Gerwyn Price hat beim US Darts Masters in New York sportlich nicht viel falsch gemacht – und stand trotzdem wieder im Zentrum einer unschönen Social-Media-Geschichte. Der Waliser verlor im Viertelfinale mit 3:6 gegen James Wade, spielte dabei aber einen starken Average von 103,93 Punkten. Wade war in den entscheidenden Momenten effizienter und zog ins Halbfinale ein.
Für den 41-Jährigen war das Aus bitter, aber sicher kein Auftritt, für den man sich verstecken müsste. Trotzdem erhielt der frühere Weltmeister nach der Niederlage eine wüste Nachricht eines enttäuschten Wetters. Der Absender machte ihn unter anderem dafür verantwortlich, dass Menschen Geld auf ihn gesetzt hätten, und wurde dabei persönlich beleidigend. Er entschied sich, die Nachricht nicht einfach still zu ignorieren.
Price kontert öffentlich
„The Iceman“ reagierte mit scharfem Sarkasmus auf Social Media .„Hast du etwa keine Wette verloren, Kumpel?“ Damit traf er den Kern des Problems ziemlich direkt: Es ging nicht um normale sportliche Kritik, sondern offenbar um Frust über einen verlorenen Wettschein.
Danach legte der Waliser nach. Zu den öffentlich sichtbaren Profilbildern des Absenders schrieb er: „Ich hoffe, alle auf diesen Fotos sind mächtig stolz auf dich.“ Den Namen oder private Details des Absenders muss man nicht weiter ausbreiten. Der eigentliche Punkt ist ein anderer: Price machte sichtbar, wie schnell eine sportliche Niederlage inzwischen in persönliche Angriffe umschlagen kann.
Kurz darauf berichtete die Numemr 7 der Welt, der Absender habe ihn blockiert. Auch darauf reagierte er bissig. „Das muss getroffen haben.“ Gerwyn Price ist für klare Reaktionen bekannt, doch diesmal ging es nicht um Bühnengeräusche, Pfiffe oder sportliche Rivalität. Es ging um eine Grenze, die immer häufiger überschritten wird.
Besonders absurd wirkt der Fall, weil der 41-Jährige gegen James Wade keineswegs unterging. Ein 103,93er-Average bei einer 3:6-Niederlage zeigt eher, wie hoch das Niveau in New York war. Wade selbst brachte seine Erfahrung durch, blieb in den entscheidenden Phasen stabiler und nutzte die Momente besser. „The Iceman“ spielte stark – und verlor trotzdem. Genau das gehört im Darts dazu.
Der Vorfall passt in eine Entwicklung, über die im Dartsport immer häufiger gesprochen wird. Spieler werden nach verlorenen Matches nicht nur kritisiert, sondern direkt beleidigt, weil irgendwo ein Tippschein geplatzt ist. Dabei schuldet kein Profi einem Fan einen Wettgewinn. Ein Favorit kann verlieren. Ein starker Average kann nicht reichen. Und ein Gegner wie James Wade ist erfahren genug, auch gegen sehr gute Zahlen zu gewinnen.
Für Price geht der Blick sportlich ohnehin weiter. Die Niederlage gegen Wade war kein Formabsturz, sondern ein enges Hochleistungsmatch mit falschem Ausgang aus seiner Sicht. Die größere Frage ist eher, wie sehr solche Nebengeräusche die Spieler noch begleiten müssen.
Gerwyn Price hat diesmal öffentlich gekontert. Man muss nicht jede Reaktion mögen, aber die Botschaft dahinter ist klar: Wettfrust ist kein Freifahrtschein für Hass. Wer verliert, darf enttäuscht sein. Wer beleidigt, überschreitet eine Grenze.










