Hungarian Darts Trophy 2026: Greaves spielt 104er-Average – gegen Cross reicht es nicht

Beau Greaves hat bei ihrem Debüt auf der PDC European Tour ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Die Engländerin verlangte Rob Cross bei der Hungarian Darts Trophy 2026 alles ab, spielte einen Average von 104,88 Punkten und führte zwischenzeitlich mit 5:4. Am Ende setzte sich der frühere Weltmeister dennoch mit 6:5 im Entscheidungsleg durch. Für Greaves blieb trotz der Niederlage eine Leistung, die deutlich über das reine Ergebnis hinausging.

Schon früh entwickelte sich im MVM Dome ein hochklassiges Duell. „Voltage“ fand gut in die Partie, doch die 22-Jährige hielt das Niveau nicht nur mit, sondern übertraf ihren Gegner im Scoring über weite Strecken sogar. Nach elf Legs stand bei ihr ein 3-Dart-Average von 104,88 Punkten zu Buche. Der ehemalige Weltmeister kam seinerseits auf starke 101,90 Punkte.

Auch bei den Maximums hatte Greaves die Nase vorn. Fünfmal traf sie die 180, während Cross drei Aufnahmen mit der maximalen Punktzahl gelangen. Dazu kamen neun Aufnahmen mit 140 oder mehr Punkten und elf weitere Scores jenseits der 100.

Bemerkenswert war zudem die Effizienz von „Beau ’n’ Arrow“ auf den Doppeln. Die Engländerin verwandelte fünf ihrer neun Versuche und kam damit auf eine Checkoutquote von 55,56 Prozent. Cross lag mit sechs Treffern bei zehn Versuchen nur knapp darüber. Damit entwickelte sich eines der bislang auffälligsten Matches der Hungarian Darts Trophy.

Greaves geht mit 104er-Finish 5:4 in Führung

Einer der wichtigsten Momente der Partie kam im neunten Leg. Greaves checkte 104 Punkte und stellte damit auf 5:4. Es war ihr höchstes Finish der Partie und zugleich der Moment, in dem ein möglicher Sensationssieg plötzlich ganz nah schien.

Der Engländer ließ sich jedoch nicht abschütteln. Im zehnten Leg schlug der 35-Jährige zurück und erzwang den Decider. Auch dort blieb das Niveau hoch, doch der frühere Weltmeister behielt am Ende die Kontrolle und brachte das Match mit 6:5 über die Linie.

Dass Greaves das Spiel trotz des höheren Averages verlor, zeigt, wie eng die Partie tatsächlich war. In einem kurzen Best-of-11-Format entscheiden oftmals nur wenige Aufnahmen über Sieg oder Niederlage. Cross nutzte im entscheidenden Moment seine Erfahrung und verhinderte damit einen Erfolg, der für die Engländerin einen perfekten Einstand auf der European Tour bedeutet hätte.

Der 104er-Average bleibt dennoch die zentrale Zahl dieses Matches bei der Hungarian Darts Trophy 2026. Für ein Debüt auf dieser Bühne ist eine solche Leistung außergewöhnlich. „Beau ’n’ Arrow“ zeigte nicht nur, dass sie mit einem etablierten Topspieler mithalten kann, sondern setzte ihren Gegner über die gesamte Distanz unter Druck.

Mit ihrem 104er-Checkout zum 5:4 setzte Greaves zudem eine historische Marke. Als erste Frau auf einer PDC-European-Tour-Bühne erzielte sie damit zugleich das erste High Finish einer Frau in dieser Serie. Dass der mögliche Sieg anschließend erst im Entscheidungsleg verloren ging, machte ihren Auftritt noch bemerkenswerter.

„Voltage“ selbst spielte ebenfalls eine starke Partie. Neben seinem Average von 101,90 Punkten überzeugte vor allem sein 170er-Finish, das höchste Checkout des Matches. Seine Doppelquote von 60 Prozent war ebenfalls ein entscheidender Faktor.

Für Greaves bleibt deshalb eine Niederlage, die sportlich kaum wie ein Rückschlag wirkt. Fünf 180er, mehr als 104 Punkte im Average, eine Doppelquote von über 55 Prozent und ein High Finish gegen einen früheren Weltmeister sind eine deutliche Ansage bei der Hungarian Darts Trophy.

Am Ende fehlte lediglich ein Leg. Der Auftritt in Budapest zeigte dennoch deutlich, dass die 22-Jährige auch gegen etablierte Topspieler auf diesem Niveau bestehen kann, während Rob Cross am Samstag in der zweiten Runde auf Luke Woodhouse trifft.

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