Gerwyn Price hat nach seinem Einzug ins Finale des World Grand Prix 2026 deutliche Worte für Nathan Aspinall gefunden. Der Waliser setzte sich im Halbfinale in Leicester mit 5:2 nach Sets durch, war anschließend im Interview mit der PDC aber keineswegs nur mit dem sportlichen Ausgang beschäftigt.
Vor allem das Auftreten seines Gegners auf der Bühne sorgte bei „The Iceman“ für erheblichen Frust. Dabei hatte Price die Partie über weite Strecken unter Kontrolle. Mit einem Average von 89,90 Punkten lag er vor Aspinall, der auf 84,63 kam. Beide Spieler warfen sechs 180er. Besonders beim Double-in zeigte sich der 41-Jährige deutlich effizienter: 28 seiner 55 Versuche fanden ihr Ziel, was einer Quote von 51 Prozent entspricht. Aspinall benötigte für 28 erfolgreiche Starts insgesamt 78 Versuche und kam auf 36 Prozent.
Auch auf den Abschlussdoppeln hatte Price mit 45 Prozent gegenüber 37 Prozent die bessere Quote. Insgesamt gewann er 17 Legs, Aspinall kam auf elf.
Gerwyn Price kritisiert Nathan Aspinalls Verhalten
Trotz des klaren Ergebnisses war die Nummer 4 der Welt mit dem Verlauf der Partie nicht zufrieden. Bereits seine grundsätzliche Einschätzung des Halbfinals fiel kritisch aus. „Ich glaube, es war ein etwas schwaches Spiel mit Höhen und Tiefen“, erklärte Gerwyn Price im Interview mit der PDC nach der Begegnung.
Der sportliche Verlauf war allerdings nicht der einzige Grund für seine Unzufriedenheit. Das Publikum in Leicester unterstützte Nathan Aspinall deutlich. Damit konnte der frühere Weltmeister leben. Wesentlich mehr störte ihn offenbar die Art und Weise, wie Aspinall während des Spiels auf der Bühne agierte und mit der Atmosphäre umging.
Price machte nach dem Match deutlich, dass er seinen Gegner sogar direkt darauf angesprochen hatte. „Ich habe zu Nathan gesagt: ‚Kumpel, sie sind auf deiner Seite, aber komm schon, hör auf, dich am Board aufzuspielen, und spiel einfach Darts.‘“
Die Situation beschäftigte „The Iceman“ offenbar über weite Strecken der Begegnung. Immer wieder war dem 41-Jährigen seine Anspannung anzusehen. Nach dem Spiel bestätigte er selbst, wie stark ihn das Geschehen auf der Bühne beeinflusst hatte.
„Ich war in 90 Prozent dieses Spiels frustriert, und das hat mich beeinflusst.“ Dass Price die Partie trotzdem mit 5:2 für sich entschied, spricht für seine derzeitige Form. Aspinall gelang mit 132 Punkten zwar das höchste Finish des Halbfinals, während der Waliser maximal 101 Punkte auscheckte. Über die gesamte Distanz war er jedoch vor allem auf den Doppeln konsequenter.
Mit seiner eigenen Leistung zeigte sich „The Iceman“ dennoch nicht vollständig zufrieden. Er sieht bei sich weiterhin deutliche Reserven und glaubt, bislang nur phasenweise das Niveau erreicht zu haben, zu dem er tatsächlich in der Lage ist. „Ich spiele phasenweise gut genug. In meinen guten Phasen spiele ich einige der besten Darts der Welt. Aber ja, ich muss mich steigern.“
Trotz dieser Selbstkritik steht Price erneut in einem großen Finale. Seine grundsätzliche Haltung zu Niederlagen und Erfolgen formulierte der ehemalige Weltmeister nach dem Halbfinale ebenfalls sehr deutlich. „Natürlich ärgert es mich, wenn ich verliere, aber es ist nicht das Allerwichtigste. Ich bin hier, um Titel zu gewinnen und Geld zu verdienen. Aber ja, ich stehe wieder in einem Finale, im dritten in Folge. Das ist großartig.“
Für Gerwyn Price ist es bereits das vierte Finale seiner Karriere beim World Grand Prix. Dort trifft er am Sonntagabend auf Luke Humphries. Damit kommt es zur Neuauflage des Endspiels von 2023, als Humphries den Waliser bezwang und seinen ersten großen PDC-Titel gewann.
Das Finale des World Grand Prix 2026 wird in der Mattioli Arena in Leicester im Modus Best of 11 Sets mit Double-in und Double-out gespielt.










