Mitchell Lawrie als nächster Littler-Rivale? Nicholson sieht enormes Potenzial

Mitchell Lawrie hat sich mit gerade einmal 15 Jahren bereits an die Spitze der WDF-Weltrangliste gespielt, ein Lakeside-Finale erreicht und mehrere große Titel gewonnen. Genau diese Entwicklung sorgt dafür, dass der Schotte inzwischen weit über den Nachwuchsbereich hinaus wahrgenommen wird. Für den früheren Players-Championship-Finals-Sieger Paul Nicholson gehört Lawrie deshalb schon jetzt zu den spannendsten Talenten der kommenden Jahre.

Nicholson äußerte sich gegenüber Sporting Life ausführlich über die Entwicklung des Schotten. Dabei stellte er weniger einen direkten Vergleich der aktuellen Spielstärke an, sondern blickte vor allem auf den bisherigen Karriereweg. „Es gibt viele potenzielle Stars, aber derjenige, über den wir uns momentan am meisten freuen, ist Mitchell Lawrie“, erklärte Nicholson.

Lawrie hatte bereits im vergangenen Jahr für großes Aufsehen gesorgt. Bei der WDF-Weltmeisterschaft erreichte er das Finale und musste sich dort erst Jimmy van Schie geschlagen geben. Auf dem Weg ins Endspiel verlor er lediglich einen Satz.

Seitdem setzte der 15-Jährige seine Entwicklung fort. Neben seinem Aufstieg auf Platz eins der WDF-Weltrangliste gewann er unter anderem den Irish Classic, die World Masters sowie die Scottish Open und Welsh Open. Auch auf der JDC-Bühne sammelte der Schotte bereits große Erfolge und gewann den WM-Titel im Alexandra Palace.

Nicholson sieht Parallelen zu Littlers Weg

Gerade dieser schnelle Aufstieg erinnert Nicholson an die Entwicklung von Luke Littler. Der heutige Weltranglistenerste spielte ebenfalls früh bei großen Nachwuchs- und WDF-Turnieren, bevor ihm der Durchbruch auf der PDC-Tour gelang. „Mit 15 ist er bereits die Nummer eins der WDF, gewinnt praktisch überall und stand schon in einem Lakeside-Finale – etwas, das Littler nicht geschafft hat“, sagte Nicholson.

Der Vergleich soll dabei nicht bedeuten, dass Lawrie schon jetzt auf demselben sportlichen Niveau angekommen ist. Nicholson nutzt Littlers damaligen Karriereweg vielmehr als Maßstab dafür, wie schnell sich außergewöhnliches Nachwuchstalent entwickeln kann.

Der Engländer erinnerte daran, dass „The Nuke“ bei der WDF-Weltmeisterschaft 2022 gegen Richard Veenstra ausgeschieden war. Zu diesem Zeitpunkt galt Littler bereits als großes Talent, doch nur wenige hätten erwartet, dass er innerhalb kurzer Zeit zu einem der dominierenden Spieler der Welt werden würde.

„Wenn Mitchell einen ähnlichen Weg wie Littler nimmt, könnten wir in den nächsten Jahren eine spektakuläre Rivalität erleben“, erklärte Nicholson gegenüber Sporting Life. Noch liegt dieser mögliche Vergleich allerdings in der Zukunft. Lawrie wird im November 16 Jahre alt und kann anschließend den nächsten Schritt in Richtung PDC-Tour angehen.

Sein unmittelbarer Fokus liegt zunächst weiter auf der WDF-Weltmeisterschaft in Lakeside. Danach soll die Q School folgen. Sollte es dort nicht direkt mit einer Tour Card klappen, sieht der Schotte selbst keinen Grund zur Panik. „Lakeside ist definitiv meine Priorität gegen Ende des Jahres“, sagte Lawrie mit Blick auf seine weitere Planung. „Danach wird es wahrscheinlich wieder die Q School sein. Ich habe immer gesagt: Wenn ich meine Tour Card nicht bekomme, ist das nicht das Ende der Welt.“

Zusätzlich steht ihm ab dem kommenden Jahr die Development Tour offen. Damit bekommt „Wee Sox“ eine weitere Bühne, auf der er sich regelmäßig mit starken Nachwuchsspielern messen und seinen Weg in Richtung PDC fortsetzen kann.

Noch ist der 15-Jährige nicht auf der großen PDC-Tour angekommen. Seine bisherigen Resultate erklären aber, warum Nicholson ihn schon jetzt als einen der interessantesten Spieler der nächsten Generation sieht. Ob daraus tatsächlich eines Tages eine große Rivalität mit Littler entsteht, wird sich erst zeigen – das Potenzial für einen außergewöhnlichen Karriereweg ist jedoch bereits deutlich sichtbar.

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