Turniere, ein enges Rankingfenster und die letzte Chance auf Blackpool.

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