Van Gerwen rechnet trotz Order-of-Merit-Absturz mit Premier League

Michael van Gerwen geht fest davon aus, auch 2027 in der Premier League Darts zu spielen. Dabei ist seine Ausgangslage ungewöhnlich schwierig: Nach dem Erstrundenaus bei der European Darts Championship in Dortmund fiel der dreimalige Weltmeister in der PDC Order of Merit auf Platz 13 zurück. Eine direkte Qualifikation ist damit derzeit weit entfernt.

An Selbstvertrauen mangelt es dem Niederländer dennoch nicht. Wie das Portal Oche180 unter Berufung auf einen Twitch-Livestream berichtet, wurde der 37-Jährige dort von einem Zuschauer nach dem Teilnehmerfeld der kommenden Saison gefragt. Laut dem Bericht antwortete er: „Ich weiß, dass ich in der Premier League spielen werde. Das steht fest.“ Dabei handelt es sich um seine eigene Aussage, nicht um eine offizielle Teilnahmebestätigung. Die PDC hat das Teilnehmerfeld bislang nicht bekannt gegeben.

Der Unterschied ist entscheidend: Die vier bestplatzierten Spieler der Weltrangliste nach der Weltmeisterschaft erhalten normalerweise einen Startplatz. Vier weitere Teilnehmer werden per Wildcard ausgewählt. Bleibt der siebenmalige Champion außerhalb der Top vier, wäre er auf eine solche Einladung angewiesen. Ob ihm bereits eine Zusage vorliegt, geht aus seiner Aussage nicht hervor.

Sieben Premier-League-Titel – aber sportlich unter Druck

Wie groß der Abstand zwischen Anspruch und Ergebnissen derzeit ist, zeigte sich bei der Europameisterschaft. Gegen seinen Landsmann Kevin Doets verlor der frühere Weltranglistenerste in der ersten Runde mit 3:6. Es war ein weiterer früher Rückschlag in einer Saison, in der er bei mehreren großen Turnieren nicht weit kam.

Nach der Niederlage sprach van Gerwen mit Viaplay über seine Leistungen. „Ich weiß, dass ich viel besser spielen kann“, sagte er dort, wie das Portal DartsKing berichtete. „Mighty Mikes“ Average von 95,70 Punkten bezeichnete er dabei als gar nicht so schlecht. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er  bessere Leistungen von sich erwarte und weiterhin hart an seiner Form arbeiten wolle.

Eine erneute Einladung hätte auch aus sporthistorischer Sicht Gewicht. Seit seinem Premier-League-Debüt 2013 war van Gerwen in jeder Saison dabei. Mit sieben Titeln hält er den Rekord vor Phil Taylor, der den Wettbewerb sechsmal gewann. Diese Bilanz unterscheidet ihn von vielen anderen möglichen Wildcard-Kandidaten. Sie garantiert allerdings keinen Startplatz.

Vor der endgültigen Auswahl steht noch die Weltmeisterschaft im Alexandra Palace. Dort verteidigt er Ranglistenpreisgeld aus seiner Finalteilnahme von 2025, als er Luke Littler unterlag. Ein frühes Ausscheiden könnte seine Position in der Order of Merit weiter verschlechtern. Gute WM-Ergebnisse wären dagegen eine Gelegenheit, seine sportliche Ausgangslage zu verbessern.

Dass Michael van Gerwen sich trotz des Formtiefs noch große Ziele setzt, machte er bereits in einem Interview mit Sportnieuws.nl deutlich. „Natürlich will ich noch mindestens einmal Weltmeister werden“, erklärte er dort. Der Niederländer sprach zugleich darüber, wieder zu seiner besten Form zurückfinden zu wollen. Seine Erfolge aus der Vergangenheit sieht er nicht als Grund, sich mit dem Erreichten zufriedenzugeben.

Der Terminplan für die Premier League 2027 steht bereits fest: Die Serie beginnt am 4. Februar in Glasgow, am 11. Februar folgt der zweite Spielabend in Berlin. Nach 16 regulären Abenden steigt die Finals Night am 27. Mai in London.

Ob der Rekordsieger tatsächlich zu den acht Teilnehmern gehört, entscheidet erst die offizielle Nominierung. Michael van Gerwen selbst hat seine Erwartung bereits unmissverständlich formuliert.

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