Der Average gehört zu den wichtigsten Statistiken im Darts. Er zeigt, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt pro Aufnahme erzielt. Gemeint ist dabei meistens der 3-Dart-Average, also der durchschnittliche Punktwert pro drei geworfenen Darts.
Ein hoher Average steht in der Regel für starkes Scoring. Wer konstant hohe Aufnahmen spielt, setzt den Gegner unter Druck und kommt schneller in den Finishbereich. Trotzdem erzählt der Average nicht die ganze Geschichte eines Matches. Denn Darts wird nicht nur über hohe Scores entschieden, sondern auch über Doppel, Checkouts und den richtigen Moment.
Was bedeutet Average im Darts?
Der Average beschreibt den Punkteschnitt eines Spielers. Im professionellen Darts wird fast immer der 3-Dart-Average angegeben. Eine Aufnahme besteht aus maximal drei Darts. Wenn ein Spieler also einen Average von 100 spielt, bedeutet das: Er erzielt im Schnitt 100 Punkte pro drei Darts.
Der Wert hilft dabei, Leistungen besser einzuordnen. Ein Spieler mit einem Average von 105 hat in der Regel deutlich stärker gescort als ein Spieler mit einem Average von 82. Trotzdem kann der niedrigere Average reichen, wenn der Spieler seine Chancen besser nutzt und die entscheidenden Doppel trifft.
Wichtig ist: Der Average zählt alle geworfenen Darts mit. Dazu gehören hohe Scores auf die Triple 20, aber auch Setup-Darts, verpasste Doppel und Fehlwürfe. Deshalb kann der Wert im Verlauf eines Matches steigen oder fallen.
Wie wird der Average berechnet?
Die Berechnung ist grundsätzlich einfach. Man nimmt die erzielten Punkte, teilt sie durch die Anzahl der geworfenen Darts und rechnet das Ergebnis auf drei Darts hoch.
Die Formel lautet:
Erzielte Punkte ÷ geworfene Darts × 3 = 3-Dart-Average
Ein Beispiel: Ein Spieler beendet ein Leg von 501 Punkten mit 15 Darts.
501 ÷ 15 = 33,4 Punkte pro Dart
33,4 × 3 = 100,2 Average
Beispiel: So wirkt sich die Anzahl der Darts auf den Average aus
Die Tabelle zeigt, wie stark die Anzahl der benötigten Darts den Average verändert. Je schneller ein Spieler ein Leg beendet, desto höher fällt der Schnitt aus.
| Benötigte Darts | Berechnung | Average |
|---|---|---|
| 12 Darts | 501 ÷ 12 × 3 | 125,25 |
| 15 Darts | 501 ÷ 15 × 3 | 100,20 |
| 18 Darts | 501 ÷ 18 × 3 | 83,50 |
| 21 Darts | 501 ÷ 21 × 3 | 71,57 |
Ein 15-Darter entspricht also einem Average von 100,2. Je weniger Darts ein Spieler für ein Leg braucht, desto höher fällt der Average aus. Ein 12-Darter liegt entsprechend deutlich höher, ein 18-Darter niedriger.
Was ist ein guter Average?
Was als guter Average gilt, hängt stark vom Spielniveau ab. Im Freizeitbereich kann ein Average zwischen 50 und 60 bereits solide sein. Ambitionierte Vereinsspieler liegen oft darüber. Im Profibereich gelten andere Maßstäbe.
Bei PDC-Turnieren ist ein Average um 90 ordentlich, über 95 stark und über 100 sehr gut. Absolute Weltklasse-Leistungen liegen in einzelnen Matches auch deutlich über 105 oder 110. Solche Werte sind aber nicht die Regel, sondern zeigen außergewöhnlich starkes Scoring.
Entscheidend ist außerdem nicht nur ein einzelnes Match. Ein Spieler kann an einem Tag einen sehr hohen Average spielen und beim nächsten Turnier deutlich darunter bleiben. Aussagekräftiger wird der Wert, wenn man ihn über mehrere Spiele oder Turniere betrachtet.
Warum gewinnt nicht immer der höhere Average?
Der Average ist wichtig, aber er entscheidet kein Match allein. Darts wird in Legs gewonnen. Wer mehr Punkte scort, aber auf die Doppel zu viele Chancen liegen lässt, kann trotz höherem Average verlieren.
Das passiert häufig, wenn ein Spieler stark startet, sich viele Möglichkeiten erspielt, aber die Checkouts nicht nutzt. Der Gegner kann dann mit weniger Scoring trotzdem Legs gewinnen, wenn er im richtigen Moment die Doppel trifft.
Auch das Stellen im Finishbereich spielt eine Rolle. Wer sich ungünstige Restpunkte stellt oder auf Bogey-Zahlen landet, braucht zusätzliche Aufnahmen und verliert Rhythmus. Dadurch kann ein guter Average am Ende weniger wert sein, als er auf den ersten Blick aussieht.
Average und Doppelquote gehören zusammen
Um ein Match richtig zu bewerten, sollte der Average immer zusammen mit anderen Statistiken betrachtet werden. Besonders wichtig ist die Doppelquote. Sie zeigt, wie effizient ein Spieler seine Chancen zum Leggewinn nutzt.
Ein Beispiel: Spieler A hat einen Average von 101, trifft aber nur 20 Prozent seiner Doppel. Spieler B spielt einen Average von 94, checkt aber 50 Prozent seiner Möglichkeiten. In so einem Match kann Spieler B trotz niedrigerem Average gewinnen.
Deshalb ist der Average vor allem ein Hinweis auf das Scoring. Für die komplette Bewertung eines Spiels braucht es zusätzlich Doppelquote, Checkout-Höhe, gewonnene Legs und den Matchverlauf.
Neben dem normalen Average gibt es weitere Statistiken, die ein Match noch genauer einordnen. Besonders wichtig ist der First 9 Average, der nur die ersten neun Darts eines Legs betrachtet und damit vor allem die Scoringphase bewertet. Den Unterschied zwischen Average und First 9 Average erklären wir in einem eigenen Wissensartikel ausführlicher.
Der Average zeigt viel, aber nicht alles
Der Average ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Darts. Er zeigt, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt pro Aufnahme erzielt, und macht Leistungen vergleichbarer. Ein hoher Average steht meistens für starkes Scoring und konstanten Druck.
Trotzdem sollte der Wert nie allein betrachtet werden. Entscheidend sind auch Doppel, Checkouts, Finishwege und der Matchverlauf. Wer den Average richtig einordnet, versteht ein Darts-Match deutlich besser – aber er weiß auch: Der höchste Schnitt gewinnt nicht automatisch das Spiel.







