Menzies nach 6:1-Sieg vor Anderson-Duell: Top 10 rücken in den Fokus

Cameron Menzies hat bei den Czech Darts Open einen überzeugenden Auftakt hingelegt. Der Schotte setzte sich in Prag deutlich mit 6:1 gegen Johan Engström durch und trifft nun auf Gary Anderson. Ausgerechnet mit seinem Landsmann wurde Menzies zuletzt verglichen – verbunden mit der Einschätzung, dass für ihn sogar ein Platz unter den besten zehn Spielern der Welt möglich sei.

Menzies ließ gegen Engström von Beginn an wenig Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Der Weltranglisten-26. gab auf dem Weg zum klaren 6:1-Erfolg lediglich ein Leg ab und zog damit souverän in die zweite Runde ein. Dort wartet am Samstag mit Gary Anderson eine deutlich größere Herausforderung.

Der deutliche Auftaktsieg passt zur Entwicklung, die Menzies in den vergangenen Jahren genommen hat. Seit 2024 etablierte sich der 37-Jährige zunehmend auf der ProTour und sammelte in diesem Zeitraum drei Titel. Auch auf der European Tour machte er in diesem Jahr einen weiteren Schritt und erreichte bei den International Darts Open erstmals ein Halbfinale.

Lloyd sieht Top-10-Potenzial bei Menzies

Diese Entwicklung ist auch Colin Lloyd nicht verborgen geblieben. Der frühere Weltranglistenerste hält Menzies zwar nicht für einen Kandidaten für die Top 3, traut dem Schotten aber durchaus den Sprung in die Top 10 zu. Gegenüber BestBettingSites erklärte Lloyd: „Er ist klasse. Bei den Top drei bin ich mir nicht sicher, aber er kann definitiv in die Top 10 kommen.“

Vor allem das Scoring von Cammy beeindruckt Lloyd. Der Schotte gehört an guten Tagen zu den Spielern, die ihre Gegner mit hohen Aufnahmen dauerhaft unter Druck setzen können. Genau an diesem Punkt zog Lloyd einen interessanten Vergleich mit dem kommenden Gegner in Prag. „Wenn er seine Doppel trifft, erinnert er mich tatsächlich ein wenig an jemanden wie Gary Anderson“, sagte Lloyd.

Dabei machte Lloyd deutlich, dass sich der Vergleich nicht allein auf die gemeinsame schottische Herkunft bezieht. Vielmehr sieht er Parallelen im Spielstil. Anderson sei während seiner gesamten Karriere ein herausragender Scorer gewesen, habe in früheren Jahren jedoch immer wieder Chancen auf den Doppelfeldern liegen lassen. Als schließlich alle Bereiche seines Spiels zusammenpassten, entwickelte sich Anderson zu einem zweimaligen Weltmeister und einem der erfolgreichsten Spieler seiner Generation.

Dass Cammy eine ähnliche Karriere hinlegen wird, erwartet Lloyd allerdings nicht. Dennoch sieht er genügend Qualität, um sich dauerhaft wesentlich weiter vorne in der Weltrangliste zu etablieren. Dafür müsse der 37-Jährige neben seinen spielerischen Fähigkeiten insbesondere einen weiteren Bereich in den Griff bekommen: seine Emotionen.

Menzies ist auf der Bühne für seine impulsive Art bekannt. Lloyd sieht genau darin einen Punkt, der auf dem Weg in die Weltspitze entscheidend werden könnte. Er erklärte weiter: „Du musst deine Emotionen kontrollieren und wenn du Chancen bekommst, musst du sie selbst nutzen. Niemand wird das für dich übernehmen.“

Sportlich hat der Schotte bereits mehrfach gezeigt, welches Niveau in ihm steckt. Beim World Matchplay im Juli setzte er mit dem 10:7 gegen Luke Humphries ein deutliches Ausrufezeichen, ehe er das Turnier aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden musste. Dazu kommen seine Erfolge auf der ProTour und zunehmend stärkere Resultate auf der European Tour.

Das nächste Beispiel könnte bereits am Samstag folgen. Nach dem souveränen 6:1 gegen Engström wartet mit Anderson ein deutlich größerer Prüfstein. Für Menzies bietet sich damit ausgerechnet gegen den Spieler, mit dem Lloyd ihn verglichen hat, die nächste Gelegenheit zu zeigen, wie nah er der erweiterten Weltspitze inzwischen tatsächlich gekommen ist.

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