Die European Championship 2026 geht am Samstag in die zweite Runde. Nach 16 abgeschlossenen Erstrundenpartien kämpfen die verbliebenen Spieler in der Dortmunder Westfalenhalle um den Einzug ins Viertelfinale. Besonders im Blickpunkt steht das Duell zwischen 9-Darter-Held Luke Woodhouse und Titelverteidiger Gian van Veen. Auch das englische Aufeinandertreffen von Luke Littler und Nathan Aspinall verspricht hochklassigen Dartsport. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen auf Martin Schindler.
Acht Begegnungen stehen auf dem Programm. Die Nachmittagssession beginnt um 13:00 Uhr, am Abend geht es ab 19:00 Uhr weiter. Beide Angaben beziehen sich auf die deutsche Sommerzeit (MESZ) und bezeichnen den Beginn der jeweiligen Session. Die tatsächlichen Startzeiten der einzelnen Partien hängen vom Verlauf der vorherigen Begegnungen ab. Im Achtelfinale wird erstmals über maximal 19 Legs gespielt. Wer zuerst zehn Legs gewinnt, erreicht die Runde der letzten Acht.
Nachmittag ab 13:00 Uhr: Woodhouse fordert Titelverteidiger van Veen
Die vier Achtelfinalpartien am Nachmittag:
- Ross Smith – Damon Heta
- Gian van Veen – Luke Woodhouse
- Cameron Menzies – Gerwyn Price
- Stephen Bunting – Kim Huybrechts
Eine der interessantesten Begegnungen des Nachmittags bestreiten Luke Woodhouse und Gian van Veen. Der Engländer sorgte bereits am Donnerstag für den bislang spektakulärsten Moment der European Championship. Beim 6:3 gegen Dirk van Duijvenbode gelang ihm im vierten Leg ein 9-Darter. Mit einem Average von 99,11 Punkten überzeugte Woodhouse zudem über die gesamte Begegnung.
Ende Mai feierte Woodhouse bei den Baltic Sea Darts Open seinen ersten European-Tour-Titel. Nach seinem Neun-Darter zum EM-Auftakt wartet nun ausgerechnet Titelverteidiger van Veen, der auf Platz drei der PDC-Weltrangliste steht.
Der Niederländer gewann die European Championship im vergangenen Jahr nach einem dramatischen 11:10-Finalerfolg gegen Luke Humphries. Seine Titelverteidigung begann er mit einem 6:4 gegen Andrew Gilding, bei dem er einen Average von 95,21 Punkten erreichte. Gegen Woodhouse trifft der Titelverteidiger nun auf einen Gegner, der bereits beim Auftakt gezeigt hat, dass er jederzeit für einen außergewöhnlichen Moment sorgen kann.
Auch Ross Smith, die Nummer eins der EM-Setzliste, ist am Nachmittag gefordert. Der Europameister von 2022 gewann sein Auftaktmatch gegen Karel Sedláček mit 6:4. Sein Gegner Damon Heta setzte sich dagegen erst im entscheidenden elften Leg mit 6:5 gegen James Wade durch. Eine weitere interessante Begegnung verspricht das Duell zwischen Cameron Menzies und Gerwyn Price. Der Schotte bezwang Niels Zonneveld mit 6:3, während der frühere Weltmeister Price beim 6:2 gegen Rob Cross einen Average von 99,26 Punkten spielte.
Komplettiert wird die Nachmittagssession der European Championship durch Stephen Bunting und Kim Huybrechts. Während Bunting gegen Danny Noppert einen 6:5-Erfolg erkämpfte, überzeugte der kurzfristig für Luke Humphries nachgerückte Belgier mit einer herausragenden Leistung. Beim 6:1 gegen Ryan Searle spielte Huybrechts einen Average von 103,81 Punkten und verwandelte 67 Prozent seiner Doppelversuche.
Abend ab 19:00 Uhr: Littler gegen Aspinall – Duell der englischen Major-Sieger
Die vier Achtelfinalpartien am Abend:
- Martin Schindler – Jermaine Wattimena
- Jonny Clayton – Josh Rock
- Krzysztof Ratajski – Kevin Doets
- Nathan Aspinall – Luke Littler
Am Samstagabend richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf Luke Littler und Nathan Aspinall. Der Weltranglistenerste lieferte zum Auftakt gegen Willie O’Connor eine beeindruckende Vorstellung. Beim 6:3-Erfolg erreichte „The Nuke“ einen Average von 105,05 Punkten und erzielte sechs 180er. Damit gelang ihm die statistisch stärkste Leistung der gesamten ersten Runde.
Littler übernahm gegen den Iren früh die Kontrolle, führte schnell mit 3:0 und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf 5:1 aus. Obwohl O’Connor noch zwei Legs gewann, ließ sich der Engländer den Achtelfinaleinzug nicht mehr nehmen.
Sein Gegner Nathan Aspinall musste dagegen zunächst einen Rückstand aufholen. Gegen Cristo Reyes lag „The Asp“ nach fünf Legs mit 2:3 zurück, gewann anschließend jedoch vier Durchgänge in Folge und setzte sich mit 6:3 durch. Bemerkenswert war dabei, dass Reyes mit 95,20 Punkten sogar den höheren Match-Average spielte.
Nun treffen zwei englische Major-Sieger aufeinander. Littler bringt die stärkste Scoringleistung der bisherigen European Championship mit, während Aspinall bereits zum Auftakt bewies, dass er auch nach einem Rückstand eine Partie drehen kann. Die längere Distanz über bis zu 19 Legs stellt beide vor eine neue Herausforderung.
Aus deutscher Sicht steht außerdem Martin Schindler im Mittelpunkt der European Championship. „The Wall“ setzte sich am Freitag nach einem dramatischen Spiel mit 6:5 gegen den an Position zwei gesetzten Wessel Nijman durch. Dabei überzeugte er insbesondere mit einer Doppelquote von 55 Prozent.
Im Achtelfinale wartet Jermaine Wattimena, der Ryan Joyce zum Auftakt mit 6:3 bezwang. Nach dem Ausscheiden von Niko Springer ist Schindler der letzte verbliebene deutsche Teilnehmer. Vor heimischem Publikum kämpft der an Position 31 gesetzte Brandenburger nun um den Einzug ins Viertelfinale.
Jonny Clayton bekommt es unterdessen mit Josh Rock zu tun. Der Waliser besiegte Springer mit 6:3 und spielte dabei einen Average von 98,47 Punkten. Rock überzeugte beim 6:1 gegen Chris Dobey sogar mit 100,74 Punkten im Schnitt und einem 154er-Finish. Der Nordire gewann nach dem verlorenen Auftaktleg sechs Durchgänge hintereinander.
Das Abendprogramm komplettieren Krzysztof Ratajski und Kevin Doets. Der Pole setzte sich in der ersten Runde mit 6:2 gegen Dave Chisnall durch. Doets sorgte dagegen für eine der größten Überraschungen des Freitags, als er Michael van Gerwen mit 6:3 bezwang. Nun kämpfen beide um einen Platz unter den letzten acht Spielern.
Nach den Achtelfinalpartien stehen sämtliche Viertelfinalisten der European Championship 2026 fest. Am Sonntag folgen zunächst die vier Viertelfinals, ehe am Abend die Halbfinals und das Endspiel ausgetragen werden. Am Sonntag gilt nach der Zeitumstellung wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Dann entscheidet sich, ob Gian van Veen seinen Titel verteidigen kann oder ein neuer Europameister gekrönt wird.









