Ross Smith ist der Sieger der Hungarian Darts Trophy 2026. Der Engländer bezwang Gary Anderson im Finale von Budapest klar mit 8:2 und machte vor allem auf die Doppel den entscheidenden Unterschied. Acht seiner elf Versuche fanden ihr Ziel, während Anderson nur zwei von elf Chancen nutzte.
Anderson wurde bereits beim Einlauf und während der ersten Legs lautstark von den Zuschauern unterstützt. Immer wieder hallten „Let’s go Gary, let’s go“-Rufe durch die Halle. Auf der Bühne ließ sich Smith davon allerdings nicht beeindrucken.
Der Engländer holte sich das erste Leg, ehe Anderson zunächst zum 1:1 ausglich. Danach übernahm Smith die Kontrolle. Fünf Legs in Folge gingen an den Mann aus Dover, der seinen Vorsprung damit auf 6:1 ausbaute und bereits früh für klare Verhältnisse sorgte.
Anderson konnte noch einmal auf 2:6 verkürzen, doch eine große Aufholjagd blieb aus. Smith holte sich auch die nächsten beiden Legs und verwandelte den deutlichen Vorsprung schließlich zum 8:2-Triumph.
Smith eiskalt auf die Doppel – Anderson lässt Chancen liegen
Der größte Unterschied zeigte sich auf den Doppelfeldern. Smith verwandelte acht seiner elf Versuche und erreichte damit eine starke Quote von 72,73 Prozent. Anderson hatte ebenfalls elf Möglichkeiten, traf jedoch nur zweimal – eine Doppelquote von lediglich 18,18 Prozent.
Auch im Scoring hatte Smith die besseren Zahlen auf seiner Seite. Der neue Champion spielte einen Average von 96,95 Punkten, Anderson kam auf 88,67. Dazu warf Smith fünf 180er, während seinem Gegner nur ein Maximum gelang. Sein höchstes Finish lag bei 124 Punkten.
Das deutliche Ergebnis war auch deshalb bemerkenswert, weil Anderson zuvor einen emotionalen Finalabend gespielt hatte. Im Viertelfinale setzte er sich nach einem hochklassigen Decider gegen Gian van Veen durch, anschließend drehte er im Halbfinale gegen Nathan Aspinall einen 4:6-Rückstand noch in einen 7:6-Sieg. Dabei wurde der zweimalige Weltmeister immer wieder mit Gary-Sprechchören nach vorne getragen.
Im Finale konnte der Publikumsliebling diese Energie jedoch nicht mehr in die nächste Aufholjagd umwandeln. Smith spielte seine Führung konsequent herunter und ließ sich auch von der Stimmung zugunsten seines Gegners nicht aus dem Rhythmus bringen.
Zur besonderen Atmosphäre des Finals trug auch der deutsche Caller Franz Engerer bei, dessen markant gesungene 180 inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist. Bei fünf Maximums von Smith bekam das Publikum diese Ansage im Endspiel gleich mehrfach zu hören.
Das Duell hatte zudem eine interessante Vorgeschichte. Ross Smith führte den direkten PDC-Vergleich vor dem Finale mit 7:5 an. Auch in Endspielen waren sich beide bereits begegnet: Smith gewann 2023 das Finale von Players Championship 5 mit 8:6 gegen Anderson. Ein Jahr später revanchierte sich der Schotte beim European Darts Grand Prix ebenfalls mit einem 8:6-Erfolg.
In Budapest fiel die Entscheidung nun deutlich klarer aus. Ross Smith holt mit dem 8:2 seinen zweiten Titel auf der European Tour. Für Gary Anderson endet dagegen ein Turnier, bei dem er trotz der deutlichen Finalniederlage zum Publikumsliebling in Budapest wurde.








