Noa-Lynn van Leuven über Darts-Ausschluss: „Es hat alles verändert“

Noa-Lynn van Leuven hat über die Folgen der neuen DRA-Regelung für Frauen-Wettbewerbe im Darts gesprochen. Die Niederländerin darf dadurch nicht mehr an von der Darts Regulation Authority regulierten Frauen-Turnieren teilnehmen. In offenen Wettbewerben kann sie weiterhin antreten, doch ihre bisherigen Ziele für das Jahr wurden durch die Entscheidung praktisch neu sortiert.

Für van Leuven ist die Regeländerung nicht nur ein sportlicher Einschnitt. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur PA beschrieb sie die Folgen der Entscheidung deutlich. Die Regel habe „alles für mich verändert“, sagte die 29-Jährige. Besonders schwer wiegt für sie, dass die Entscheidung alte Erinnerungen wachgerufen habe: „Es bringt Kindheitserinnerungen daran zurück, dass Menschen mich nicht akzeptiert haben.“ Gleichzeitig machte van Leuven klar, dass sie ihre Karriere nicht einfach beendet sieht: „Ich bin mit diesem Spiel nicht fertig.“

Van Leuven spricht über persönliche Folgen

Van Leuven beschrieb die vergangenen Wochen als belastend. Die Entscheidung habe sie verletzt und Dinge wieder hochgeholt, die sie aus früheren Lebensphasen kenne. Dabei geht es für sie nicht allein um Turniere, Ranglisten oder Preisgeld, sondern auch um die Frage, wie sie als Person im Sport wahrgenommen wird.

Genau deshalb ist die Geschichte sensibel. Van Leuven kritisiert die Entscheidung deutlich, gleichzeitig bleibt die Regeländerung der DRA der sportpolitische Rahmen. Der Verband hatte seine Frauen-Kategorie nach einer Überprüfung neu definiert und argumentiert mit fairer Konkurrenz in den von der DRA regulierten Frauen-Wettbewerben.

Die Niederländerin hält diese Einordnung weiterhin für falsch. Aus ihrer Sicht ist Darts kein Sport, in dem die von der DRA angeführten körperlichen Unterschiede den Ausschlag geben sollten. Sie verwies dabei sinngemäß auch auf Beispiele aus der Spitze des Sports und stellte infrage, ob Körpergröße oder Armlänge im Darts tatsächlich entscheidend seien.

Neue Ziele nach der Regeländerung

Sportlich muss van Leuven ihre Saison neu planen. Die Women’s Series ist für sie nach der neuen Regelung keine Option mehr. Damit fallen wichtige Turniere weg, über die sie sich in den vergangenen Jahren sportlich positioniert hatte. Van Leuven hatte auf der Frauen-Tour Titel gewonnen und mit ihren WM-Teilnahmen internationale Aufmerksamkeit bekommen.

Trotzdem will sie ihre Karriere nicht beenden. Sie erklärte, sie wolle wieder Freude am Spiel finden, sich weiter verbessern und perspektivisch um eine Tour Card kämpfen. Genau darin liegt der sportliche Kern der aktuellen Situation: Van Leuven ist nicht aus dem Darts verschwunden, aber ihr Weg ist deutlich komplizierter geworden.

Offene Wettbewerbe bleiben ihr möglich. Dort ist der Leistungsdruck allerdings anders, weil sie sich nicht mehr über die bisherige Frauen-Struktur in Szene setzen kann. Für van Leuven geht es deshalb nun darum, neue Ziele zu finden, ohne die alte Saisonplanung einfach fortsetzen zu können.

Offene Wettbewerbe bleiben als neuer Weg

Der Fall van Leuven bleibt eine der sensibelsten Debatten im Darts. Auf der einen Seite steht die Frage nach fairer sportlicher Einteilung in Frauen-Wettbewerben. Auf der anderen Seite steht eine Spielerin, die ihre Karriere in genau dieser Struktur aufgebaut hatte und nun vor einer völlig neuen Ausgangslage steht.

Die DRA-Regel hat van Leuvens sportlichen Weg grundlegend verändert. Die Frauen-Wettbewerbe unter DRA-Regeln sind für sie keine Option mehr, offene Turniere bleiben dagegen möglich. Damit ist ihre Karriere nicht beendet, aber der Weg zurück auf die große Bühne deutlich schwieriger geworden.

Sie sei nicht fertig mit dem Sport, machte van Leuven deutlich. Ihre großen Ziele für dieses Jahr seien zwar weggebrochen, doch sie wolle weiter nach Möglichkeiten suchen. Für den Dartsport bedeutet das: Die Debatte ist mit der Regeländerung nicht beendet. Entscheidend wird nun auch sein, welche Wege van Leuven im offenen Wettbewerb findet.

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