Jonny Clayton kündigt Jagd auf Gerwyn Price an

Jonny Clayton hat beim New Zealand Darts Masters nicht nur seinen zweiten World-Series-Titel gewonnen, sondern danach eine Kampfansage an Gerwyn Price gerichtet. „Ferret“ besiegte seinen walisischen Landsmann im Finale von Auckland mit 8:4 und will seinen Rivalen nun auch in der PDC Order of Merit wieder unter Druck setzen.

Für den 51-Jährigen war der Erfolg zugleich die Revanche für das Endspiel von 2022. Damals hatte sich Price beim New Zealand Darts Masters ebenfalls mit 8:4 durchgesetzt. Vier Jahre später drehte „Ferret“ das Ergebnis um und durfte erstmals die Siegertrophäe in Neuseeland entgegennehmen.

Dabei hatte das Turnier für den 51-Jährigen schwierig begonnen. In der ersten Runde musste Jonny Clayton gegen Haupai Puha über die volle Distanz gehen und setzte sich nur knapp mit 6:5 durch. Am Finaltag steigerte sich der Waliser jedoch deutlich. Auf ein 6:3 gegen Gian van Veen folgte ein überzeugender 7:2-Erfolg über James Wade.

Im rein walisischen Finale erwischte Clayton anschließend den wesentlich besseren Start. Mit starken Checkouts, darunter einem 158er-Finish, setzte er sich früh ab und zog schließlich auf 7:1 davon. Price, der in seinen drei vorherigen Begegnungen insgesamt lediglich fünf Legs abgegeben hatte, drohte eine deutliche Niederlage.

Blackout bringt Gerwyn Price zurück ins Finale

Kurz vor dem Titelgewinn unterlief dem Waliser ein ungewöhnlicher Fehler. Bei 50 Punkten Rest entschied er sich gegen einen Wurf auf das Bullseye und traf stattdessen bewusst die einfache 18, um sich 32 Rest zu stellen. Price nutzte die Gelegenheit, checkte 56 Punkte und leitete damit eine kleine Aufholjagd ein.

„Das war ganz klar ein Blackout. Ich dachte einfach: Triff die 18, dann hast du noch 32 Rest. Warum? Ich weiß es nicht und kann es nicht erklären“, sagte Clayton anschließend im Gespräch mit Oche180.

Der frühere Weltmeister verkürzte von 1:7 auf 4:7, ehe der spätere Sieger wieder die Kontrolle übernahm. Im zwölften Leg startete der „Ferret“ mit fünf perfekten Darts und verwandelte schließlich ein 124er-Finish über das Bullseye zum 8:4-Erfolg. Ausgerechnet jenes Feld, auf das er wenige Minuten zuvor nicht geworfen hatte, brachte ihm den Titel.

Neben dem sportlichen Prestige geht es zwischen den beiden ehemaligen World-Cup-Siegern auch um die Position als bester Waliser in der Weltrangliste. Gerwyn Price hatte Clayton durch seinen Finaleinzug beim World Matchplay überholt und belegt aktuell Rang vier. Jonny Clayton folgt unmittelbar dahinter auf dem fünften Platz.

Im offiziellen Siegerinterview der PDC reagierte er mit einer augenzwinkernden Spitze auf den Führungswechsel: „Ich respektiere Gezzy. Er ist ein großartiger Dartspieler, aber er sollte seine Älteren respektieren und mir den Platz zurückgeben.“

Trotz ihrer sportlichen Rivalität verbindet die beiden Waliser eine enge Freundschaft. Clayton betrachtet den Konkurrenzkampf deshalb vor allem als zusätzlichen Antrieb. „Es ist gut, diesen Kampf untereinander zu haben. Das ist gesund für den Dartsport. Ich werde ihn jetzt wieder richtig jagen“, kündigte der 51-Jährige gegenüber der PDC an.

Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits am 21. und 22. August beim Australian Darts Masters in Wollongong. Dort gewann er 2022 seinen ersten World-Series-Titel. Nun kann der „Ferret“ seine Jagd auf Gerwyn Price fortsetzen und zugleich den nächsten Triumph in Australien ins Visier nehmen.

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