European Championship 2026: Schindler schreibt Darts-Geschichte – erster Deutscher im Major-Finale

Martin Schindler hat in der Dortmunder Westfalenhalle deutsche Darts-Geschichte geschrieben. Der 30-Jährige setzte sich am Sonntagabend im Halbfinale der European Championship 2026 mit 11:6 gegen Krzysztof Ratajski durch und erreichte als erster Deutscher das Finale eines großen individuellen PDC-Majors. Vor heimischem Publikum zeigte Schindler eine überzeugende Vorstellung und machte den bislang größten Erfolg seiner Karriere perfekt. Im Endspiel wartet Ross Smith, der Europameister von 2022.

Die Ausgangslage versprach ein spannendes Duell. Ratajski hatte wenige Stunden zuvor den Weltranglistenersten Luke Littler mit 10:6 ausgeschaltet und ging mit Rückenwind ins Halbfinale. Doch der Brandenburger knüpfte bei der European Championship 2026 nahtlos an seine starken Leistungen der vergangenen Tage an.

Ratajski sicherte sich zunächst das erste Leg, doch Schindler ließ sich davon nicht beeindrucken. Der Deutsche glich umgehend aus und gewann anschließend drei weitere Durchgänge zur 4:1-Führung. Nachdem der Pole auf 4:2 verkürzt hatte, folgte die stärkste Phase des Deutschen. Schindler gewann vier Legs hintereinander und baute seinen Vorsprung auf 8:2 aus. Mit konstant hohen Aufnahmen setzte er den Polen unter Druck und ließ ihm kaum Gelegenheit, den Rückstand zu verkürzen.

Ratajski verkürzte auf 8:3, doch „The Wall“ stellte mit dem nächsten Leggewinn auf 9:3. Der Finaleinzug bei der European Championship 2026 schien zu diesem Zeitpunkt bereits zum Greifen nah. Allerdings gab sich Ratajski noch nicht geschlagen. Der 49-Jährige kämpfte sich mit drei gewonnenen Legs in Folge auf 9:6 heran und brachte noch einmal Spannung in die Begegnung. Plötzlich stand der Brandenburger unter Druck, nachdem er zuvor das Geschehen weitgehend kontrolliert hatte.

Doch Schindler fand rechtzeitig zurück in die Erfolgsspur. Mit dem Leg zum 10:6 stoppte er die Aufholjagd seines Gegners. Im folgenden Durchgang ließ er nichts mehr anbrennen und machte den 11:6-Erfolg perfekt. Damit stand erstmals ein deutscher Spieler im Finale eines großen individuellen PDC-Majors. Die Statistiken verdeutlichen die starke Leistung des Deutschen. Schindler erreichte einen Drei-Dart-Average von 98,88 Punkten, während Ratajski auf 93,39 Punkte kam. Auch bei den 180ern hatte der Strausberger mit fünf zu zwei die Nase vorn.

Auf die Doppel verwandelte Schindler elf seiner 32 Versuche und erreichte eine Checkoutquote von 34,38 Prozent. Ratajski war mit sechs Treffern bei zwölf Versuchen zwar effizienter, konnte den Scoringvorteil seines Gegners jedoch nicht ausgleichen.

Historischer Meilenstein bei der European Championship 2026

Mit dem Finaleinzug setzt der Deutsche eine neue Bestmarke für den deutschen Dartsport. Max Hopp hatte 2018 das Halbfinale der European Championship erreicht, Gabriel Clemens stand bei der Weltmeisterschaft 2023 unter den letzten Vier. Den Sprung in ein großes individuelles PDC-Major-Finale hatte zuvor jedoch keiner geschafft. Besonders bemerkenswert ist der Weg des 30-Jährigen durch das Turnier. Nach einem knappen 6:5 gegen Wessel Nijman zum Auftakt folgte ein deutlicher 10:4-Erfolg über Jermaine Wattimena. Im Viertelfinale ließ er Jonny Clayton beim 10:1 kaum eine Chance, ehe er auch Ratajski bezwang.

Damit hat er sich ausgerechnet vor heimischem Publikum für das größte Endspiel seiner bisherigen Karriere qualifiziert. Der Deutsche ist nur noch einen Sieg davon entfernt, den bislang bedeutendsten Titel seiner Laufbahn zu gewinnen. Sein letzter Gegner ist Ross Smith. Der Engländer bezwang Gerwyn Price im ersten Halbfinale mit 11:7 und weiß bereits, wie sich ein Triumph bei der European Championship anfühlt. 2022 gewann er in Dortmund seinen ersten großen PDC-Titel.

Nun treffen zwei Spieler aufeinander, für die das Finale der European Championship 2026 eine besondere Bedeutung besitzt: Smith könnte zum zweiten Mal Europameister werden, Er dagegen für einen weiteren historischen Moment sorgen.

Ein Sieg gegen Ross Smith – und der 30-Jährige wäre der erste Deutsche, der einen großen individuellen PDC-Major-Titel gewinnt. Ausgerechnet in Dortmund, vor den eigenen Fans.

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