Hungarian Darts Trophy 2026 – Tag 2, Session 1: Ryan Searle wirft Titelverteidiger raus

Niko Springer kann seinen Titel bei der Hungarian Darts Trophy 2026 nicht verteidigen. Der Deutsche verlor am Samstagnachmittag in der zweiten Runde mit 4:6 gegen Ryan Searle und scheidet damit bereits vor dem Finaltag aus. Fest steht damit auch: Bei der Hungarian Darts Trophy 2026 wird es einen neuen Turniersieger geben.

Springer hatte am Freitag mit einem deutlichen 6:1 gegen Maik Kuivenhoven einen überzeugenden Start in die Hungarian Darts Trophy hingelegt. Gegen den gesetzten Searle entwickelte sich einen Tag später jedoch ein wesentlich engeres Duell. Beide bewegten sich beim Average im mittleren 90er-Bereich, am Ende gaben vor allem die größeren Scoring-Spitzen und die bessere Doppelquote des Engländers den Ausschlag.

Den besseren Beginn erwischte zunächst der Titelverteidiger, der das erste Leg zum 1:0 gewann. Searle antwortete allerdings sofort und drehte die Partie mit drei gewonnenen Legs in Folge auf 3:1. Springer ließ sich davon nicht abschütteln und kämpfte sich zurück. Mit zwei Legs nacheinander stellte der Deutsche auf 3:3 und machte die Begegnung der Hungarian Darts Trophy wieder völlig offen.

Genau dieser Ausgleich veränderte nach Aussage des Engländers das Gefühl auf der Bühne. Er hatte sich in der Anfangsphase noch komfortabel gefühlt, wurde durch das Comeback seines Gegners aber wieder stärker unter Druck gesetzt. „Ich habe mich am Anfang ziemlich wohlgefühlt, und das hat mich ein bisschen nervös gemacht“, erklärte Searle nach der Partie im Gespräch mit der PDC mit Blick auf das 3:3.

Der Engländer reagierte jedoch stark. Er gewann die nächsten beiden Legs und setzte sich auf 5:3 ab. Springer verkürzte noch einmal auf 4:5 und bekam im zehnten Leg die Gelegenheit, einen Decider zu erzwingen. Der spätere Sieger berichtete anschließend, dass er nach zwei Treffern seines Gegners im Triple-Bereich bereits mit der möglichen Entscheidung auf dem Bull gerechnet hatte. Springer verpasste diese Chance jedoch, ehe Searle den 6:4-Erfolg bei der Hungarian Darts Trophy perfekt machte.

Searle lobt das schnelle Spiel bei der Hungarian Darts Trophy

Nach dem Match zeigte sich Searle vor allem vom Rhythmus der Partie angetan. Beide Spieler hielten das Tempo hoch und verzichteten auf längere Unterbrechungen zwischen den Aufnahmen. Genau diese Art von Darts entspricht dem Spielstil des Engländers und prägte eines der temporeicheren Zweitrundenmatches der Hungarian Darts Trophy.

„So sollte Darts gespielt werden. Drei Darts, hingehen, sie holen und aus dem Weg gehen“, sagte Searle. Das Publikum wolle ein schnelles Spiel sehen und keine unnötigen Verzögerungen. Unabhängig davon, ob er die Partie gewonnen oder verloren hätte, habe er das Duell genossen. Sein Fazit lautete entsprechend knapp: „Proper game.“

Auch die Statistiken unterstreichen, dass Springer keineswegs deutlich unterlegen war. Searle erreichte einen Average von 97,31 Punkten, während der Deutsche auf 94,23 Punkte kam. Bei den Maximums hatte der Engländer allerdings einen klaren Vorteil. Fünf 180er gingen auf sein Konto, Springer traf zweimal die Höchstaufnahme.

Bei den Aufnahmen mit 140 oder mehr Punkten lagen beide Spieler mit jeweils fünf gleichauf. Bei den Scores von mindestens 100 Punkten hatte Springer mit 18:13 sogar die Nase vorne. Sein Grundscoring war damit über weite Strecken stabil, die größeren Spitzen produzierte jedoch sein Gegner.

Entscheidend wurde zusätzlich die Chancenverwertung auf den Doppelfeldern. Searle verwandelte sechs seiner 14 Versuche und kam damit auf 42,86 Prozent. Springer erhielt ebenfalls 14 Möglichkeiten, nutzte davon jedoch nur vier. Seine Doppelquote lag bei 28,57 Prozent. Genau diese Effizienz half dem Engländer, das enge Zweitrundenmatch der Hungarian Darts Trophy auf seine Seite zu ziehen.

Beiden gelang außerdem ein Ton-plus-Checkout. Searle löschte maximal 121 Punkte, Springer checkte 111. Gerade in einem Match, das nach sechs Legs beim Stand von 3:3 völlig offen war, wog die bessere Effizienz des Engländers am Ende schwer.

Vom Triumph 2025 zum frühen Aus ein Jahr später

Für Springer endet damit die Rückkehr an den Ort seines bislang größten PDC-Erfolgs deutlich früher als erhofft. Bei der Hungarian Darts Trophy 2025 hatte er sich bis ins Finale gespielt und dort Danny Noppert mit 8:7 besiegt. Es war sein erster PDC-Titel und machte Springer zum vierten Deutschen mit einem Titel auf der European Tour.

Auf dem Weg zum Titel der Hungarian Darts Trophy hatte Springer damals unter anderem Gian van Veen, Damon Heta, Rob Cross, Luke Humphries und Josh Rock ausgeschaltet. Ein Jahr später ist dagegen bereits nach der zweiten Runde Schluss. Nach dem souveränen Auftakterfolg gegen Kuivenhoven reichten 94,23 Punkte im Average und 18 Aufnahmen von mindestens 100 Punkten gegen einen effizienteren Gegner nicht aus.

Für Searle geht die Hungarian Darts Trophy am Sonntag gegen Danny Noppert weiter. Die direkte Bilanz spricht dabei klar für den Niederländer. Elfmal standen sich beide bislang gegenüber, neun dieser Begegnungen gewann Noppert.

„Da habe ich einiges aufzuholen“, sagte Searle mit Blick auf diese Statistik. Gleichzeitig betonte er seinen Respekt vor dem Niederländer. Noppert spiele zwar langsamer als Springer, versuche damit aber nicht bewusst, seinen Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Der Engländer wisse deshalb genau, was ihn im Achtelfinale der Hungarian Darts Trophy erwarte.

Searle erinnerte außerdem an ein früheres Duell der beiden in Visé, das aus seiner Sicht bereits ein starkes Match gewesen sei. Sollte die Begegnung am Sonntag ähnlich verlaufen, erwartet er erneut eine Partie, die auch dem Publikum gefallen dürfte. Für den Engländer bietet die Hungarian Darts Trophy damit zugleich die Chance, seine schwache direkte Bilanz gegen Noppert etwas zu verbessern.

Für Springer endet die Titelverteidigung dagegen bereits am Samstag. Nach seinem souveränen Auftaktsieg kämpfte sich der Deutsche gegen Searle zwar noch einmal zurück, doch in den entscheidenden Momenten waren die fünf 180er und die bessere Doppelquote des Engländers ausschlaggebend. Sein Lauf bei der Hungarian Darts Trophy ist damit nach zwei Auftritten beendet.

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