Mike De Decker beendet schwarze Serie gegen „Mighty Mike“

Mike De Decker hat bei Players Championship 28 in Leicester eine persönliche Negativserie beendet. Der Belgier setzte sich in der Runde der letzten 32 mit 6:3 gegen Michael van Gerwen durch und feierte damit seinen ersten Sieg überhaupt gegen den dreimaligen Weltmeister.

Bis dahin hatte das direkte Duell klar für van Gerwen gesprochen. Sieben Begegnungen waren dokumentiert, siebenmal hatte der Niederländer gewonnen. De Decker war dabei zwar mehrfach nah dran, ein Erfolg war ihm jedoch nie gelungen.

Diesmal änderte sich das Bild. Der Belgier spielte einen Average von 97,26 Punkten und ließ van Gerwen, der auf 93,84 kam, beim 6:3 nicht mehr entscheidend zurückkommen. Aus einer lange einseitigen Bilanz wurde damit zumindest erstmals ein Erfolg auf seiner Seite.

De Decker nutzt den Sieg als Startschuss für tiefen Lauf

Der Erfolg gegen van Gerwen blieb nicht der einzige starke Moment des Tages. Der 30-Jährige hatte sein Turnier bereits mit einem 6:4 gegen Dirk van Duijvenbode begonnen und anschließend Samuel Price bezwungen. Nach dem Erfolg gegen MVG folgten ein 6:3 gegen Martijn Dragt und ein knappes 6:5 gegen Kim Huybrechts.

Erst im Halbfinale endete der Lauf. Luke Humphries setzte sich dort mit 7:4 durch und verhinderte damit De Deckers Einzug ins Endspiel.

Gerade dieser Turnierverlauf macht das 6:3 gegen van Gerwen wertvoller als einen einzelnen Überraschungserfolg. De Decker nutzte das Resultat nicht nur als Höhepunkt eines Matches, sondern nahm den Schwung mit und spielte sich anschließend bis unter die letzten Vier.

Dabei gehört der Belgier längst nicht mehr zu den Spielern, bei denen ein Sieg gegen einen großen Namen automatisch als Sensation gelten muss. De Decker hat sich in den vergangenen Jahren sportlich weiterentwickelt und gezeigt, dass er an einem guten Tag mit der erweiterten Weltspitze mithalten kann.

Umso auffälliger war, dass ausgerechnet van Gerwen im direkten Vergleich eine hartnäckige Hürde geblieben war.

Der Sieg macht De Decker nicht plötzlich zum besseren Spieler als den dreimaligen Weltmeister. Aber er beseitigt eine dieser Serien, die irgendwann größer werden als das einzelne Match. Mit jeder weiteren Niederlage wächst die Vorgeschichte, und bei der nächsten Begegnung spielt nicht nur die aktuelle Form eine Rolle, sondern immer auch die bisherige Bilanz.

Genau diese zusätzliche Last ist nun weg.

Für den Belgier dürfte deshalb nicht nur das Halbfinale von Leicester wichtig sein. Der gesamte Turniertag zeigt, dass er nach einem Erfolg gegen einen Gegner von van Gerwens Format nicht nachgelassen hat. Zwei weitere Siege folgten, ehe mit Humphries erst einer der derzeit stärksten Spieler der Welt den Lauf stoppte.

Van Gerwen selbst war ordentlich in den Tag gestartet, bevor in der Runde der letzten 32 Schluss war. Für ihn bleibt das Resultat eine weitere frühe Niederlage auf der ProTour. Für den Belgier bedeutet es dagegen einen kleinen Einschnitt in der persönlichen Bilanz.

Siebenmal war er zuvor gegen den Niederländer angetreten, siebenmal hatte er verloren. Diese Serie ist beendet.

Das Halbfinale bei Players Championship 28 ist sportlich der größere Ertrag des Tages. Der erste Sieg gegen Michael van Gerwen dürfte ihm trotzdem länger im Kopf bleiben – gerade weil er zeigt, dass auch eine über Jahre bestehende persönliche Hürde irgendwann fallen kann.

Für De Decker geht es in den kommenden Wochen auf der European Tour weiter. Spätestens bei der Flanders Darts Trophy vom 11. bis 13. September wartet in Antwerpen das nächste bestätigte Heimspiel vor belgischem Publikum.

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