Luke Littler: August-Urlaub statt Oche

Luke Littler gönnt sich im August eine seltene Pause vom Darts-Zirkus. Der 19-Jährige wird in diesem Jahr weder beim New Zealand Darts Masters in Auckland noch beim Australian Darts Masters in Wollongong antreten. Stattdessen steht für „The Nuke“ Familienzeit in Orlando auf dem Plan – inklusive Disney World statt World Series.

Der Verzicht ist durchaus bemerkenswert. Der 19-Jährige gehörte 2025 bei den Down-Under-Turnieren zu den großen Gewinnern und räumte sowohl in Australien als auch in Neuseeland ab. 2026 wird daraus keine Titelverteidigung. Die beiden World-Series-Turniere finden am 14. und 15. August in Auckland sowie am 21. und 22. August in Wollongong statt, doch Littler lässt die lange Reise ans andere Ende der Welt aus.

Im Gespräch mit Ariel Helwani machte der Weltmeister deutlich, dass es dabei nicht um fehlende Lust auf die Bühne geht, sondern um Belastungssteuerung. „Ich habe zum ersten Mal den ganzen August frei“, sagte der Engländer im Talk. Die Reise nach Australien und Neuseeland sei lang, dazu komme die enorme Zeitverschiebung. Wer inzwischen dauerhaft im PDC-Kalender unterwegs ist, muss offenbar auch lernen, wann ein Nein sinnvoller ist als das nächste Turnier.

Littler setzt auf Erholung vor dem heißen Herbst

Ganz überraschend kommt die Entscheidung deshalb nicht. Er ist längst nicht mehr nur ein Ausnahmetalent, sondern eines der größten Zugpferde der PDC. Premier League, World Series, Majors, Showtermine und internationale Reisen haben aus dem jungen Engländer in kürzester Zeit einen global gefragten Star gemacht. Gerade deshalb wirkt der August-Urlaub weniger wie ein Rückzug, sondern eher wie eine bewusste Pause zur richtigen Zeit.

Zumal er nicht der einzige Topspieler ist, der Down Under auslässt. Auch Luke Humphries und Michael van Gerwen reisen nicht nach Australien und Neuseeland. Für die World Series öffnet das zwar Türen für andere Namen, nimmt den beiden Turnieren aber gleichzeitig ein gutes Stück Strahlkraft. Gerade Luke Littler ist derzeit der Spieler, der selbst aus Einladungsturnieren weltweite Schlagzeilen machen kann.

Denn nach dem Sommer wird der Kalender nicht leichter. Mit dem World Matchplay, dem World Grand Prix, der European Championship, dem Grand Slam of Darts, den Players Championship Finals und schließlich der Weltmeisterschaft wartet der nächste große Block. Ein freier Monat kann da wertvoller sein als ein weiteres Wochenende mit Flugstress, Jetlag und kurzer Vorbereitung.

Für die Turniere in Neuseeland und Australien ist Littlers Absage natürlich ein Verlust. Kaum ein Spieler zieht derzeit weltweit so viel Aufmerksamkeit wie „The Nuke“. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung, dass selbst die größten Namen nicht mehr jedes Event mitnehmen können. Der PDC-Kalender ist voll, die Reisen sind lang, und die Belastung endet nicht mit dem letzten Dart auf Doppel 16.

Er tauscht also Oche gegen Orlando. Für die Fans in Auckland und Wollongong ist das schade, für seine Konkurrenz im Herbst aber womöglich keine gute Nachricht. Ein ausgeruhter Luke Littler dürfte kaum angenehmer zu bespielen sein als einer, der gerade aus der nächsten Zeitzone zurückkommt.

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