Scott Williams über seine Unberechenbarkeit: „Ich habe keinen Filter“

Scott Williams gehört zu den Spielern, die auf und neben der Bühne selten lange nach Worten suchen. Der Engländer gilt als direkt, spontan und bisweilen unberechenbar. Genau diese Art ist für ihn Teil seiner Persönlichkeit – auch wenn sie ihn nach eigener Aussage bereits mehrfach in Schwierigkeiten gebracht hat.

In einem aktuellen Interview sprach Williams offen darüber, warum er sich selbst als „exzentrisch und unberechenbar“ beschreibt und weshalb er mit klassischem Medientraining wenig anfangen kann. Für den 36-Jährigen zählt dabei vor allem, auch als Profi authentisch zu bleiben. „Das Wichtigste ist, denke ich, dass man sich selbst treu bleibt“, erklärte Williams. „Leider bin ich jemand, der ein bisschen exzentrisch und unberechenbar ist. Ich sage manchmal die falschen Dinge zum falschen Zeitpunkt, weil ich im Grunde keinen Filter habe.“

Mit zunehmender Aufmerksamkeit steigen für PDC-Profis auch die Medienpflichten. Er merkt selbst, dass spontane Aussagen in Interviews schnell größere Wirkung entfalten können. Trotzdem möchte der 36-Jährige seinen öffentlichen Auftritt nicht vollständig glätten.

Williams will sich nicht durch Medientraining verändern

Ein klassisches Medientraining lehnt der Engländer deshalb eher ab. Er habe zwar gelernt, mit Interviews und öffentlicher Aufmerksamkeit besser umzugehen, wolle dabei aber nicht das verlieren, was seine Auftritte auszeichnet. „Ich lerne immer noch, wie diese ganze Medienwelt funktioniert“, sagte Williams. „Ich habe kein Medientraining bekommen und ich will auch keins. Ich denke, sonst wäre es nicht mehr so roh und natürlich.“

Wie schnell solche Momente eine eigene Dynamik entwickeln können, zeigte ein Vorfall beim Grand Slam of Darts. Dort sorgte eine Handgeste in Richtung Luke Humphries auf einem TV-Standbild für Aufmerksamkeit. Nach Darstellung des PDC-Profis war die Situation nicht böse gemeint, bekam außerhalb des ursprünglichen Zusammenhangs aber eine deutlich größere Wirkung.

Der Engländer verweist zudem auf die besondere Situation direkt nach einem Match. Nach einem wichtigen Sieg seien Emotionen und Adrenalin noch hoch, während gleichzeitig sofort Interviews geführt werden. Für einen Spieler, der ohnehin wenig filtert, könne das schnell zu Aussagen führen, die später anders wirken als im Moment selbst.

„Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sie mich in den letzten drei Jahren nicht mehr auf der Bühne interviewt haben, denn ich sage dumme Dinge“, erklärte Williams. Ganz unbelehrbar sieht er sich dennoch nicht. Er versuche inzwischen bewusster darauf zu achten, wie er sich öffentlich äußert, ohne seine Persönlichkeit komplett zu verändern. Mit einem Augenzwinkern erklärte der 36-Jährige, dass er während des Gesprächs immerhin noch nicht geflucht habe.

Genau darin liegt die Spannung bei Williams: Seine Direktheit macht ihn interessant, erhöht aber zugleich das Risiko, dass ein spontaner Satz größer wird als das eigentliche Interview.

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