Rob Cross über Beau Greaves: „Je öfter sie hier oben spielt, desto besser wird sie“

Beau Greaves hat bei ihrem Debüt auf der European Tour nicht nur Geschichte geschrieben, sondern Rob Cross beinahe aus dem Turnier geworfen. Die 22-Jährige spielte bei der Hungarian Darts Trophy 2026 einen Average von 104,88 Punkten, warf fünf 180er und führte zwischenzeitlich mit 5:4. Erst im Entscheidungsleg setzte sich der frühere Weltmeister mit 6:5 durch.

Cross musste die letzten beiden Legs gewinnen, um das Match noch zu drehen. Anschließend räumte „Voltage“ ein, dass er im Decider durchaus etwas Glück gehabt habe. „Ich habe sehr viel Zeit für Beau. Sie ist brillant“, sagte Cross im Gespräch mit der PDC. „Das ganze Match über trifft sie Tons. Ich werfe 60, ich werfe 45 – und sie trifft weiter ihre Tons.“

Gerade im letzten Leg habe sich möglicherweise noch die fehlende Erfahrung auf einer großen Bühne bemerkbar gemacht. Cross vermutete, dass Greaves durch die Reaktionen aus dem Publikum bei einigen großen Zahlen etwas beeinflusst worden sein könnte.

„Am Ende bin ich im letzten Leg ein bisschen davongekommen. Vielleicht hat sie ein paar große Zahlen verpasst, vielleicht wegen der Reaktion des Publikums. Ich schaue da nicht hin. Aber sie wird ihren Weg machen.“

Cross sieht bei Greaves noch weiteres Potenzial

Für Cross liegt der entscheidende Punkt nicht in der grundsätzlichen Qualität von Greaves. Die Engländerin hat auf der Women’s Series und inzwischen auch auf der ProTour längst gezeigt, welches Niveau sie erreichen kann. Der ehemalige Weltmeister glaubt vielmehr, dass zusätzliche Erfahrungen auf den großen PDC-Bühnen ihr Spiel noch einmal weiterbringen können.

„Ich denke, wenn sie ihr Handwerk weiter lernt – auf dem Floor war sie dieses Jahr phänomenal und auf der Women’s Series großartig“, erklärte Cross. „Je öfter du sie hier oben hinstellst, desto höher wird sie scoren, desto mehr wird sie zeigen. Sie wird ihren Weg machen.“

Genau darin liegt die bemerkenswerte Einordnung von Cross. Ein 104,88er-Average gegen einen ehemaligen Weltmeister ist kein Wert, der nur wegen des historischen Debüts auffällt. Greaves zeigte damit, dass sie auch auf diesem Niveau konkurrenzfähig ist und gegen einen Spieler wie Cross über die volle Distanz mithalten kann. Cross zweifelt offenbar nicht an ihrer grundsätzlichen Qualität – er erwartet vielmehr, dass weitere Bühnenauftritte ihr Scoring und ihre Leistungen noch steigern werden.

Für Greaves endete die Hungarian Darts Trophy zwar bereits in der ersten Runde, sportlich hinterließ sie aber deutlich mehr als nur einen historischen Eintrag. Fünf 180er, eine zwischenzeitliche 5:4-Führung und ein Match, das Cross erst im Decider für sich entschied, geben seiner Prognose zusätzlich Gewicht. Weitere Auftritte auf dieser Bühne dürften damit eher eine Frage des Wann als des Ob sein.

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