Ryan Searle hat nach seinem Sieg bei der Hungarian Darts Trophy 2026 nicht nur über das Ergebnis gegen Niko Springer gesprochen. Der Engländer nutzte das schnelle Zweitrundenmatch für eine klare Ansage dazu, wie Darts aus seiner Sicht gespielt werden sollte.
Die Nummer 12 der Welt hatte den deutschen Titelverteidiger am Samstagnachmittag mit 6:4 ausgeschaltet und dabei einen Average von 97,31 Punkten gespielt. Springer kam auf 94,23 Punkte. Auffällig war allerdings nicht nur das sportliche Niveau der Partie, sondern vor allem der flüssige Ablauf, den beide Spieler über weite Strecken aufrechterhielten.
„So sollte Darts gespielt werden. Keine Spielchen: drei Darts werfen, hingehen, sie holen und aus dem Weg gehen“, erklärte Searle nach der Partie gegenüber der PDC. Genau dieser Spielfluss hatte ihm gegen Springer besonders gefallen.
„Die Zuschauer wollen ein schnelles Spiel sehen“
„Heavy Metal“ machte deutlich, dass er wenig von unnötigen Verzögerungen während eines Matches hält. Spieler sollten aus seiner Sicht ihre Aufnahme absolvieren, die Darts aus dem Board holen und anschließend möglichst schnell Platz für den Gegner machen.
„Die Zuschauer wollen ein schönes, schnelles Spiel sehen“, sagte der Engländer. Unnötiges Herumlaufen, wiederholte Blicke auf die Anzeigetafel oder andere Verzögerungen gehören für ihn nicht zu einem flüssigen Match. Das Duell mit Springer entsprach dagegen genau dem Rhythmus, den Searle bevorzugt. Beide Spieler hielten das Tempo hoch, ohne dem Gegner lange Wartezeiten aufzuzwingen. Dass es dabei für ihn nicht ausschließlich um den Sieg ging, machte eine weitere Aussage deutlich „Ich habe das Spiel genossen – egal, ob ich gewonnen oder verloren hätte. Ein richtiges Match“, sagte Searle.
Gerade diese Aussage zeigt, welchen Stellenwert ein natürlicher Spielfluss für den 38-Jährigen besitzt. Für ihn gehört nicht nur die sportliche Qualität zu einem guten Dartsmatch, sondern auch ein Ablauf, bei dem beide Spieler ihren Rhythmus finden können.
Sportlich war die Partie gegen Springer dennoch alles andere als problemlos verlaufen. Der Engländer hatte sich zunächst eine 3:1-Führung erspielt, ehe der Titelverteidiger mit zwei gewonnenen Legs zum 3:3 ausglich. Dieser Moment veränderte nach Searles Aussage auch das Gefühl auf der Bühne. „Ich hatte mich am Anfang ziemlich wohlgefühlt. Als er das 3:3 machte, hat mich das ein bisschen unter Druck gesetzt“, erklärte der Engländer.
Ryan Searle reagierte anschließend mit zwei gewonnenen Legs und zog erneut auf 5:3 davon. Springer verkürzte noch einmal auf 4:5 und bekam im zehnten Leg die Gelegenheit, einen Decider zu erzwingen. Searle erklärte nach dem Match, dass sein Gegner in dieser Aufnahme zunächst zweimal das Triple getroffen hatte und anschließend eine Chance auf das Bullseye bekam.
Springer verpasste diese Möglichkeit. Der Engländer nutzte anschließend seine Chance und machte den 6:4-Erfolg bei der Hungarian Darts Trophy perfekt. Interessant wurde das Interview auch mit Blick auf den nächsten Gegner. Im Achtelfinale trifft der 38-Jährige auf Danny Noppert – einen Spieler, dessen natürlicher Rhythmus deutlich langsamer ist als der von Springer.
Eine grundsätzliche Kritik an langsameren Spielern äußerte „Heavy Metal“ allerdings ausdrücklich nicht. Für Searle besteht ein klarer Unterschied zwischen einem Spieler, der von Natur aus mehr Zeit für seine Aufnahmen benötigt, und einem Gegner, der bewusst versucht, das Tempo einer Partie zu verändern. „Danny spielt nicht langsam, um dich aus dem Rhythmus zu bringen. So spielt er einfach“, sagte Searle. Damit zieht der Engländer eine klare Grenze. Ein langsamer Spielstil allein ist für ihn kein Problem. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Spieler seinem natürlichen Rhythmus folgt oder versucht, durch unnötige Verzögerungen Einfluss auf den Gegner zu nehmen.
Er betonte gleichzeitig seinen Respekt vor Noppert und bezeichnete den Niederländer als hervorragenden Spieler. Die direkte Bilanz spricht vor dem Achtelfinale klar für Noppert: Von elf bisherigen Duellen gewann der Niederländer neun. „Da habe ich einiges aufzuholen“, sagte er mit Blick auf diese Statistik.
Der Engländer weiß damit genau, was ihn am Sonntag erwartet. Nopperts Rhythmus unterscheidet sich deutlich von dem schnellen Spiel gegen Springer, doch genau darin sieht Searle offenbar nicht das eigentliche Problem.
Nach dem temporeichen Duell mit Springer wartet bei der Hungarian Darts Trophy nun eine andere Aufgabe. Searles Aussagen zeigen jedoch deutlich: Nicht ein langsamer Rhythmus stört ihn, sondern bewusstes Verzögern und unnötige Spielchen.
Seine Vorstellung bleibt entsprechend einfach: drei Darts werfen, die Pfeile holen – und Platz für den nächsten Spieler machen.









