Bradley Brooks hat bei der Q-School 2025 eine der kuriosesten Geschichten des Turniers erlebt. Der Engländer war nach drei starken Tagen überzeugt davon, seine Tour Card bereits sicher zu haben, feierte den vermeintlichen Erfolg entsprechend ausgelassen und bemerkte erst mitten in der Nacht, dass er am nächsten Morgen doch wieder antreten musste.
Im „Tops and Tales Darts Podcast“ mit Huw Ware schilderte Brooks, wie es zu dem Missverständnis kam. Nach zwei Finalteilnahmen und einem Viertelfinale an den ersten drei Tagen lag er in der UK Q-School Order of Merit 2025 ganz vorne. Auf der Ranglistenseite wurde sein Name dunkelgrün angezeigt – für ihn das klare Zeichen, dass die Qualifikation erledigt war. „Wenn man auf die Darts-Rangliste gegangen ist, war ich dunkelgrün markiert. Also hatte ich meine Tour Card gewonnen. Ich dachte: Perfekt, dann können wir feiern“, erklärte er im Podcast.
Genau das tat der ehemalige Junioren-Weltmeister anschließend. Zurück im Hotel wurde sich umgezogen, danach ging es mit Freunden auf einen langen Abend. Die Feier führte die Gruppe schließlich ins Popworld. Brooks war fest davon überzeugt, dass der vierte und letzte Tag der Q-School für ihn keine Rolle mehr spielen würde.
Der entscheidende Hinweis kam erst während der laufenden Feier. Einer seiner Begleiter fragte ihn, ob er das Spieler-Briefing überhaupt gelesen habe. Dort stand klar, dass alle Teilnehmer an sämtlichen vier Tagen antreten mussten. „Er sagte: ‚Du hast das Spieler-Briefing nicht gelesen, oder?‘ Dann hat er es aufgerufen: ‚Du musst an allen vier Tagen spielen‘“, berichtete Brooks.
Zu diesem Zeitpunkt war der Abend längst eskaliert. Besonders ungünstig: Sein Manager hatte gerade eine VIP-Box organisiert. Brooks erinnerte sich: „Genau in dem Moment, als ich das erfahren habe, hatte mein Manager gerade eine VIP-Box im Popworld gebucht. Er kam mit einer Flasche Wodka rüber und fing an, mir den Wodka direkt in den Mund zu schütten.“
Am nächsten Morgen musste der Engländer also tatsächlich wieder ans Board. Sein Zustand war nach eigener Aussage alles andere als ideal. Sportlich schien ihn das zunächst allerdings kaum zu bremsen. Zum Auftakt traf er auf Graham Usher und verzichtete sogar weitgehend auf ein intensives Einspielen.
Der Start geriet dennoch furios. „Im ersten Leg habe ich die 167 zu einem 12-Darter gecheckt. Im nächsten Leg habe ich die 161 zu einem weiteren 12-Darter ausgemacht. Da dachte ich mir: Das sollte ich vielleicht öfter machen“, sagte Brooks im Gespräch mit Huw Ware. Auch im weiteren Verlauf des Tages wurde seine Leistung nicht schwächer.
Statt früh auszuscheiden, spielte er sich erneut bis ins Viertelfinale. Dort war gegen Adam Lipscombe Schluss. An der erfolgreichen Q-School änderte das nichts mehr. Mit 16 Punkten beendete Brooks die UK Q-School Order of Merit 2025 auf Platz eins und sicherte sich damit die Rückkehr auf die PDC ProTour.
Das Jahr entwickelte sich anschließend noch erfolgreicher. Später gewann er bei Players Championship 25 seinen ersten PDC-Seniorentitel. Im Finale setzte er sich mit 8:5 gegen Gerwyn Price durch. Damit folgte auf die erfolgreiche Rückkehr zur PDC ProTour noch im selben Jahr der erste Seniorentitel seiner Karriere.










