Adam Paxton denkt über seine Darts-Zukunft nach

Adam Paxton denkt nach massiven Drohungen gegen sich und seine Familie offen über seine Zukunft im Profidarts nach. Nach der 0:6-Niederlage gegen Krzysztof Ratajski bei Players Championship 28 erhielt der 26-Jährige nach eigenen Angaben Todesdrohungen – und stellte anschließend öffentlich die Frage, ob sich der Aufwand einer Profikarriere unter solchen Umständen noch lohnt.

Sportlich verliefen die vergangenen Monate für „Pacman“ ohnehin schwierig. Seine besten Ergebnisse in dieser Saison waren zwei Einzüge in die Runde der letzten 32 auf der ProTour. In Leicester gelangen ihm zuletzt immerhin wieder zwei Siege, bevor er gegen Ratajski deutlich verlor.

Doch die sportliche Niederlage rückte schnell in den Hintergrund. Auf Facebook schilderte Paxton, dass er nach der Partie Nachrichten erhalten habe, die für ihn eine neue Grenze überschritten hätten. „Ich kann damit umgehen, wenn Trolle sagen, ich sei schlecht, fragen, wie ich überhaupt eine Tour Card bekommen habe oder behaupten, Spieler aus ihrem Pub würden mich schlagen“, schrieb Paxton. „Aber tatsächliche Todesdrohungen gegen mich und meine Familie zu bekommen, ist eine völlig andere Dimension.“

Todesdrohungen bringen „Pacman“ ins Grübeln

Der Engländer machte deutlich, dass er die Nachrichten nicht einfach ignorieren möchte. Nach eigener Aussage habe er bereits Kontakt zu den zuständigen Stellen aufgenommen und werde die betreffende Person melden.

Besonders beschäftigt ihn die Frage, warum solche Drohungen überhaupt als vermeintlicher Teil des Profisports hingenommen werden sollten. „Warum denken Menschen, dass es in Ordnung ist, so etwas zu tun?“, fragte Paxton. Selbst wenn manche Drohungen möglicherweise nicht ernst gemeint seien, ändere das für ihn nichts an der Situation. „Man weiß nie, wie verrückt Menschen heutzutage sein können. Und macht es das deshalb in Ordnung? Soll ich einfach akzeptieren, dass das dazugehört, wenn man professioneller Spieler ist?“

Nach Einschätzung des 26-Jährigen stecken hinter einem Teil solcher Nachrichten verärgerte Wettkunden, die Geld verloren haben und ihren Frust anschließend bei den Spielern abladen.

Gerade deshalb wollte „Pacman“ mit seinem Beitrag nicht nur auf seine eigene Situation aufmerksam machen. Er verwies darauf, wie viel professionelle Dartspieler investieren müssen. Zeit, Reisen, Geld und Familienleben würden dem Sport untergeordnet. In seinem eigenen Fall komme hinzu, dass er seine Karriere selbst finanziere. „Wir Spieler opfern viel Zeit, Aufwand, Geld und Familienzeit, um so gut wie möglich zu sein und den Sport zu repräsentieren“, schrieb Paxton. „Und dann bekommt man Todesdrohungen, weil offensichtlich jemand eine Wette verloren hat.“

Die Nachrichten haben ihn offenbar stärker getroffen als gewöhnliche Kritik im Netz. Paxton stellte offen infrage, ob der Aufwand und die Belastung einer Profikarriere unter solchen Umständen noch gerechtfertigt seien. „Es lässt einen schon darüber nachdenken, ob es nicht einfacher wäre, mich auf meine Karriere außerhalb des Darts zu konzentrieren und einfach mit meinen Freunden im Pub zu spielen.“

Für „Pacman“ geht es damit nicht mehr nur um Ergebnisse auf der ProTour. Die jüngsten Nachrichten haben bei ihm eine grundsätzliche Frage ausgelöst: Wie viel ist eine Profikarriere wert, wenn sportliche Niederlagen persönliche Drohungen gegen die eigene Familie nach sich ziehen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert