Dave Chisnall: Selbstkritik nach Zittersieg – nun wartet Wessel Nijman

Dave Chisnall hat bei der Hungarian Darts Trophy die erste Hürde genommen, war mit seiner eigenen Leistung anschließend allerdings alles andere als zufrieden. Gegen den ungarischen Host-Nation-Qualifier geriet der Engländer früh unter Druck und stand sogar kurz davor, mit 0:3 in Rückstand zu geraten. Am Ende kämpfte sich „Chizzy“ in die Partie zurück und sicherte sich den Einzug in die zweite Runde. Dort wartet am Samstag mit Wessel Nijman allerdings eine deutlich schwierigere Aufgabe.

Vor allem die Anfangsphase bereitete dem 45-Jährigen große Probleme. Sein Gegner erwischte den besseren Start, führte mit 2:0 und hatte anschließend die Chance, den Vorsprung weiter auszubauen. Genau in dieser Phase gelang Chisnall mit einem 136er-Checkout der entscheidende Befreiungsschlag.

„Wenn ich da mit 0:3 in Rückstand gerate, hätte ich große Probleme bekommen“, sagte der Engländer nach der Partie gegenüber der PDC. Der in St Helens geborene Dartprofi machte keinen Versuch, seine Vorstellung schöner darzustellen, als sie gewesen war. Er habe ohnehin Probleme gehabt, während sein Gegner gut gescort und seine Doppel früh getroffen habe.

Für „Chizzy“ war deshalb vor allem entscheidend, die Partie überhaupt noch gedreht zu haben. Gleichzeitig stellte er klar, dass eine solche Leistung im weiteren Turnierverlauf kaum ausreichen dürfte. „So gewinnt man keine Turniere. Es war ein Kampf, aber ich bin durchgekommen – und das ist das Wichtigste“, erklärte er.

Auch die Atmosphäre in Budapest spielte aus seiner Sicht eine Rolle. Als der ungarische Qualifier die ersten Legs gewann, stand das Publikum erwartungsgemäß geschlossen hinter dem Außenseiter. Der 45-Jährige kennt solche Situationen aus seiner langen Karriere, fühlte sich auf der Bühne dieses Mal aber dennoch ungewöhnlich angespannt. „Ich war hier einfach unglaublich angespannt. Vielleicht lag es auch am Publikum, aber daran bin ich eigentlich gewöhnt“, sagte Chisnall. Seit rund 16 Jahren spiele er bereits unter solchen Bedingungen. Eine Ausrede wollte er daraus entsprechend nicht machen. Für die zweite Runde müsse eine Steigerung her – und genau die kündigte er unmittelbar an.

Chisnall wartet noch auf den ersten Sieg gegen Nijman

Am Samstag bekommt der frühere Budapest-Sieger mit Wessel Nijman einen der formstärksten Spieler der vergangenen Monate vor die Brust. Besonders interessant ist dabei die bisherige Bilanz zwischen beiden Spielern. Viermal standen sich Chisnall und der Niederländer bislang gegenüber, viermal ging Nijman als Sieger vom Board.

Beeindrucken lässt sich „Chizzy“ davon allerdings nicht. Für den Engländer beginnt jedes Match bei null – unabhängig davon, wie die vorherigen Begegnungen verlaufen sind. „Er hat mich viermal geschlagen, aber jeder Tag ist anders“, sagte der 45-Jährige mit Blick auf das nächste Duell. Anschließend machte er deutlich, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse auf der Bühne verschieben können: „Morgen kann ich rausgehen, 180, 180, 140, 140 werfen und ihn schlagen.“

Genau dafür dürfte allerdings eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein. Gegen den ungarischen Qualifier konnte Chisnall einen schwierigen Start noch korrigieren. Gegen Nijman dürfte er sich längere Schwächephasen kaum erlauben können. Dass „Chizzy“ weiß, wie man in Budapest erfolgreich spielt, hat er bereits bewiesen. 2023 gewann er die Hungarian Darts Trophy und kennt damit das Gefühl, am Ende eines European-Tour-Wochenendes in der ungarischen Hauptstadt ganz oben zu stehen.

Nun geht es zunächst darum, eine für ihn unangenehme Serie zu beenden. Nach vier Niederlagen in vier Duellen wartet gegen Nijman noch immer der erste Sieg. Der Auftakterfolg war deshalb vor allem eines: überstanden. Am Samstag beginnt für Chisnall die deutlich größere Prüfung.

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