Paul Lim ist zurück auf der großen Team-Bühne. Der 72 Jahre alte Darts-Veteran hat sich mit Singapur für den World Cup of Darts 2026 in Frankfurt qualifiziert. Zusammen mit Phuay Wey Tan setzte sich Lim über die Asian Tour Qualifiers durch und wird damit im Juni wieder bei einem der wichtigsten PDC-Turniere außerhalb der Einzelwettbewerbe zu sehen sein.
Der World Cup of Darts findet vom 11. bis 14. Juni 2026 in der Eissporthalle Frankfurt statt. Insgesamt treten dort 40 Nationenteams an, gespielt wird im Doppel-Modus. Für die deutsche Darts-Szene ist das Turnier eines der wichtigsten PDC-Events des Jahres auf heimischem Boden – mit Lim bekommt die Ausgabe nun zusätzlich eine besondere Geschichte. Die PDC bestätigte am Montag die Qualifikation von Singapur, der Mongolei und Thailand für das Turnier in Frankfurt.
Paul Lim führt Singapur zurück zum World Cup
Singapur blieb in Gruppe B der Asien-Qualifikation makellos. Das Duo Paul Lim und Phuay Wey Tan gewann seine drei Partien gegen Thailand, Macau und Pakistan und gab dabei insgesamt nur drei Legs ab. Damit löste Singapur souverän das Ticket für Frankfurt.
Für Lim ist die Rückkehr mehr als nur eine weitere Turnierteilnahme. Der Mann aus Singapur gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Figuren des internationalen Darts. Erst bei der vergangenen Darts-WM hatte der „Singapore Slinger“ noch einmal Geschichte geschrieben: Mit 71 Jahren besiegte Lim Jeffrey de Graaf in der ersten Runde mit 3:1 und wurde damit zum ältesten Matchgewinner in der Geschichte der PDC-Weltmeisterschaft. In der zweiten Runde endete sein Lauf gegen Luke Humphries.
Warum Lim auch mit über 70 Jahren noch immer auf großen Bühnen auftaucht, hat er in einem früheren Interview mit Darts1 ziemlich klar erklärt: „Wenn es nach mir geht, werde ich solange spielen, bis ich nicht mehr kann.“ Lim begründete das mit seiner Liebe zum Sport und dem Wunsch, dem Darts durch seine Erfahrung etwas zurückzugeben.
Sportlich dürfte Singapur nicht zum engsten Favoritenkreis gehören. Genau darin liegt aber der Reiz des World Cup of Darts: Im Doppel-Modus können eingespielte Teams, Außenseiter und kleinere Darts-Nationen schnell gefährlich werden. Für Lim und Tan wird es in Frankfurt darum gehen, diese Außenseiterrolle möglichst lange offen zu halten.
Mongolei schreibt Geschichte
Neben Singapur qualifizierten sich auch die Mongolei und Thailand über die Asian Tour Qualifiers. Besonders die Mongolei sorgt für Aufsehen, weil das Land erstmals beim World Cup of Darts dabei sein wird. Altantülkhüür Myagmarsüren und Ganzorig Lkhagvasüren führten ihr Team zum historischen Debüt.
Der Weg dorthin war eng. Nach einem Sieg gegen Chinese Taipei und einer Niederlage gegen Brunei musste die Mongolei gegen Gastgeber Malaysia liefern. In diesem entscheidenden Spiel setzte sich das Team mit 4:2 durch. Am Ende reichte ein besseres Legverhältnis gegenüber Chinese Taipei für das World-Cup-Ticket.
Das Debüt passt zur Entwicklung des Darts in Asien. Immer mehr Nationen tauchen in PDC-Zusammenhängen sichtbarer auf, und gerade der World Cup bietet diesen Ländern eine Bühne, die sie bei großen Einzelturnieren nur selten bekommen. Für die Mongolei wird Frankfurt deshalb nicht nur ein Turnier, sondern ein echter Standortmoment.
Thailand übersteht den entscheidenden Thriller
Auch Thailand ist in Frankfurt dabei. Sarayut Ouamumpa und Sowaris Rodman mussten in der Qualifikation deutlich mehr zittern als Singapur. Im Play-off gegen Chinese Taipei überstand Thailand zwei Matchdarts des Gegners und sicherte sich so die Rückkehr zum World Cup of Darts. Es ist die erste Teilnahme seit 2023.
Damit bekommt das Teilnehmerfeld weitere internationale Breite. Für den World Cup ist das wichtig: Das Turnier lebt nicht nur von den Topnationen wie England, Wales, Niederlande oder Deutschland, sondern auch von genau solchen Geschichten. Ein 72-jähriger Paul Lim, ein mongolisches Debüt und ein knappes Thailand-Comeback geben Frankfurt früh zusätzliche Farbe.
Das endgültige Teilnehmerfeld soll am 11. Mai 2026 feststehen. Bis dahin fallen noch weitere Entscheidungen über Ranglisten und Qualifikationswege. Klar ist aber schon jetzt: Der World Cup of Darts 2026 bekommt mit Paul Lim eine seiner bekanntesten internationalen Figuren zurück – und mit der Mongolei zugleich ein neues Kapitel auf der Darts-Landkarte.







