European Championship 2026: Schindler & Littler weiter – Viertelfinales komplett

Martin Schindler darf bei der European Championship 2026 weiter auf einen Heimerfolg hoffen. Der Deutsche erreichte am Samstagabend in Dortmund ebenso das Viertelfinale wie Luke Littler, der mit einem Average von 114,47 Punkten die herausragende Leistung der Session zeigte. Auch Krzysztof Ratajski und Jonny Clayton setzten sich durch – allerdings erst nach umkämpften Begegnungen. Damit stehen alle acht Viertelfinalisten für den Sonntag fest.

Den Auftakt machte Ratajski gegen Kevin Doets. Der Pole erlebte zunächst einen Fehlstart: Doets gewann die ersten vier Legs und lag schnell mit 4:0 vorne. Ratajski antwortete mit fünf gewonnenen Durchgängen in Folge und drehte die Partie zum 5:4. Doch die Entscheidung war noch lange nicht gefallen. Doets kämpfte sich zurück und führte später erneut mit 8:6. Ausgerechnet in der Schlussphase fand Ratajski wieder seinen Rhythmus, gewann vier Legs hintereinander und machte den 10:8-Erfolg perfekt. Nach zwei Rückständen hatte er die Partie damit doch noch auf seine Seite gezogen.

Die Statistiken lagen nah beieinander. Ratajski erzielte einen Average von 96,95 Punkten, Doets kam auf 93,16. Der Pole warf sieben 180er, sein niederländischer Gegner drei. Auf die Doppel waren beide mit rund 35 Prozent nahezu gleichauf. Entscheidend wurde Ratajskis Schlussspurt, nicht eine überragende Trefferquote. Doets hatte zum Auftakt Michael van Gerwen bezwungen und schien auch diesmal nach seinem starken Start und der erneuten Führung lange auf Siegkurs. Für Ratajski bedeutete der Erfolg zugleich seinen ersten Viertelfinaleinzug bei der European Championship.

Danach sorgte Martin Schindler vor heimischem Publikum für Jubel. Mit 10:4 bezwang „The Wall“ Jermaine Wattimena, obwohl der Niederländer beim Average mit 92,05 zu 90,25 Punkten vorne lag. Der Unterschied zeigte sich auf den Doppelfeldern: Schindler verwandelte zehn seiner 19 Versuche (52,63 Prozent), Wattimena nur vier von 18 (22,22 Prozent). Ein 121er-Finish setzte einen weiteren Akzent. Nach seinem dramatischen Auftaktsieg gegen Wessel Nijman steht Schindler als letzter deutscher Teilnehmer im Viertelfinale.

Littler glänzt mit 114,47 Punkten – Clayton entscheidet Krimi

Luke Littler setzte beim 10:5 gegen Nathan Aspinall das sportliche Ausrufezeichen des Abends. Sein Average von 114,47 Punkten übertraf sogar die starken 105,57 seines Gegners deutlich. Es war der zweithöchste Match-Average in der Geschichte der European Championship. Nur Phil Taylor erzielte 2009 gegen Gary Anderson mit 118,14 Punkten einen noch höheren Wert.

Bemerkenswert: Aspinall warf zehn 180er und damit drei mehr als Littler. Dennoch startete der Weltranglistenerste mit vier gewonnenen Legs und verschaffte sich früh einen Vorsprung.

Aspinall verkürzte zwischenzeitlich auf 4:5, doch Littler ließ sich nicht mehr aufhalten. Zehn Treffer bei 19 Doppelversuchen bedeuteten eine Checkoutquote von 52,63 Prozent. Mit einem 127er-Finish unterstrich Littler seine Stärke beim Ausmachen. Aspinall nutzte fünf seiner elf Doppelchancen, konnte die Partie trotz seines außergewöhnlich hohen Averages aber nicht mehr drehen.

Zum Abschluss des European-Championship-Abends musste Jonny Clayton gegen Josh Rock bis in die letzten Legs kämpfen. Der Waliser führte früh mit 3:0, Rock glich auf 3:3 aus. Beim Stand von 8:8 war noch immer alles offen. Dann holte Clayton die beiden entscheidenden Durchgänge und gewann mit 10:8.

Rock war auf die Doppel mit 50 Prozent deutlich treffsicherer als Clayton (31,25 Prozent). Auch bei den 180ern führte der Nordire mit 8:4. Clayton überzeugte dafür mit 22 Aufnahmen von mindestens 140 Punkten gegenüber sieben von Rock. Sein Average lag mit 98,28 Punkten ebenfalls vor den 93,15 seines Gegners. In der Schlussphase setzte sich der Waliser dennoch durch und komplettierte das Viertelfinalfeld.

Damit stehen die Viertelfinalpaarungen für Sonntag fest:

  • Ross Smith – Luke Woodhouse
  • Gerwyn Price – Stephen Bunting
  • Martin Schindler – Jonny Clayton
  • Krzysztof Ratajski – Luke Littler

Am Sonntag ab 13 Uhr kämpfen die verbliebenen acht Spieler in Dortmund um die Halbfinalplätze der European Championship 2026. Schindler trifft vor heimischem Publikum auf Clayton, während Littler gegen Comeback-Sieger Ratajski gefordert ist. Noch am selben Abend wird in der Westfalenhalle der diesjährige Europameister gekürt.

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