Luke Humphries: „Es war nicht immer einfach“

Luke Humphries steht erneut im Finale des World Grand Prix. Doch der Weg dorthin verlief für den früheren Weltmeister keineswegs so souverän, wie es seine vergangenen Jahre vermuten lassen könnten. Nach seinem 5:3-Erfolg gegen James Wade sprach „Cool Hand Luke“ im Interview mit der PDC offen über ein schwieriges Jahr 2026, schwächere Auftritte und darüber, warum ihn einzelne schlechte Spiele heute nicht mehr an seinen eigenen Fähigkeiten zweifeln lassen.

Gegen Wade zeigte Luke Humphries mit einem Average von 96,83 Punkten und zehn 180ern seine bislang stärkste Leistung beim World Grand Prix 2026. Vor allem aber fühlte sich der 31-Jährige auf der Bühne wieder deutlich wohler als in den vorherigen Runden. „Ich habe gesagt, dass ich viel besser spielen würde – und das habe ich getan. Ich fühlte mich viel entspannter“, erklärte Luke Humphries nach seinem Halbfinalsieg im Interview mit der PDC.

„Cool Hand Luke“ über sein schwieriges Jahr 2026

Die Erleichterung war dem Engländer nach dem Spiel anzumerken. Zwar hatte er auch seine vorherigen Begegnungen in Leicester gewonnen, mit seinem eigenen Niveau war der 31-Jährige jedoch nicht vollständig zufrieden gewesen. Umso wichtiger war für ihn die Reaktion im Halbfinale des World Grand Prix. „Ich bin stolz darauf, wie ich mich nach ein paar schlechten Leistungen in diesem Turnier zurückgekämpft habe. Aber das war mein wahres Ich.“

Gerade solche Phasen bewertet Humphries inzwischen anders als noch zu einem früheren Zeitpunkt seiner Karriere. Zwei oder drei schwächere Spiele bedeuten für ihn nicht mehr automatisch, dass er anschließend auch ein Turnier nicht gewinnen könne. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren und seine Erfolge auf der großen Bühne haben seinen Umgang mit schwierigen Phasen verändert.

Dass 2026 für ihn dennoch kein einfaches Jahr war, sprach Luke Humphries ebenfalls offen an. Seine vergangenen Spielzeiten hätten sich teilweise deutlich unkomplizierter angefühlt. „Dieses Jahr ist nicht alles glattgelaufen. In einigen der Jahre zuvor hat es sich deutlich leichter angefühlt als diesmal.“ Trotz dieser Schwierigkeiten steht der 31-Jährige beim World Grand Prix erneut im Endspiel. Es ist bereits sein viertes Finale in Folge bei diesem Turnier – eine Serie, die zuvor keinem anderen Spieler gelungen ist. Für den Engländer besitzt diese Bestmarke allerdings nur begrenzten Wert, solange am Ende nicht auch der Titel steht.

„Vier Grand-Prix-Finals in Folge zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes. Das ist Geschichte für mich, niemand hat das zuvor geschafft. Aber wenn ich die Trophäe nicht hochhebe, bedeutet diese Geschichte leider nichts.“ Genau darin liegt für den früheren Weltmeister derzeit der entscheidende Unterschied zwischen einem guten Turnier und einem wirklich erfolgreichen. Mehrfach stand er zuletzt in großen Endspielen, ohne anschließend den Titel mitnehmen zu können. Ein weiterer zweiter Platz würde ihn deshalb nicht zufriedenstellen.

Gegen Gerwyn Price wartet nun ausgerechnet der Gegner, gegen den Luke Humphries 2023 seinen ersten großen PDC-Titel gewann. Damals setzte er sich im Finale des World Grand Prix durch und leitete damit seine erfolgreichste Phase auf der großen Bühne ein.

Für die Nummer 2 der Welt schließt sich dadurch gewissermaßen ein Kreis. Gleichzeitig weiß er, dass die Leistung aus dem Halbfinale gegen Wade noch einmal notwendig sein dürfte. „Ich muss es morgen wieder tun, denn ich habe so viele Major-Finals liegen lassen. Gezzy spielt gut. Aber wenn ich wieder so spiele, wird es ein großartiges Finale.“

Am Sonntagabend treffen Humphries und Gerwyn Price in der Mattioli Arena in Leicester aufeinander. Gespielt wird im Modus Best of 11 Sets mit Double-in und Double-out. Für Luke Humphries geht es dabei nicht nur um eine außergewöhnliche Finalserie, sondern vor allem darum, ein schwieriges Jahr 2026 mit einem weiteren großen Titel zu krönen.

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