Josh Rock nach Whitewash-Sieg selbstkritisch: „Ich muss mich selbst in den Hintern treten“

Josh Rock steht bei der Hungarian Darts Trophy 2026 im Achtelfinale, zufrieden war der Nordire nach seinem 6:0 gegen Joe Cullen aber keineswegs. Trotz des deutlichen Ergebnisses kritisierte der 25-Jährige vor allem seine fehlende Vorbereitung und machte deutlich, dass er nach dem World Matchplay zu wenig Zeit am Practice Board investiert habe.

Der Spielstand täuschte dabei über die Qualität der Partie hinweg. Weder Josh Rock noch Cullen erreichten das Niveau, das beide normalerweise im Scoring zeigen können. Besonders vom Engländer hatte der 25-Jährige nach dessen Auftritt am Vorabend deutlich mehr erwartet. „So wie Joe gestern Abend gespielt hat, hatte ich eigentlich mit einer ganz anderen Leistung gerechnet“, sagte „Rocky“ anschließend im Gespräch mit der PDC. „Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin: Seit dem Matchplay habe ich nicht die nötige Zeit und Arbeit investiert. Ich habe nicht viel trainiert, und das sieht man auf dem Board.“

Diese fehlende Vorbereitung habe sich nach Ansicht des Nordiren bereits bei seinen Auftritten in Neuseeland und Australien bemerkbar gemacht „Ich muss mir selbst einen Tritt in den Hintern geben und wieder ans Practice Board gehen, weil es im Moment einfach nicht gut genug ist.“

„Ich muss endlich wieder in die Spur kommen“

Ganz ohne Höhepunkte blieb der Auftritt allerdings nicht. Rock gelangen einige gute Finishes, darunter ein 130er-Checkout. Insgesamt blieb die Leistung beim 6:0 aber weit hinter dem zurück, was der Nordire selbst von sich erwartet. „Ich war einfach sehr, sehr nachlässig, was das Training angeht. Das ist meine eigene Schuld“, erklärte er. „Ich weiß aber, was ich tun muss. Ich muss mir selbst diesen Tritt geben und weitermachen.“

Wie gering seine eigenen Erwartungen vor dem Wochenende waren, machte der Nordire mit einer bemerkenswert offenen Aussage deutlich. Selbst seinem Manager Robbie habe er bereits gesagt, dass er in Budapest nicht unbedingt mit einem tiefen Lauf rechne. „Ich habe sogar zu meinem Manager Robbie gesagt, dass ich diese Woche nicht mit einem großen Lauf rechne, weil ich die Zeit und die Arbeit nicht investiert habe. Das ist meine Schuld. Natürlich bin ich sehr glücklich, in der nächsten Runde zu stehen, und jetzt muss ich darauf aufbauen.“

Im Achtelfinale wartet Chris Dobey. Die bisherigen Duelle der beiden versprechen erneut eine enge Partie. Auch Rock hofft auf ein knappes Match: „Hoffentlich. Drücken wir die Daumen.“ Für den weiteren Saisonverlauf hat sich der Nordire deshalb selbst eine klare Vorgabe gemacht. „Von jetzt an bis zum Ende des Jahres muss ich mir selbst einen Tritt in den Hintern geben. Ich will viele Majors und natürlich Titel gewinnen. Also muss ich endlich wieder in die Spur kommen, sonst werde ich gar nichts gewinnen.“

Mut machen kann Rock seine Bilanz in Budapest. Im Interview wurde der Nordire darauf angesprochen, dass er bei seinen bisherigen Auftritten nur einmal vor dem Viertelfinale ausgeschieden ist und im vergangenen Jahr sogar das Halbfinale erreichte. Auch diesmal steht er nach dem Sieg gegen Cullen erneut unter den letzten 16.

Mindestens genauso wichtig ist für ihn die Unterstützung im MVM Dome. Rock hob die Stimmung in Budapest ausdrücklich hervor und entschuldigte sich mit einem Lächeln sogar bei den Fans für die Qualität der Partie gegen Cullen. „Die Fans waren jedes Mal fantastisch. Es tut mir wirklich leid wegen des Matches zwischen mir und Joe, aber ihr seid immer das beste Publikum. Vielen Dank.“

Mit Chris Dobey wartet nun allerdings eine deutlich härtere Prüfung. Will Rock seinen erneut tiefen Lauf bei der Hungarian Darts Trophy fortsetzen, wird er sich gegenüber dem Whitewash gegen Cullen trotz des deutlichen Ergebnisses steigern müssen. Der 25-Jährige weiß selbst am besten, wo er dafür ansetzen muss.

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