Chris Dobey und Nathan Aspinall verstehen sich abseits der Bühne bestens. Am Sonntagabend wird diese Freundschaft allerdings für einige Legs ruhen. Nach seinem 6:3 gegen Josh Rock trifft der Engländer im Viertelfinale der Hungarian Darts Trophy 2026 ausgerechnet auf „The Asp“ – und der hatte sich dieses Duell zuvor sogar gewünscht.
Chris Dobey zog mit einem spektakulären Schlusspunkt in die Runde der letzten Acht ein. Beim Stand von 5:3 ließ der Engländer 170 Punkte stehen und checkte den Big Fish zum Matchgewinn. Es war der auffälligste Moment einer Partie, die spielerisch nicht durchgehend auf höchstem Niveau verlief.
„Es ist immer schön, einen Big Fish zu checken“, sagte Dobey nach der Partie im PDC-Interview. Gleichzeitig räumte er ein, dass weder er noch Rock ihr bestes Spiel gezeigt hätten. Trotzdem habe er von Beginn an mit einem schwierigen Duell gerechnet. Beide kennen sich gut, beide wissen um die Stärken des anderen und beide können mit hohen Scores jederzeit Druck aufbauen.
Für den Engländer war deshalb vor allem der starke Start wichtig. Statt wie in anderen Partien früh einem Rückstand hinterherzulaufen, ging er diesmal mit 3:0 in Führung. Rock verkürzte zwar im weiteren Verlauf mehrfach, doch der 36-Jährige hielt seinen Vorsprung und brachte sich damit in die Position, das Match mit dem 170er-Finish zu beenden.
Auch statistisch war der Erfolg auffällig. Er traf sechs seiner neun Versuche auf Doppel und kam damit auf eine Quote von 66,67 Prozent. Sein Average lag bei 91,78 Punkten, Rock spielte 88,05. Das 170er-Finish stellte zugleich den bisherigen Turnierbestwert beim Checkout ein.
Aspinall bekommt seinen Wunschgegner
Nach seinem eigenen Achtelfinalsieg hatte Aspinall erklärt, dass er im Viertelfinale gerne auf seinen Freund Dobey treffen würde. Wenig später erfüllte „Hollywood“ ihm diesen Wunsch. Damit bekommt der Finalabend in Budapest ein Duell mit zusätzlicher persönlicher Note.
Besonders freundlich dürfte es am Oche dennoch nicht werden. „Wir werden uns beide den Hintern aufreißen, um den anderen zu schlagen“, sagte Dobey mit Blick auf das Viertelfinale. Für einige Legs zählt damit nicht die Freundschaft, sondern ausschließlich der Einzug ins Halbfinale.
Dabei hat der 36-Jährige offenbar noch eine kleine Rechnung offen. Aspinall habe die „Bragging Rights“ im direkten Vergleich bereits seit einiger Zeit auf seiner Seite. „Es wäre schön, mal wieder einen gegen ihn zu gewinnen“, erklärte der Engländer.
Gerade dieser Satz zeigt, dass hinter dem lockeren Umgang miteinander durchaus sportlicher Ehrgeiz steckt. Beide kennen das Spiel des anderen sehr genau und wissen, wie unangenehm der Gegenüber werden kann. Für Dobey bietet das Viertelfinale deshalb nicht nur die Chance auf das Halbfinale, sondern auch darauf, die „Bragging Rights“ wieder auf seine Seite zu holen.
Auch die Unterstützung in Budapest hob der Engländer nach seinem Sieg hervor. „Diese Jungs hier haben uns das ganze Match unterstützt, und das gibt dir einen Schub“, sagte er. Gerade wenn man bei einem Turnier allein unterwegs sei, könne die Unterstützung aus dem Publikum zusätzliche Energie geben.
Für ihn dürfte diese Unterstützung auch am Abend wieder eine Rolle spielen. Die Viertelfinals eröffnen die entscheidende Session der Hungarian Darts Trophy 2026, anschließend folgen Halbfinals und Finale. Der Sieger des Duells zwischen Aspinall und Dobey bleibt damit bis tief in den Finalabend im Rennen um den Titel.
Am Oche hilft die Freundschaft zwischen den beiden Engländern jedoch nicht weiter. Einer zieht ins Halbfinale ein, einer scheidet aus – und Dobey will dabei nicht nur den nächsten Schritt in Budapest machen, sondern auch die „Bragging Rights“ wieder auf seine Seite holen.










