Der OChE-Wert ist eine moderne Darts-Statistik, die zeigt, wie effizient ein Spieler seine Leistung in gewonnene Legs umsetzt. Während der Average vor allem beschreibt, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt wirft, fragt dieser Wert stärker nach dem Ergebnis: Wird aus gutem Scoring auch tatsächlich ein gewonnenes Leg?
Ausgeschrieben bedeutet der Dartbegriff Ordinal Checkout Efficiency. Gemeint ist eine Effizienz-Kennzahl, die Scoring, Checkout-Stärke und Legverwertung zusammenbringt. Dadurch kann ein Spieler mit etwas niedrigerem Average besser bewertet werden als ein Gegner, der zwar höher scored, seine Chancen auf Doppel aber nicht konsequent nutzt.
Warum ist der Wert im Darts wichtig?
Im Darts wird häufig zuerst auf den Average geschaut. Ein hoher Schnitt sieht stark aus und zeigt, dass ein Spieler viele Punkte wirft. Er sagt aber nicht immer vollständig aus, wie gefährlich ein Spieler in einem Match wirklich ist. Entscheidend ist am Ende nicht nur, wie viel Druck ein Spieler aufbaut, sondern ob er diesen Druck auch in Legs verwandelt.
Genau hier setzt der OChE-Wert an. Er macht sichtbar, ob Scoring-Druck auch zu Ergebnissen führt. Ein Spieler mit starker Doppelquote, guten High Finishes und stabiler Legverwertung kann dadurch besser abschneiden als in einer reinen Average-Liste.
Das ist besonders interessant bei Spielern, deren Zahlen auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Ein hoher Average bei schwacher Doppelquote kann weniger wert sein, als er aussieht. Umgekehrt kann solides Scoring mit starker Checkout-Effizienz deutlich gefährlicher sein, weil ein Spieler seine Chancen besser nutzt.
OChE-Wert vs. Average: Unterschied, Formel und Aussage
Der Average zeigt die durchschnittlich geworfenen Punkte pro Aufnahme. Er ist damit vor allem ein Scoring-Wert. Der OChE-Wert betrachtet dagegen die Effizienz: Wie gut nutzt ein Spieler seine Punktzahlen, um Legs tatsächlich zu gewinnen?
Ein einfaches Beispiel: Spieler A wirft den höheren Average, verpasst aber viele Doppel. Spieler B scored etwas niedriger, checkt aber stabiler und beendet seine Legs schneller. In der klassischen Average-Betrachtung wirkt Spieler A stärker. Im OChE-Wert kann dagegen Spieler B vorne liegen, weil er seine Leistung besser verwertet.
Eine vollständig veröffentlichte Detailformel mit allen Gewichtungsfaktoren gibt es in der öffentlichen Kurzbeschreibung nicht. Beschrieben wird der OChE-Wert aber als erwarteter Anteil gewonnener Legs auf ProTour-Niveau. Berechnet wird dieser Wert über einen gewichteten Durchschnitt verschiedener Checkout-Raten.
Im Mittelpunkt stehen dabei Legs, die nach vier, fünf, sechs oder sieben Aufnahmen beendet werden. Vereinfacht lässt sich die Logik so darstellen:
Wert ≈ w4 × CR4 + w5 × CR5 + w6 × CR6 + w7 × CR7
Dabei steht CR für die Checkout-Rate beziehungsweise Erfolgsquote bei einer bestimmten Leg-Länge. CR4 beschreibt die Effizienz bei Legs über vier Aufnahmen, CR5 bei fünf Aufnahmen, CR6 bei sechs Aufnahmen und CR7 bei sieben Aufnahmen. Die Faktoren w4 bis w7 sind Gewichtungen, die bestimmen, wie stark die jeweilige Leg-Länge einfließt.
Das Ergebnis ist ein Prozentwert. Er beschreibt, wie viele Legs ein Spieler gegen einen durchschnittlichen ProTour-Gegner voraussichtlich gewinnen würde. Genau deshalb ist der OChE-Wert mehr als nur eine weitere Scoring-Zahl: Er verbindet Punkteproduktion, Checkout-Effizienz und Legverwertung.
Für Darts-Fans ist der OChE-Wert deshalb hilfreich, weil er Form besser einordnet. 180er, First-9-Average und hohe Punktzahlen bauen Druck auf, entschieden wird ein Leg aber erst auf dem Doppel. Wer Form wirklich verstehen will, sollte deshalb nicht nur auf den Average schauen.
Der OChE-Wert ersetzt den Average nicht, ergänzt ihn aber sinnvoll. Kurz gesagt: Der Average zeigt, wer stark scored. Der Wert zeigt, wer seine Scores wirklich in Legs verwandelt.










