European Championship 2026: Schindler vs. Clayton, Woodhouse vs. Smith – alle Viertelfinals im Überblick

Ein 9-Darter-Held, ein deutscher Hoffnungsträger und ein Luke Littler in Rekordform: Die European Championship 2026 geht am Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle in ihren entscheidenden Tag. Acht Spieler kämpfen noch um den Titel. Titelverteidiger Gian van Veen ist bereits ausgeschieden – und ausgerechnet Luke Woodhouse, der zuvor das perfekte Leg geworfen hatte, sorgte für sein Aus.

Den Auftakt bestreiten Ross Smith und Luke Woodhouse. Für den topgesetzten Smith ist die European Championship ein besonderes Turnier: 2022 gewann er hier seinen ersten Major-Titel. Nach einem 6:4 gegen Karel Sedláček setzte sich der Engländer im Achtelfinale mit 10:7 gegen Damon Heta durch. Doch nun wartet ein Gegner, der in Dortmund bereits zweimal für Aufsehen gesorgt hat.

Woodhouse gelang in der ersten Runde gegen Dirk van Duijvenbode ein 9-Darter, ehe er am Samstag mit einem 10:6 über van Veen die Titelverteidigung des Niederländers beendete. Mit Smith steht ihm jetzt der Europameister von 2022 gegenüber. Damit trifft der Spieler, der den amtierenden Champion aus dem Turnier warf, auf einen ehemaligen Titelträger, der selbst noch einmal die Trophäe gewinnen möchte.

Im zweiten Viertelfinale der European Championship treffen Gerwyn Price und Stephen Bunting aufeinander – zwei Spieler, die im Achtelfinale vor allem beim Ausmachen überzeugten. Price gewann gegen Cameron Menzies mit 10:4 und verbuchte drei Checkouts über 100 Punkte: zweimal 113 und zum Abschluss 109. Bunting ließ Kim Huybrechts beim 10:3 ebenfalls kaum eine Chance und glänzte sogar mit vier dreistelligen Finishes.

Bemerkenswert ist dabei der unterschiedliche Weg zum Erfolg. Während Price gegen Menzies fünf 180er warf, kam Bunting ohne ein einziges Maximum aus. Dafür nutzte „The Bullet“ zehn seiner 18 Doppelversuche und hatte schon in der ersten Runde mit einem 160er-Finish gegen Danny Noppert aufhorchen lassen. Beide brachten ihre Chancen zuletzt zuverlässig ins Ziel. Wer diese Stärke auch unter Viertelfinaldruck bestätigt, könnte sich in den entscheidenden Legs einen Vorteil verschaffen.

Schindlers Heimchance und Littlers Rekordform

Als dritte Partie steht Martin Schindler gegen Jonny Clayton an. Allein der Einzug in den Finaltag der European Championship ist für „The Wall“ ein besonderer Erfolg: Schindler hatte sich seinen Startplatz erst als Nummer 31 der European Tour Order of Merit gesichert. Auf ein hart erkämpftes 6:5 gegen Wessel Nijman folgte der klare 10:4-Erfolg über Jermaine Wattimena. Dabei verwandelte Schindler zehn seiner 19 Doppelversuche.

Im PDC-Bühneninterview erklärte der Brandenburger, dass er die Energie der Dortmunder Fans nutzen, zugleich aber möglichst ruhig bleiben wolle. Gegen Clayton wird genau das gefragt sein. Der Waliser setzte sich mit 10:8 gegen Josh Rock durch und erreichte dabei einen Average von 98,28 Punkten. Schindler muss mit dessen Scoring mithalten und seine Möglichkeiten auf die Doppel erneut nutzen. Seine Partie ist als drittes Spiel voraussichtlich gegen 15:15 Uhr angesetzt.

Im letzten Viertelfinale treffen Krzysztof Ratajski und Luke Littler aufeinander. Der Pole bewies beim 10:8 gegen Kevin Doets außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit: Zunächst lag er 0:4 zurück, später erneut mit 6:8, ehe er die letzten vier Legs gewann. Gegen Littler dürfte er sich einen solchen Fehlstart kaum erlauben können.

„The Nuke“ spielte beim 10:5 gegen Nathan Aspinall einen Average von 114,47 Punkten – der zweithöchste Wert der Turniergeschichte hinter Phil Taylors 118,14 Punkten von 2009. Littler räumte im anschließenden Interview allerdings ein, dass ihm Nachmittagspartien überhaupt nicht liegen. Ratajski kann darauf hoffen, die Begegnung möglichst lange offen zu halten und Littler unter Druck zu setzen.

Die Viertelfinals der European Championship beginnen am Sonntag, 25. Oktober, um 13 Uhr. Im ersten Halbfinale trifft der Sieger von Smith gegen Woodhouse auf den Gewinner von Price gegen Bunting. In der zweiten Turnierhälfte würde Schindler bei einem Sieg über Clayton auf Ratajski oder Littler treffen. Ab 19 Uhr folgen die Halbfinals und anschließend das Finale. Wer Europameister werden will, muss an diesem Sonntag noch drei Partien gewinnen.

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