Mike De Decker verteidigt Van den Bergh: „Sie haben ihn einfach runtergemacht“

Mike De Decker hat sich deutlich vor Dimitri Van den Bergh gestellt. Während der ehemalige World-Matchplay-Sieger sportlich eine schwierige Phase durchlebt und sich vorerst aus dem professionellen Darts zurückgezogen hat, kritisiert er vor allem den Umgang mit seinem Landsmann in Belgien.

Im Gespräch mit „Darts Draait Door“ erinnerte De Decker daran, welche Rolle Van den Bergh in den vergangenen Jahren für den belgischen Dartsport gespielt hat. „Er hat die Fahne für den belgischen Dartsport hochgehalten. Vor allem in den vergangenen fünf Jahren, seit er 2020 das World Matchplay gewonnen hat.“

Besonders deutlich wurde der Belgier beim Umgang mit seinem Landsmann während dessen Formkrise: „Großartig für Dimi“, sagte er sarkastisch. „Er musste spielen, aber ganz Belgien machte ihn bereits fertig, weil es bei ihm nicht lief. Statt ihn aufzubauen und zu unterstützen … nein, sie haben ihn einfach runtergemacht.“

De Decker kritisiert den Umgang mit Van den Bergh

Die Kritik kommt nicht aus dem Nichts. „The Dreammaker“ kämpft seit längerer Zeit mit seiner Form und sprach selbst offen darüber, dass ihm zeitweise das Vertrauen in seinen Wurf fehlte. Gleichzeitig war der Druck auf den Belgier groß, weil er über Jahre zu den wichtigsten Gesichtern des Dartsports in seinem Heimatland gehörte.

Beim World Cup of Darts wurde die schwierige Situation noch einmal sichtbar. De Decker und sein Teamkollege traten gemeinsam für Belgien an, doch die Zusammenarbeit verlief nicht ohne Probleme. „The Real Deal“ erklärte später, dass es schwierig gewesen sei, sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren und gleichzeitig zu versuchen, seinen Partner mit durch die Partie zu ziehen.

Genau hier bekommt seine Kritik eine klare Berechtigung. Die aktuellen Leistungen des 31-Jährigen können und müssen sportlich bewertet werden. Wer allerdings so tut, als hätte Van den Bergh dem belgischen Darts in den vergangenen Jahren wenig gegeben, macht es sich zu einfach.

Der World-Matchplay-Titel 2020 war kein Zufallstreffer, sondern der Höhepunkt einer Phase, in der der ehemalige Major-Sieger Belgien regelmäßig auf den großen PDC-Bühnen vertreten hat. Dazu kamen weitere tiefe Runs bei Major-Turnieren und eine lange Zeit als feste Größe in der erweiterten Weltspitze.

Der 30-jährige De Decker kennt die andere Seite ebenfalls. Nach seinem Durchbruch und dem Gewinn des World Grand Prix 2024 verlief auch seine weitere Entwicklung nicht geradlinig. Formschwankungen und Materialfragen gehörten ebenso dazu wie die Suche nach mehr Konstanz.

Damit steckt hinter seinen Aussagen über Van den Bergh auch eine größere Geschichte. Belgien konnte sich vor wenigen Jahren mit zwei Major-Siegern gleichzeitig Hoffnungen auf eine dauerhaft starke Position im internationalen Darts machen. Inzwischen befindet sich der eine in einer persönlichen Auszeit, während der Belgier aus Mechelen selbst um Stabilität kämpft.

Von einer grundlegenden Krise des belgischen Darts zu sprechen, wäre trotzdem zu pauschal. Hinter den beiden bekanntesten Namen des Landes gibt es weiterhin Spieler mit Potenzial, und auch im Nachwuchsbereich kommt Bewegung nach. Die aktuelle Situation zeigt aber, wie schnell sich die Wahrnehmung verändern kann, wenn Ergebnisse ausbleiben.

Gerade deshalb ist die Einordnung von De Decker wichtig. Sportliche Kritik gehört zum Profisport. Einen Spieler in einer Formkrise jedoch auf seine schwächsten Monate zu reduzieren und die Jahre davor praktisch auszublenden, ist zu billig.

Wann Dimitri Van den Bergh wieder dauerhaft auf die PDC-Bühne zurückkehrt, ist derzeit offen. De Decker will seinen Freund dabei nicht zusätzlich unter Druck setzen. Seine Botschaft ist trotzdem klar: Wer über die aktuelle Krise spricht, sollte auch nicht vergessen, welchen Anteil „The Dreammaker“ daran hatte, den belgischen Dartsport überhaupt auf dieses Niveau zu bringen.

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