Wessel Nijman steht auf Platz 16 der PDC Order of Merit – und genau dieser Rang macht seinen nächsten Titel so wichtig. Der Niederländer gewann Players Championship 12 in Milton Keynes mit 8:5 gegen Jermaine Wattimena und verteidigte damit eine Position, die in der PDC-Hierarchie besonders wertvoll ist. Auf den ersten Blick ist es der nächste starke Erfolg in einem ohnehin beeindruckenden Jahr. Nijman holte bereits seinen vierten Players-Championship-Titel 2026. Einschließlich seines Sieges bei der European Darts Trophy steht er nun bei fünf PDC-Rankingtiteln in dieser Saison. Doch der eigentliche Wert dieses Triumphs liegt nicht nur im Pokal. Er liegt in der Rangliste.
In der aktuellen Live Order of Merit wird der 25-Jährige mit 461.000 Pfund auf Rang 16 geführt. Vor ihm liegt Ross Smith auf Platz 15 mit 476.000 Pfund, dahinter folgt Wattimena mit 454.250 Pfund. Der Abstand ist damit eng: 15.000 Pfund fehlen nach vorne, nur 6.750 Pfund beträgt das Polster nach hinten. Martin Schindler liegt auf Platz 18 mit 435.250 Pfund etwas weiter zurück, bleibt aber Teil des erweiterten Verfolgerfeldes. Genau diese Konstellation macht den PC12-Sieg so wertvoll: Es ging nicht nur um einen weiteren Titel, sondern um Absicherung in einer engen Zone der Weltrangliste.
Warum Platz 16 in der PDC Order of Merit so wichtig ist
Die Top 16 der PDC Order of Merit sind im Darts eine wichtige Schwelle. Wer dort steht, gehört nicht nur statistisch zur erweiterten Weltspitze, sondern bewegt sich bei vielen Turnieren in einer anderen Ausgangslage. Setzungen, Draws, Major-Perspektiven und die öffentliche Wahrnehmung hängen stark davon ab, ob ein Spieler in diesem Bereich steht oder knapp dahinter lauert. Für Nijman ist Platz 16 deshalb kein netter Nebeneffekt. Es ist ein Status, den er sich mit seiner starken Saison erarbeitet hat – und den er nun verteidigen muss.
Genau darin liegt die Spannung. Nach vorne ist Ross Smith nicht unerreichbar, aber auch nicht direkt eingeholt. Nach hinten sitzt Wattimena dem Niederländer weiterhin im Nacken. Aus einem formstarken Spieler wird damit ein Ranglistenfaktor, dessen Ergebnisse nicht mehr nur als Momentaufnahme zählen, sondern direkte Folgen für seine Position in der PDC-Hierarchie haben.
Der Finalsieg gegen Wattimena zählt doppelt
Besonders wichtig war der PC12-Erfolg, weil im Finale ausgerechnet Wattimena wartete. Es war nicht nur ein niederländisches Endspiel, sondern auch ein direktes Duell zweier Spieler, die in der PDC Order of Merit unmittelbar beieinanderliegen. Wattimena führte zwischenzeitlich mit 4:2, ehe Wessel Nijman die Partie drehte und sechs der nächsten sieben Legs gewann. Am Ende stand ein 8:5-Erfolg, der sportlich deutlich mehr bedeutete als ein normaler Turniersieg.
Der PC12-Sieger sammelte eigenes Preisgeld, stoppte den direkten Verfolger und baute sein Polster auf Rang 17 aus. Hätte Wattimena das Finale gewonnen, wäre der Druck auf Platz 16 deutlich größer geworden. Stattdessen behauptete Nijman seinen Rang und setzte ein klares Signal: Diese Position ist nicht nur eine Momentaufnahme. Gerade weil der Abstand nach hinten so klein ist, war der Sieg gegen den unmittelbaren Verfolger besonders wertvoll.
Warum jetzt jeder Titel mehr Bedeutung bekommt
Ein einzelner Players-Championship-Titel kann ein Ausreißer sein. Zwei Titel können eine starke Formphase sein. Vier Siege auf dem Floor und ein zusätzlicher European-Tour-Titel in derselben Saison sind etwas anderes. Der Niederländer gewinnt inzwischen regelmäßig, nutzt seine Chancen auf der Pro Tour und sammelt Preisgeld genau dort, wo sich die PDC-Saison oft abseits der großen TV-Bühne entscheidet. Auf dem Floor gibt es keine lange Anlaufzeit, keine einfache Dramaturgie und kaum Raum für schwache Phasen. Wer dort Turniere gewinnt, muss über viele Stunden hinweg immer wieder liefern.
Genau deshalb hat sich die Bewertung verändert. Früher war ein starker Lauf vor allem ein Achtungszeichen. Jetzt wirkt jeder tiefe Run direkt auf eine wertvolle Ranglistenposition. Der 25-Jährige ist nicht mehr nur der Jäger, sondern wird selbst gejagt. Seine Saison zeigt Konstanz, Scoringstärke und die Fähigkeit, enge Turniere zu gewinnen. Der PC12-Sieg gegen Wattimena war dafür ein passendes Beispiel: schlechter gestartet, Partie gedreht, direkten Konkurrenten geschlagen.
Doch die Top 16 sind kein sicherer Besitz. Wer dort steht, muss regelmäßig nachlegen. Der PC12-Sieg hat deshalb mehr ausgesagt als nur ein weiteres Ergebnis aus Milton Keynes. Nijman hat seinen noch engen Top-16-Status in der PDC Order of Merit behauptet und seinen Lauf 2026 weiter mit Substanz gefüllt.
Platz 16 ist für Wessel Nijman Angriff und Absicherung zugleich. Genau deshalb war dieser Titel mehr als der nächste Eintrag in der Statistik.







