Nathan Aspinall ist bei der Hungarian Darts Trophy 2026 ins Achtelfinale eingezogen – zufrieden war der Engländer anschließend allerdings überhaupt nicht. Nach seinem Sieg gegen Ryan Joyce ging „The Asp“ mit seiner eigenen Leistung hart ins Gericht. Gleichzeitig schwärmte er von der Atmosphäre im MVM Dome und erklärte, warum ihm volle Hallen offenbar deutlich besser liegen als die ProTour.
Schon vor dem Match war klar, dass Joyce ein unangenehmer Gegner werden würde. Der Engländer hatte sich in der ersten Runde mit 6:3 gegen Cristo Reyes durchgesetzt und damit das Duell mit dem an Position 14 gesetzten Aspinall erreicht. „Gegen Ryan ist es immer harte Arbeit“, sagte Aspinall anschließend im Interview mit der PDC. „Diese Siege gegen ihn kommen nie einfach, weil er einer der gefährlichsten Finisher im Spiel ist. Wenn du etwas liegen lässt, ist er sofort da.“
Mit seiner eigenen Vorstellung konnte sich der 35-Jährige dagegen kaum anfreunden. „Das war Müll, oder? Das war richtig scheiße. Entschuldigung, aber das war schrecklich“, sagte er nach dem Match. „Ich wollte heute Abend eine gute Show liefern. Im Practice Room habe ich mich wirklich gut gefühlt, aber ich habe schlecht gespielt. Aber ich habe gewonnen.“
Gerade das Ergebnis war für Aspinall deshalb das Entscheidende. Solange er im Turnier bleibe, habe er schließlich die Möglichkeit, es am Sonntag besser zu machen. „Von Anfang bis Ende war mein Scoring schlecht, mein Finishing war schlecht. Aber ich habe gewonnen. Solange ich noch im Turnier bin, kann ich es korrigieren. Heute gibt es einen frühen Abend und morgen bin ich bereit.“
„Gebt mir Atmosphäre – dann gehört die Bühne mir“
Einen Moment genoss „The Asp“ trotz seiner Unzufriedenheit besonders. Bei einem Versuch auf das 170er-Finish stieg die Lautstärke im MVM Dome deutlich an. Die beiden Triple-20 traf er, der abschließende Dart auf das Bullseye verfehlte sein Ziel.
Genau solche Situationen seien es, die ihn antreiben. „Ich liebe das. Ich liebe die Zuschauer“, erklärte der frühere World-Matchplay-Champion. „Wenn ich auf 170 stehe und alle anfangen zu jubeln, bekomme ich dieses Feuer im Bauch, das Herz beginnt schneller zu schlagen. Persönlich spiele ich dann mein bestes Darts.“
Anschließend lieferte der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern gleich noch eine Erklärung für seine teilweise wechselhaften Leistungen ab: „Wenn es ruhig ist, bin ich Müll. Deshalb bin ich auf der ProTour so schlecht. Gebt mir Atmosphäre – dann gehört die Bühne mir.“
Die Unterstützung in Budapest war dabei kaum zu übersehen. Im Publikum waren mehrere Aspinall-Shirts und sogar ein „Team Aspinall“-Schal zu sehen. Für den Engländer ist diese Unterstützung längst zu einem wichtigen Faktor geworden. „Egal, wohin ich komme, die Unterstützung ist unglaublich. Ich weiß nicht warum. Es muss am Song liegen, es kann nicht an mir liegen“, scherzte er. „Manchmal, wenn ich schlecht spiele wie heute, treiben mich die Zuschauer an. Sie rufen meinen Namen, ich spüre ihre Energie und dass sie wollen, dass ich gewinne.“
Zum Abschluss gab er den Fans deshalb noch ein Versprechen mit auf den Weg: „Ich habe heute Abend gewonnen – und ich verspreche euch, dass ich morgen viel besser sein werde.“ Im Achtelfinale wartet nun Michael van Gerwen. Damit könnte Aspinalls angekündigte Leistungssteigerung schon am Sonntag dringend benötigt werden.










