Players Championship 23: Schindler und MvG früh raus – Favoritensterben in Leicester

Bei Players Championship 23 in Leicester hat die erste Runde direkt für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Michael van Gerwen, Gerwyn Price, Ross Smith, Gian van Veen, Andrew Gilding und Martin Schindler mussten bereits in der Top-128-Runde die Segel streichen. Dave Chisnall stand ebenfalls kurz vor dem Aus, rettete sich aber in einem wilden Decider gegen Tom Bissell.

Stand: Top-128-Runde von Players Championship 23.

Der größte Name unter den frühen Verlierern war Michael van Gerwen. Der Niederländer unterlag Daniel Ayres mit 5:6, obwohl sich beide über weite Strecken auf Augenhöhe bewegten. Ayres kam auf einen Average von 93,80 Punkten, van Gerwen lag bei 93,61. Am Ende entschied der Decider gegen den dreimaligen Weltmeister.

Auch Gerwyn Price erwischte es früh. Der Waliser verlor trotz eines 96,72er-Averages mit 5:6 gegen Harry Ward, der bei 92,61 Punkten lag. Für Price war es damit ein bitterer Start in einen Pro-Tour-Tag, der kurz vor dem World Matchplay zusätzliche Brisanz besitzt.

Schindler scheitert trotz besserem Average – Chisnall überlebt

Aus deutscher Sicht wurde es ebenfalls schnell ungemütlich. Martin Schindler verlor sein Auftaktmatch mit 4:6 gegen Rhys Griffin. Besonders bitter: Schindler hatte statistisch die besseren Zahlen auf seiner Seite. Der Strausberger kam auf einen Average von 89,57 Punkten, Griffin lag bei 83,89. Trotzdem ging das Spiel an den Waliser.

Damit verpasste Schindler die Chance, vor dem World Matchplay noch einmal ein positives Signal zu setzen. Gerade in dieser Turnierphase zählt jeder ProTour-Tag, weil die letzten Events vor Blackpool auch als Formtest dienen. Für Schindler bleibt das frühe Aus deshalb nicht nur ein sportlicher Dämpfer, sondern auch ein verpasster Moment im letzten Pro-Tour-Block vor dem Major.

Noch dramatischer wurde es bei Dave Chisnall. Chizzy musste gegen Tom Bissell über die volle Distanz und gewann am Ende mit 6:5. Bemerkenswert: Bissell spielte mit 104,57 den deutlich höheren Average, Chisnall lag bei 97,97. Dennoch rettete sich der Engländer im Decider und verhinderte damit den nächsten großen Einschlag im ohnehin turbulenten Auftakt.

Neben van Gerwen, Price und Schindler fielen weitere bekannte Namen früh. Ross Smith verlor mit 3:6 gegen Viktor Tingström, Gian van Veen musste sich Jim Long mit 4:6 geschlagen geben. Auch Andrew Gilding erwischte es deutlich: Der Engländer verlor gegen Tom Sykes glatt mit 0:6.

Während mehrere Favoriten strauchelten, setzten andere direkt Ausrufezeichen. Rob Cross gewann sein Auftaktmatch gegen Keane Barry mit 6:2 und spielte dabei einen starken 103,99er-Average. Auch Chris Dobey startete mit 103,62 Punkten und einem 6:2 gegen Mervyn King überzeugend in den Tag. James Wade gewann ein hochklassiges Duell gegen Gary Anderson mit 6:5, beide lagen über der 100er-Marke.

Wessel Nijman musste dagegen deutlich mehr arbeiten. Der topgesetzte Niederländer setzte sich mit 6:5 gegen Ricky Evans durch. Nijman spielte 100,78 Punkte im Schnitt, Evans hielt mit 97,23 stark dagegen. Für Evans war es trotz Niederlage ein weiteres Zeichen, dass er auch gegen Topgegner konkurrenzfähig bleibt.

Aus deutscher Sicht gab es neben Schindlers Aus auch positive Nachrichten. Max Hopp setzte sich mit 6:2 gegen Nick Kenny durch, obwohl Kenny mit 93,83 knapp den höheren Average spielte als Hopp mit 93,15. Dominik Gruellich gewann mit 6:3 gegen Pero Ljubic. Auch Arno Merk kam weiter und bezwang Samuel Price mit 6:3.

Dagegen verlor Lukas Wenig mit 3:6 gegen Luke Woodhouse. Marvin Kraft unterlag Benjamin Pratnemer deutlich mit 1:6. Damit blieb der deutsche Auftakt in Leicester gemischt: Hopp, Gruellich und Merk kamen weiter, Schindler, Wenig und Kraft mussten früh raus.

Players Championship 23 hat damit schon nach der ersten Runde mehr geliefert als nur Routine-Ergebnisse. Van Gerwen raus, Price raus, Smith raus, van Veen raus, Martin Schindler raus – und Chisnall rettet sich trotz gegnerischem 104er-Average gerade noch. Leicester ist damit direkt zum Nerventest vor Blackpool geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert