Das Finale der Hungarian Darts Trophy 2026 steht fest. Ross Smith und Gary Anderson spielen am Sonntagabend in Budapest um den Titel. Während Smith sein Halbfinale gegen Danny Noppert souverän mit 7:3 gewann, musste Anderson gegen Nathan Aspinall bis in den Decider – und drehte dabei einen 4:6-Rückstand noch in einen 7:6-Sieg.
Ross Smith ließ im ersten Halbfinale wenig anbrennen. Nach ausgeglichenem Beginn übernahm der Engländer zunehmend die Kontrolle und setzte sich mit 7:3 gegen Danny Noppert durch.
Kurios war dabei vor allem die Statistik. Noppert warf gleich fünf 180er, Smith dagegen kein einziges Maximum. Trotzdem lag der spätere Sieger beim Average mit 92,68 zu 87,49 vorne. Noch deutlicher war der Unterschied bei den hohen Aufnahmen: Smith verbuchte elf Scores von 140 oder mehr, Noppert lediglich einen.
Smith hatte bereits im Viertelfinale gegen Dave Chisnall überzeugt und setzte diesen Lauf gegen Noppert fort. Auffällig war dabei, dass er nicht über spektakuläre Maximum-Serien kam, sondern das Match vor allem über konstante hohe Scores und seine Chancen auf Doppel kontrollierte. Noppert blieb durch seine fünf 180er zwar immer wieder gefährlich, konnte daraus aber zu selten Kapital schlagen.
Auch auf die Doppel präsentierte sich Smith stabil. Sieben seiner 13 Versuche fanden ihr Ziel, was einer Quote von 53,85 Prozent entspricht. Damit stand der erste Finalist des Abends fest.
Anderson dreht 4:6 – Budapest feiert seinen Publikumsliebling
Das zweite Halbfinale entwickelte sich zum Drama. Nathan Aspinall führte zunächst mit 3:1, ehe Gary Anderson das Match drehte und selbst auf 4:3 stellte. Doch „The Asp“ antwortete mit drei Legs in Folge und stand beim 6:4 unmittelbar vor dem Finaleinzug.
Anderson gab sich nicht geschlagen. Der Schotte verkürzte auf 5:6, erzwang den Decider und entschied schließlich auch das 13. Leg zum 7:6 für sich.
Gerade in der Schlussphase wirkte die Partie völlig offen. Aspinall hatte beim 6:4 bereits das Momentum auf seiner Seite, doch Anderson fand noch einmal einen Weg zurück. Der Schotte blieb auch nach schwächeren Aufnahmen im Match, setzte mit seinem 160er-Checkout einen wichtigen Akzent und nutzte die Unterstützung aus der Halle, um sich bis in den Decider zu retten.
Mit einem 160er-Checkout setzte Anderson den spielerischen Höhepunkt der Partie. Für den kuriosesten Moment sorgte er dagegen mit einer Aufnahme von lediglich neun Punkten: Alle drei Darts landeten in der Triple 1 – ein „9er“ der etwas anderen Art.
Auffällig war zudem Andersons gerötet wirkendes Auge, über das er sich während der Partie mehrfach wischte. Auch im Kommentar wurde dies während des Halbfinals thematisiert.
Die Zuschauer im MVM Dome standen dennoch deutlich hinter dem zweimaligen Weltmeister. Immer wieder hallten „Gary, Gary“-Sprechchöre durch die Arena. Als Anderson den Decider schließlich für sich entschied, feierte Budapest seinen Publikumsliebling lautstark.
Damit lautet das Finale der Hungarian Darts Trophy 2026: Ross Smith gegen Gary Anderson. Smith zieht nach einem souveränen 7:3 ins Endspiel ein, Anderson nach einem dramatischen Comeback über die volle Distanz. Nun entscheidet sich, wer Budapest als Champion verlässt.









