Luke Littler hat sich in der Premier League Darts nicht lange mit dem Blick zurück aufgehalten. Nach seinem fünften Wochentitel der Saison in Aberdeen sprach der Engländer weniger über den nächsten Sieg als über das nächste Ziel: seinen eigenen Bestwert aus dem Vorjahr.
Der 19-Jährige gewann Night 13 durch ein 6:5 im Finale gegen Luke Humphries. Das Endspiel ging über die volle Distanz, ehe Littler den Abend für sich entschied und die Tabellenführung zurückeroberte. Im Bühneninterview nach dem Finale fiel seine erste Einschätzung knapp aus: „Gutes Match.“ Danach wurde der Blick aber schnell größer.
Littler will eigenen Bestwert übertreffen
Mit dem Erfolg in Schottland steht „The Nuke“ nun bei fünf Wochentiteln in der laufenden Premier-League-Saison. Im Vorjahr kam er auf sechs Tagessiege. Genau diese Marke ist nun sein nächster Antrieb.
„Das Ziel ist nun, meinen Rekord vom letzten Jahr zu verbessern“, sagte Littler nach seinem Sieg auf der Bühne. Drei Spieltage bleiben ihm noch, um mindestens einen weiteren Abend zu gewinnen und seinen Vorjahreswert einzustellen oder sogar zu übertreffen.
Damit bekommt der Schlussspurt der Ligaphase eine zusätzliche Ebene. Der Engländer ist bereits für die Play-offs qualifiziert, doch für ihn geht es nicht mehr nur um das Ticket für die Finals Night. Es geht um Platz eins, Selbstvertrauen und die Frage, ob er seine ohnehin starke Premier-League-Bilanz noch weiter nach oben schieben kann.
Platz eins als nächstes Signal
Der Titel in Aberdeen hatte auch direkte Auswirkungen auf die Tabelle. Littler übernahm wieder Platz eins und liegt drei Spieltage vor dem Ende der Ligaphase zwei Punkte vor Jonny Clayton. Beide Spieler haben ihr Play-off-Ticket bereits sicher.
„Zurück auf Platz eins, ich will natürlich auch am Ende oben stehen“, stellte der Tabellenführer klar im weiteren Verlauf des Gespräches. Der Satz zeigt, dass der Vorrundensieg nicht als Nebensache betrachtet wird. Wer die Ligaphase an der Spitze beendet, geht mit einem zusätzlichen Signal in die Finals Night.
Auch über Clayton sprach Littler gelassen. Mit Blick auf seinen Verfolger sagte er, er wisse nicht, ob dieser wirklich schlaflose Nächte habe, um die Premier League als Erster zu beenden. Der Ton blieb locker, die Botschaft aber deutlich: Der Druck ist da, scheint ihn aber nicht besonders schwer zu nehmen.
Schlussspurt mit Rückenwind
Der Sieg in Aberdeen kam für Littler zum richtigen Zeitpunkt. Nach Night 13 bleiben nur noch drei Spieltage, jeder weitere Erfolg kann die Ausgangslage vor der Finals Night schärfen. Gerade das enge Finale gegen Humphries passte dabei in das Bild eines Spielers, der auch unter Druck wieder Wege findet.
Der 19-Jährige verwies nach dem Abend selbst auf seine mentale Lage. „Ich bin mit viel Selbstvertrauen hierhergekommen“, sagte er. Auch das Publikum nahm er wahr: Die Stimmung sei gut gewesen, aber ruhiger als bei früheren Spieltagen.
Für Luke Littler ist Aberdeen damit mehr als ein weiterer Eintrag in der Statistik. Der fünfte Wochentitel bringt ihn zurück an die Spitze, hält den eigenen Rekord in Reichweite und gibt dem Schlussspurt eine klare Richtung. Jetzt jagt er nicht mehr nur Punkte, sondern seine eigene Vorgabe.







